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Willenbrock
 
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Willenbrock (Taschenbuch)

von Christoph Hein (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 319 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: Neuauflage. (1. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518397966
  • ISBN-13: 978-3518397961
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 11,1 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 201.892 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bernd Willenbrock ist Autohändler, genauer: Gebrauchtwagenhändler. Er ist das jedoch nicht freiwillig, denn damals, als es die DDR noch gab, hatte er einen angeseheneren Beruf. Da war er Ingenieur. Sein Laden läuft nicht schlecht. Und wo ein Geschäft floriert, da stellen sich Neider ein; und solche, die ernten wollen, wo sie nicht gesät haben: Autos verschwinden vom Hof, aber das ist erst der Anfang. Willenbrock muss erleben, dass Behörden versagen, dass die Täter, die seine Frau später überfallen, straflos nach Polen abgeschoben werden. Beschwerden bei der Staatsanwaltschaft werden zurückgewiesen. Da kommt ein russischer Stammkunde und verhilft ihm zu einem Revolver. Es ist der vorläufige Höhepunkt dieses Romans.

Christoph Hein, bereits mehrfach ausgezeichnet, legt in seinem Roman "Willenbrock" schichtweise die Wahrheit unter der Fassade der Gutbürgerlichkeit frei. Willenbrock überrascht einen Einbrecher, der mit einer Eisenstange auf ihn zukommt. Er schießt. Es geht auf Silvester zu. So kann er seiner Frau hinterher vorlügen, es seien Knaller gewesen. Aber die Spuren müssen getilgt werden. Hier unterläuft Hein ein Fehler: Revolver werfen beim Schuss keine Patronenhülsen aus, die zwecks Spurenvernichtung aufgesammelt werden müssen. Diese Passage passt zwar ins Bild, ist aber überflüssig. Nicht überflüssig ist dagegen die Geschichte in der Geschichte. Das Zerwürfnis mit seinem Bruder, der zu DDR-Zeiten mit einem Segelflugzeug über die innerdeutsche Grenze geflohen ist, was wiederum dazu führte, dass Willenbrock selbst nie wieder fliegen durfte. Das ist ungemein glaubwürdig und realistisch: die Sippenhaft nach erfolgter "Republikflucht" eines Familienmitgliedes. Der Roman ist ein spannender literarischer Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-deutschen Vergangenheit. --Corinna S. Heyn -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 21.06.2000
Der erste Eindruck, den man von Christoph Heins neuem Roman bekommen könnte, täusche. Die "genüssliche Langsamkeit" der Schilderung des Gebrauchtwagenhandels habe, so Rezensent Gustav Seibt, mit der Wiedergeburt des sozialistischen Realismus wenig zu tun. Sie bilde nur das beinahe beliebige Material, in das hinein Hein eines seiner typischen abstrakten Denkspiele inszeniere. Vom Gebrauchtwagenhandel führe der Roman über die Andeutung einer Kriminalhandlung zuletzt ins "Zeichenhafte und Allegorische ". Verhandelt werde die akute Bedrohung der Zivilisation durch Gewalt und Barbarei, die aus dem Osten kommen, und in der Figur eines waffendhändlerischen Russen satanisch-allegorische Gestalt werden. Gustav Seibt ist sich nicht sicher, wie wörtlich die Botschaft gemeint ist, findet aber viele lobende Worte für den Kunstverstand des Autors, die "düster-schwarze, kalt-glänzende" Poesie dieses Romans.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Michael Kohlhaas des Gebrauchtwagen-Handels, 20. Juli 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Willenbrock (Gebundene Ausgabe)
Bei Kleist handelt Michael Kohlhaas mit Pferden, Christoph Hein's Held Willenbrock mit Gebrauchtwagen in Ost-Berlin. Sein Geschäft floriert, besonders die Verkäufe in den Osten. Mit seiner kinderlosen Ehe kann er zufrieden sein. Seiner Frau finanziert er zur Selbstverwirklichng eine Boutique. Aber die Glücksträhne des einstigen DDR-Ingenieurs geht langsam dem Ende entgegen:

Autos verschwinden von seinem Hof, der Nachtwächter wird überfallen, sein Hund getötet, schließlich kommt Willenbrock beim Einbruch in sein Ferienhaus bei Usedom nur mit Not lebendig davon. Für ihn unbegreiflich werden die Täter, zwei junge Russen, kaum daß sie gefaßt sind, nach Osten abgeschoben. Willenbrock ist empört über die Laschheit des neudeutschen Rechtsstaats. So etwas wäre früher, jenseits der Mauer, nicht passiert oder anders geregelt worden. Bei Dr. Krylow aus Moskau, seinem besten Kunden, besorgt er sich einen Revolver. Beim nächsten Einbruch, in seinem Haus in Berlin, ist er gewappnet: Er überrascht den Täter, der mit einer Eisenstange auf ihn einschlagen will, und schießt. Nach dem Motto "Hilf dir selbst" hat Willenbrock das Recht in seine Hände genommen. Offen bleibt, wie stark der flüchtende Täter verletzt wurde.

Mit diesem vagen Ausgang endet ein Roman, in dem -wie bei Kleist- eine mittelgroße Störung des Normalen bei einem Durchschnittsbürger einen Prozeß in Gang setzt, der alle Kontrollen des Gewissens und der Vernunft außer Kraft setzt.

Man kann dem Roman sicher eine gewisse, vom Autor wohl gewollte Langatmigkeit und einen etwas spröden, bürokratischen Stil vorwerfen. Manches wie die Baufortschritte der Ausstellungshalle oder die Modenschau in der Boutique sollte man schnell überlesen. Angenehm ist, daß uns der Autor keinen weiteren Verlierer aus der einstigen DDR vorführt, sondern einen erfolgreichen Selfmade-Man, der trotz seiner Erfolge in der Marktwirtschaft dennoch immer wieder von den alten Zeiten eingeholt wird. Ein durchaus spannender und lesenswerter Roman.

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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hilf' Dir selbst !, 12. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Willenbrock (Gebundene Ausgabe)
Christoph Heins Roman WILLENBROCK zeigt einen ehemaligen DDR-Ingenieur mit Namen Bernd Willenbrock, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Als kleiner Gebrauchtwagenhändler kauft er sich gegen Ende des Romans einen Revolver um nach der Maxime HILF' DIR SELBST - SONST HILFT DIR KEINER zu handeln.

Der Roman zeigt auch, dass in einem Rechtsstaat auf Einzelschicksale keine Rücksicht genommen werden kann. Tiefgang und Oberflächlichkeit lösen sich in diesem Roman sprachlich wohltuend ab. Ob die nächtlichen Überfälle auf seinem Grundstück oder die kleinen Romanzen mit den Kundinnen seines Gebrauchtwagengeschäfts: Willenbrock lernt im Jahre 10 der deutschen Einheit, dass der Genuß, und die kleinen Freuden des alltäglichen Lebens hart erkämpft werden müssen und an jeder Ecke kleine Schicksalsschläge lauern, die das Kartenhaus der eigenen Biographie schnell zum Einsturz bringen.

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2 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Kurzweilige Klischees, 10. Juli 2000
Von elmar1703@aol.com (Neukirchen-Vluyn, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Willenbrock (Gebundene Ausgabe)
Wir Wessies wussten es doch schon immer. Im Osten tobt das Verbrechen, die Horden aus dem Osten fallen über uns her und nur mit großem Aufwand können wir unser Leben schützen. Hein schildert das Leben eines Autohändlers, der von Kunden aus Russland und Polen lebt. Natürlich verkauft er an den ehemaligen Apparatschnik, der jetzt Mafia-Boss ist. Und sein polnischer Automechaniker ist auch nicht schlecht fürs Geschäft. Doch dann geht es gegen Willenbrock. Er, der keinem etwas will, wird bestohlen und im Landhaus beraubt. Dies ist eine neue Situation für ihn, auf die er sich nicht einzustellen weiß. Dabei nutzt Autor Hein letztlich so viele Klischees, wie wir es ja immer schon wussten. Trotzdem liest sich dann ganze kurzweilig.
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Veröffentlicht am 16. Januar 2008 von Bettina

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erotisch kommt dieses Hörspiel daher. Gute Hörspiele gibt es nicht wie Sand am Meer, dieses gehört aber ganz sicher dazu.
Veröffentlicht am 8. Mai 2007 von NewWonder

4.0 von 5 Sternen Vermeintlich einfach
Erst einmal: "Willenbrock" liest sich einfach. Das ist angenehm. Aber für einfache Deutungen eignet er sich keineswegs.

Hein weckt Mitgefühl für seinen Helden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2006 von Harald Dietz

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