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Jakob der Lügner: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
 

Jakob der Lügner: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Jurek Becker
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 321 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (25. Januar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518394398
  • ISBN-13: 978-3518394397
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 335.225 in Bücher (Siehe Top 100 in in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Jakob der Lügner
OA 1969 Form Roman Epoche Moderne
Jurek Beckers Erstlingsroman, in den persönliche Erfahrungen einflossen, gehört zu den gelungenen Versuchen, das Grauen der Judenvernichtung während des Zweiten Weltkriegs literarisch zu verarbeiten. Becker selbst wuchs im Warschauer Ghetto sowie in den Konzentrationslagern von Ravensbrück und Sachsenhausen auf. Von 1960 bis 1977 lebte Becker, der erst nach 1945 Deutsch lernte, in Ostberlin, wo auch der Roman entstand.
Inhalt: Der Ich-Erzähler, Überlebender eines polnischen Ghettos, schildert die Geschichte des Ghettobewohners Jakob Heym, der durch Zufall im deutschen Polizeirevier aus dem Radio Satzfetzen einer Meldung vernimmt, die fortan das Leben im Ghetto verändern sollte: »In einer erbitterten Abwehrschlacht gelang es unseren heldenhaft kämpfenden Truppen, den bolschewistischen Angriff 20 km vor Bezanika zum Stehen zu bringen.« Jakob kennt diesen Ort nur vom Hörensagen, doch weiß er, dass Bezanika nicht sehr weit vom Ghetto entfernt liegt. Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass diese Nachricht den Ghettobewohnern einen konkreten Anlass zum Durchhalten und Weiterleben geben würde, denn mit dem sowjetischen Vormarsch näherte sich auch die Befreiung.
Um die Glaubwürdigkeit seiner Informationen zu erhöhen, behauptet Jakob, selbst über ein Radio zu verfügen, dessen Besitz streng verboten ist. Durch die Notlüge gerät er unversehens in die Zwangslage, ständig neue Nachrichten erfinden zu müssen; sein Lügengewebe führt zu tragikomischen Situationen und das technische Medium wird zum Symbol von Verheißung und Gefahr. Einerseits schöpfen die Ghettobewohner wieder Hoffnung; sie schmieden Pläne, die Selbstmordrate ist rückläufig. Andererseits befürchten einige seiner Leidensgenossen, dass die Entdeckung des Radios durch die deutschen Besatzer letztlich alle gefährden könne.
Jakob tritt seinen Kritikern entgegen, indem er die Wahrheit enthüllt, doch sein Eingeständnis wird nicht erkannt. Als die Lügen seine Kräfte zu übersteigen beginnen, vertraut er sich seinem Freund Kowalski an, der mit dem Geständnis scheinbar gleichgültig umgeht, in der Nacht aber Selbstmord begeht. Jakob begreift, dass er seine Leidensgenossen weiterhin mit Informationen über die bevorstehende Befreiung versorgen muss, doch schon am darauf folgenden Tag werden die Ghettobewohner ins Konzentrationslager abtransportiert. Der Roman bietet dem Leser zwei Schlüsse an: Das »blasswangige und verdrießliche, das wirkliche und einfallslose Ende« schildert den Abtransport aller Ghettobewohner. Doch gegen diesen Schluss erfindet sich der Erzähler ein hoffnungsvolles Ende aus eigener Fantasie: Zwar stirbt Jakob, der Lügner, bei seinem Fluchtversuch, aber das Ghetto wird von den russischen Truppen befreit.
Wirkung: Die außergewöhnliche Leistung des Romans liegt in seiner unpathetischen Darstellungsweise. Becker erzählt mit distanzierter Ironie vom Alltag der Ghettobewohner und verdeutlicht umso mehr Schrecken und Irrwitz der Situation im von Deutschen besetzten Polen. Der Roman wurde 1974 in der DDR verfilmt (Regie: Frank Beyer; Titelrolle: Vlastimil Brodsky); 1999 folgte eine weitere Verfilmung mit Robin Williams in der Hauptrolle (USA, Regie: Peter Kassovitz). J. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Wer etwas von unserem Land begreifen will, der lese und sehe ›Jakob der Lügner‹! ... ein literarischer Durchbruch in einer Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs ... eines der berührendsten und menschlichsten Bücher über das unsagbare Verbrechen des Holocaust.«

(Frank-Walter Steinmeier Die Welt )

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vielleicht das beste Buch zu diesem Thema!, 30. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jakob der Lügner. (Taschenbuch)
Die Zeit nähert sich dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Deutschen sind auf allen Fronten auf dem Rückmarsch; die vernichtenden Niederlagen in Stalingrad und El Alamein haben dazu beigetragen.

In diese Zeit aus Bewegung und Umbruch, die Angst vor der Niederlage und Hoffnung auf Befreiung, hat Jurek Becker seinen Roman plaziert. Der Protagonist Jakob lebt in einem Ghetto, das sich weiter östlich befindet. Als er einmal gegen die Sperrstunde verstößt und daraufhin zum Revier muß, hört zufällig die verstümmelte Nachricht, daß die Deutschen bis kurz vor Bezanika zurückgeschlagen wurden. Zwar kennt er die genaue Lage des Ortes nicht, weiß aber, daß er nicht unendlich weit sein kann. Eine ungeheulich hoffnungsvolle Nachricht für Jakob, denn Ghettobewohnern wird der Zugang zu Informationen verwehrt.

Er erzählt heimlich Mischa davon, und so erfährt es das ganze Ghetto. Doch um die Nachricht glaubwürdig erscheinen zu lassen, damit sie keine vergebliche Hoffnung weckt, erzählt Jakob, er habe sie mit seinem eigenen Radio gehört, was unter Strafe verboten ist.

Und so wird Jakob zu einem vermeintlichen Lügner: Um den anderen Hoffnung auf Rettung zu verleihen, muß er immer wieder neu Erfundenes von sich geben. Doch inwieweit stimmen Jakobs Berichte? Kommen die Russen wirklich näher?

Geschildert wir auch sehr gut das alltägliche Leben der Ghettobewohner mit Zwangsarbeit, Züchtigungen, den Wohnverhältnissen.

Das Buch ist unbedingt lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Dokument der Menschlichkeit, 13. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jakob der Lügner: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Dokument der Menschlichkeit und Humanität. Jakob, ein einfacher Mann wird zum Hoffnungsträger im Warschauer Ghetto unter deutscher Besatzung. Angeregt durch eine zufällig aufgeschnappte Nachricht über das Herannahen russischer Truppen, die er an seine Mitleidenden nur zögerlich weitergibt, wird er zum Messias der Hoffnungslosen. Immer wieder bedrängt man ihn nach Nachrichten, äußert das Verlangen nach positiven Meldungen, die Jakob ihnen auch mehr oder minder willig zu geben bereit ist, erkennt er doch das enorme Potential, das in diesen Hoffnung gebenden Erfindungen über die bevorstehende Befreiung steckt. Die Menschen werden aus ihrer verzweifelten Lethargie aufgeweckt, die mögliche Erlösung gibt ihnen neuen Lebensmut und sie hängen geradezu an den Lippen des einfachen Jakob, der sich in der Verpflichtung sieht, diesen Beitrag zur Stärkung des Lebenswillens seiner Leidensgenossen. Eindringlich und menschlich geschrieben, offenbart sich diese kleine Parabel auf die Menschlichkeit als erschütterndes Dokument der Zeitgeschichte, denn am Ende bleibt den solcherart in ihrer Hoffnung bestärkten doch nur der Gang in den Transport in die Vernichtungslager, da die erhoffte Befreiung nicht rechtzeitig eintrifft. Aber der Erzähler gibt als Überlebender Zeugnis von den Geschehnissen rund um Jakob, der den Eingeschlossenen neuen Lebensmut zu geben in der Lage war, der sie davor bewahrte, sich in Selbstmord und resignierende Verzweiflung zu stürzen, der ihrem Leben wieder einen Sinn gab, eine falsche Hoffnung zwar, die aber gleich einem Placebo ihre positive Wirkung nicht verfehlte. Das Buch Jurek Beckers, der selbst aus dem Warschauer Ghetto gekommen war, wurde übrigens auch sehr überzeugend von der DEFA verfilmt und gegenwärtig hat sich Robin Williams in der Neuverfilmung dieser Rolle angenommen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "Kartoffelpuffer mit Weisskaese und Zwiebeln", 25. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jakob der Lügner (Gebundene Ausgabe)
Die gesegnete Zeit, wo Jakob eine kleine Eisdiele besass und zur kalten Jahreszeit fuer seine Gaeste Puffer buk, und als im Ghetto noch Katzen und Baeume und Uhren erlaubt waren, ist endgueltig vorbei. Jurek Becker, der selbst einen Teil seiner Kindheit im Ghetto und im KZ verbrachte, berichtet anhand der Geschichte des Jakob Heym den Alltag im Ghetto. Er schafft es, eine scheinbare Normalitaet zu beschreiben, wo man trotzdem um die Absurditaet, um den Schrecken der Ghettos weiss. Doch das alles, die Demuetigungen durch die Deutschen, die fortwaehrende Evakuierung in die Ungewissheit, von der jeder weiss, ist es nicht, was Jakob so aengstigt. Ein Zufall hat ihn zum "Radiobesitzer" gemacht, zu einem Luegner seinesgleichen. Nun quaelt ihn die Art, wie sie ihn alle anschauen, wie sie ihn um Neuigkeiten anbetteln, wo doch das Erfinden von Wahrheiten ganz und gar nicht sein Metier ist. Doch bald sagt er sich, ein Luegner mit schlechtem Gewissen bleibt ewig ein elender Stuemper und erfindet Sclachten und Eroberungen der Russen, Riesenverluste der Deutschen ohne Vorsicht und Zurueckhaltung. Und seine trostreichen Luegen sind es, die alte, fast vergessene Schulden zu neuen Gespraechsstoffen machen, Heiratsplaene befluegeln und die Selbstmordziffer im Ghetto auf den Nullpunkt sinken lassen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5.0 von 5 Sternen Jakob der Notlügner
Der erste Roman Jurek Beckers erzählt die Geschichte des Juden Jakob Heyms, der gemeinsam mit anderen Juden in einem Ghetto nahe einer polnischen Stadt lebt. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Sagxulo veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Schönes Buch
Das Buch ist sehr schön gebunden und sogar noch in Folie verpackt.
Für Buchliebhaber zu empfehlen.
Vor 13 Monaten von E. Vogl veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen gute Hintergrundsinfos
sowohl der historische, als auch der persönliche Hintergrund des Autors wird gut beleuchtet und das Gesamtgeschehen auf dem Boden der DDR-Literatur eingeordnet. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Beate veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Beckers Lagerroman - ein unglaublich gutes Buch
Marcel Reich-Ranicki, wortgewaltiger Chefkritiker der deutschen Literatur, hat den 1969 erstmals erschienenen Lagerroman "Jakob der Lügner" 2001 im "Spiegel" in den Kanon... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Pimpek veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Unglaublich gefühlvoll und tiefsinnig
Als erstes, Beckers Roman ist mit Abstand eines der besten Bücher das ich je gelesen habe. Es ist spannend, gut lesbar udn verständlich aber hat trotzdem eine sehr tiefe... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. März 2008 von Tokee

5.0 von 5 Sternen zeitloses werk
es bedarf gewiss einer bestimmten reife, dieses werk zu lesen. ich wollte es vor jahren, bzw sollte es und wollte es nicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2008 von Moses

5.0 von 5 Sternen Bewegend und anrührend
So eine bewegende und anrührende Geschichte!
Hier ist jedes weitere Wort zuviel!
BITTE unbedingt selber lesen!
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3.0 von 5 Sternen Ghetto und Hoffnung - geht das?
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Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 von B. Kugler

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