Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
zwei kurze Romane, 7. Juni 2003
Das Buch enthält zwei Romane, die beide so kurz sind, daß es eigentlich eher Erzählungen sind. In »Wind« geht es um eine Gesellschaft, die so verdreht, skurril ja sogar schon paranoid ist, daß selbst beste, heilbringende Erfindungen einfach unter den Tisch gekehrt werden, weil es nicht »paßt«. Dumm dabei ist nur, daß wir heute gar nicht mehr soweit von dieser Gesellschaft entfernt sind, auch wenn diese in der Geschichte reichlich überspitzt ist. Dennoch ist diese denkbar. / In »Der zweite Versuch« ist eine Alternativwelt, die sich von unserer Gegenwart nicht so sehr unterscheidet. Die Mondlandung der Amerikaner war mißlungen und danach entwickelten sich eben Wirtschaft und Politik etwas anders, als wir es kennen. Die Machtverhältnisse veränderten sich, doch die Menschen und Strukturen blieben. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, daß das große Fazit wohl lautet: nichts dazu gelernt. Auch hier ist es eine bizarre, fast schon Albtraumwelt, die nicht gerade ermuntert, diese anzustreben. In kurzen Episoden wird auf das Ziel hingearbeitet, das genaugenommen nur ein Symbol und wohl vordergründig gar nicht so wichtig ist. In beiden Romanen fällt auf, daß die Charaktere eher kühl dargestellt werden. Nicht, daß die Personen kühl sind. Vielmehr fehlt dem Leser der letzte Tick, um in die Person hineinzukommen. Die Handlungen sind ansonsten flüssig und in ihrem Aufbau geradlinig. Allerdings ähneln sich beide Geschichten auch sehr. Beide strahlen eine bedrückende Düsternis aus.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
2 Kurzromane in einem Band..., 25. März 2005
...enthält diese Ausgabe. Der erste setzt sich mit einer ziemlich pikanten Frage auseinander: Was passiert, wenn alternative Formen der Energiegewinnung Mainstream werden? In Hammerschmitts Zukunftsvision sind Windräder etc. längst keine Ökodomäne mehr, sondern in den Händen knallharter Konzerne, die auch vor den miesesten Taktiken nicht zurückschrecken.Hammerschmitt orientiert sich hier in Stil und Szenerie unübersehbar an William Gibson (Virtuelle Realität spielt dennoch keine eigenständige Rolle), ohne jedoch zu kopieren, und er schlägt sich gut. Ein düsterer Near-Future-Roman, der auf seine Art originell und lesenswert ist. Das zweite in diesem Bändchen erhaltene Werk ist eine Alternativwelterzählung, die aus einzelnen, aneinandergereihten Szenen besteht. Der Ost-West-Konflikt wurde durch eine Art innerdeutschen Nord-Süd-Konflikt abgelöst. Alternativweltfans dürften von dieser Erzählung kaum begeistert sein, da es weder eine zusammenhängende Handlung noch Details zum fiktiven Geschichtsverlauf gibt. Hier war wohl hauptsächlich der New-Wave-Einfluss prägend. Auch ich kann mich dafür nicht recht erwärmen, deshalb gibt es für den Band insgesamt nur drei Punkte.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ausnahmewerk, 25. Februar 2001
Von Ein Kunde
Die deutschsprachige Science fiction hat in den letzten Jahren nicht viel Substanz hervorgebracht. Symptomatisch für diesen Zustand ist die Tatsache, daß in In- und Ausland eine lachhafte Heftchenreihe wie "Perry Rhodan" als das Kronjuwel der deutschen SF verhandelt wird, und der einzige objektive Grund dafür ist, daß es sie schon so lange gibt. Wer echte Science fiction lesen will, die aus den Möglichkeiten des Genres etwas macht, der sollte sich an Bücher wie "Wind" von Marcus Hammerschmitt halten. Als Referenzpunkte auf internationaler Ebene fallen mir "The Fifth Head of Cerberus" von Gene Wolfe und "Schafe blicken auf" von John Brunner ein, und das ist kein Zufall. Beides sind Bücher für SF-Leser, die denken können, und das gilt auch für "Wind" von Marcus Hammerschmitt. Daß bei ihm trotzdem die Action nicht zu kurz kommt, ist umso bemerkenswerter.
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