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Ulysses
 
 

Ulysses (Taschenbuch)

von James Joyce (Autor), Hans Wollschläger (Übersetzer)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Ulysses lesen ist wie Bungeejumping. Erst hat man Bedenken. Das Ganze scheint irgendwie zu hoch zu sein. Zu umständlich zu bewerkstelligen. Nix da!

Das Werk des genialen irischen Autors ist ein Abenteuer, in das sich jeder stürzen sollte. Der Roman spielt am 16. Juni 1904. Der Protagonist, Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom, geht -- wie sein Vorgänger Odysseus -- auf die Reise. Allerdings dauert seine nur einen Tag und führt ihn nicht in die weite Welt, sondern in die Abenteuer des Dubliner Alltags. Hier trifft er die unterschiedlichsten Typen u.a. Daedalus, den jungen Lehrer und Schriftsteller, mit dem er am Abend in der Küche philosophiert, unter der Leine mit Mollys Schlüpfern. Molly ist Blooms nicht immer ganz treue Ehefrau. Sie kommt im Schlußkapitel zu Wort. Hier läßt Joyce sie ohne Punkt und Komma auf dem Strom ihres Bewußtseins dahingleiten und setzt damit in der Erzähltradition des 20. Jahrhunderts völlig neue Maßstäbe.

Achtzehn Episoden lang begleitet Joyce seine Hauptfigur. Stets durchziehen das genial konstruierte Werk offene bzw. verdeckte Anspielungen auf sein antikes Vorbild. Blooms Tag ist voller humorvoller, trauriger und lustvoller Alltagsbegebenheiten. Er zieht durch Zeitungsredaktionen, geht auf eine Beerdigung, kauft Zitronenseife, besucht eine Bekannte, die gerade ein Kind zur Welt bringt, gibt sich heimlichen Sinnesfreuden am Strand hin... Alles wird haargenau erzählt und macht Leopold Bloom zu einem der am detailliertesten beschriebenen Charaktere der Weltliteratur.

Joyce besitzt ein geniales Gespür für Sprache. Jedes Kapitel hat seine eigene sprachliche Besonderheit, jede Situation ihren eigenen Gestus. Die Komplexität und Beziehungsfülle im Ulysses ist -- auch Ende des 20. Jahrhunderts -- immer noch einmalig. Gönnen Sie sich diese großartige Dichtung! Augen auf und los!--Anne Hauschild

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Ulysses
OT UlyssesOA 1922 (1918 Vorabdruck in The Little Review)DE 1927 Form Roman Epoche Moderne
Der Roman Ulysses zählt aufgrund seiner neuartigen Erzähltechnik, seines vielschichtigen Aufbaus und seiner exemplarischen Zeitbehandlung zu den bedeutenden Werken der Literatur des 20. Jahrhunderts. Ulysses ist das moderne Gegenstück zu Homers Odyssee, ein parodistisch gesehener Katalog R homerischer Figuren, bei denen das Heroische kleinbürgerlich wird. Der Roman handelt u. a. von Irland, von der Bibel, vom Mittelalter, von der Auseinandersetzung mit den Weltreligionen und von der Geschichte der englischen Sprache.
Entstehung: Joyce plante Ulysses ursprünglich als weitere »short story« der Sammlung Dubliner, doch zwischen 1914 und 1921 wuchs die Geschichte auf 800 Seiten, welche 1918 in The Little Review erschien.
Inhalt: Die Handlung begleitet die Figur des Dubliner Juden Leopold Bloom – ein moderner Ahasverus und Odysseus – einen Tag lang, von acht Uhr morgens bis weit nach Mitternacht, auf seiner Wanderung durch Dublin.
Aufbau: Die 18 Stunden des 16. Juni 1904, dem Tag der Handlung, sind in 18 Kapitel untergliedert, denen Joyce ursprünglich die homerischen Überschriften der Odyssee zugeordnet hatte. Obwohl er diese kurz vor dem Druck herausnehmen ließ, ordneten Kritiker den Episoden ihre mythischen Vorbilder wieder zu.
Jedes der 18 Kapitel ist in einem charakteristischen, die Künstlichkeit der literarischen Vermittlung betonenden Stil verfasst, so dass Formen wie Essay, Drama, Reportage, Farce, Elegie, Gerichtsrede und andere zu einem Ganzen vermischt werden: Das siebte Kapitel ist ein Beispiel journalistischer Schreibweise, in dem die für diese typische Rhetorik zum Einsatz kommt; das Sirenen-Kapitel gleicht einer kanonischen Fuge; im 14. Kapitel wird das Wachstum des Kindes im Leib der Mutter am Beispiel der englischen Sprachentwicklung vom Altsächsischen bis zur Variante des amerikanischen Englisch versinnbildlicht. Die Penelope-Episode, das letzte Kapitel, mit dem berühmten inneren Monolog der Molly Bloom, fügt 40 000 Wörter zu einem einzigen Satz zusammen. Der Rest ist eine schier unüberschaubare Fülle von Bewusstseinsinhalten, Assoziationen, Anspielungen, intertextuellen Bezügen und »Sprachfeldern«, deren Erschließung durch den Leser mühevoll, aber durchaus lohnenswert ist.
Zeit: Der Ulysses steht exemplarisch für die Zeitbehandlung im modernen Roman. Das Ineinanderfließen von Zeit wird bei Joyce auf zwei Ebenen dargestellt: im Spannungsverhältnis zwischen der objektiv messbaren und der subjektiv erlebten Zeit sowie als Zeit des Textverlaufs. Ulysses bricht damit mit der Illusion von kohärent darstellbarer Zeit im realistischen Roman. Die Zeit wird im inneren Monolog »individualisiert« und zum wichtigsten Strukturelement des Werks. Den Leser stellt dies vor die Aufgabe, die Geschehnisse, Figuren und ihre Motivation ohne die erläuternden und ordnenden Kommentare durch einen Erzähler in einen sinnvollen Zusammenhang stellen zu müssen.
Wirkung: Kein anderes Buch hat so viel Aufsehen erregt wie Ulysses, dem bereits vor seiner Veröffentlichung Skandale und Gerichtsverhandlungen vorausgingen. Bereits vor der Publikation des Werks im Jahr 1922 durch Sylvia Beach vom Verlag Shakespeare & Co. wurde es als »obszön«, »anstößig« und »widerlich« bewertet. Der äußerst präzise Text brachte Joyce häufig den Vorwurf pornografischer Abbildung ein. Es gab auch positive Kritiken, so äußerte der Schriftsteller Arnold Bennett (1867–1931) nach der Lektüre: »Ich habe nichts gelesen, das es übertrifft, und bezweifle, je etwas gelesen zu haben, das ihm gleichkäme.« Der 16. Juni 1904 ist als »Bloomsday« in die Literaturgeschichte eingegangen und wird jährlich von Joyce-Anhängern nicht nur in Dublin zelebriert. E. D.

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67 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meisterstück eines Autors und Gesellenstück für Leser, 30. Mai 2006
Von Thomas Leibfried (Ludwigshafen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Im zweiten Anlauf habe ich geschafft, was ich zeitweise als nahezu unmöglich empfunden habe: James Joyces 'Ulysses' Seite für Seite und Wort für Wort zu lesen. Drei Dinge haben mir dabei geholfen: Ehrgeiz, ein anstehender Irland- und damit Dublin-Besuch und Wikipedia.

Anlässlich meines ersten Irland-Urlaubes im nächsten Monat habe ich mir vor einiger Zeit vorgenommen, das von mir schon einmal begonnene und nicht zuende gelesene Hauptwerk von Joyce noch einmal anzugehen. Die ersten dreihundert Seiten, an die ich mich schwach erinnerte, fielen nicht schwer. An dem Punkt jedoch angelangt, an dem ich Neuland betrat, begannen die Schwierigkeiten, die ich noch gut im Gedächtnis hatte, von Neuem. Allerdings erkannte ich dieses Mal, dass Struktur und Form des Romans einer Logik folgen, die mit der antiken Vorlage Homers enger zusammenhängen mussten als ich dachte. Ich ließ mich von Sprache und Rhythmus des Buches ein Stück weit mitnehmen, bis die Probleme beim Lesen überhand nahmen. Dann unternahm ich das Naheliegende und las bei Wikipedia den entsprechenden und umfangreichen Artikel über das Werk. Und dort bestätigten sich meine Vermutungen, dass der Aufbau äußerst eng der Odyssee folgte. Jedes Kapitel orientiert sich an einem Kapitel von Homers Werk, das ich nicht gelesen habe. Figuren in Joyces Roman haben ihre Entsprechungen bei Homer. Unterstützt durch die interessanten Zusatzinformationen las ich weiter und das mit abnehmenden Anstrengungen.

Anfänglich konnte ich mich Überlegungen anderer Leser nicht entziehen, die Joyce einen großen literarischen Schelmenstreich unterstellen. Nun weiß ich endlich, dass Joyce eines der ganz ungeheuerlichen Werke der Literaturgeschichte geschrieben, konstruiert, entworfen hat.

An dieser Stelle will ich niemandem dieses Buch wirklich empfehlen. Man muss bereit sein, sich daran zu wagen. Und man muss Mut haben, sich dem Sog der Sprache hinzugeben, ohne ständig auf der Suche nach dem Sinn des Textes, nach der Logik des Inhaltes zu sein. Abschließend kann ich sagen, dass es ein großartiges Gefühl ist, nicht nur zu der wohl überschaubaren Zahl der Leser zu gehören, die sich durchgekämpft, ja an der ein oder anderen Passage auch durchgequält haben, sondern über große Strecken (aber nicht auf jeder Seite) auch den Sprachwitz, die Genialität, die Kreativität des Iren genossen zu haben.

PS: Die Übersetzung von Hans Wollschläger halte ich für hervorragend, auch wenn ich das englische Original noch nicht in Händen gehalten habe.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein tolles, schwieriges Buch. , 17. Juli 2007
Ja, es ist ein dickes Buch. Und schwierig ist es. Und man versteht sicherlich nicht alles.
Aber: es macht Spaß es zu lesen. Wenn man wirklich Freude an Sprache und dem hat, was man daraus machen kann, dann lohnt sich das Buch. Nirgends steht geschrieben, dass man ein Buch von vorn bis hinten durchlesen muss (womöglich in einem Zug - es müsste schon eine lange Fahrt sein ;-).
Ich lese hin und wieder ein Stückchen, um mich aufzumuntern, weil es einfach Spaß macht.
Man nehme einfach die Szene mit der Katze und mache sich ein eigenes Bild:

"Die sollen nun dumm sein. Dabei verstehn sie besser, was wir sagen, als wir sie verstehn. Die da versteht haarscharf alles, was sie verstehn will. Ist auch nachtragend. Möchte wohl wissen, wie ich so wirke auf sie. Hoch wie ein Turm? Nein, springt mir doch glatt auf die Schulter.
Angst vor den Hühnerchen hat sie, sagte er spottend. Angst vor den kleinen Putputputs. Wer hat schon mal so ein dummes Pussilein gesehen wie unser Pussilein hier!
Grausam auch. Ihre Natur. Komisch, die Mäuse quieken nie. Scheinens wohl gar zu mögen.
Mrkrgnau! machte die Katze laut.
Sie blinzelte empor aus ihren gierigen, beschämt sich schließenden Augen, maunzte klagend und lang, ihm die milchweißen Zähne zeigend."

Oder dies:

"Auf dem Kackstuhl hockend, entfaltete er seine Zeitung und schlug auf den entblößten Knien die Seiten um. Irgendwas Neues und Leichtes. Keine große Eile. Ruhig noch ein bißchen zurückhalten. Unser Preisausschreiben, der Leckerbissen der Woche. Matchams Meisterstreich. Von Mr. Philipp Beaufoy, Playgoers' Club, London. Honorar in Höhe von einer Guinee pro Spalte wurde an den Verfasser überwiesen. Dreieinhalb. Drei Pfund drei. Drei Pfund dreizehn-sechs.
In Ruhe las er, seinen Drang noch unterdrückend, die erste Spalte und begann schon nachgebend, doch mit Widerstreben noch, die Zweite. Auf ihrer Mitte angelangt, gab er seinen letzten Widerstand auf und erlaubte seinen seinen Eingeweiden, sich zu erleichtern, ganz so gemächlich, wie er las, und immer noch geduldig lesend, die leichte Verstopfung von gestern ganz verschwunden. Hoffentlich ists nicht zu groß, geht sonst mit den Hämorrhoiden wieder los. Nein, gerade richtig. So. Ah! Bei Hartleibigkeit eine Tablette Cascara sagrada. Könnte alles im Leben so."

Wenn man dem Gedankenstrom des Erzählers mit dem richtigen! (er muss schon passen - das sei zugegeben, aber das ist doch immer so...) Humor folgt, dann macht die Lektüre viel Spaß, auch wenn man sie in viele kleine Portionen aufteilt.
Ich kann das "Ulysses" nur empfehlen, evtl. kann man sich ja einen Kommentar zulegen, das ist ja auch bei anderen anspruchsvollen Werken (von Homer, Goethe oder Schiller etwa) durchaus anzuraten.
"Ulysses" mit anderen Büchern zu vergleichen oder sogar Rangordnungen aufstellen zu wollen (ist besser/schlechter als "Faust" etc.), halte ich nicht für sinnvoll (aber jeder nach seiner Fasson). Es ist ein Buch, für das man Zeit braucht, man versteht es nicht, wenn man es nur einmal liest. Wem also diese (erhebliche) Anstrengung beim Lesen den Spaß verdirbt, der sollte sich das Buch lieber nicht kaufen, den anderen wünsche ich hiermit denselben!
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49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, einmalig, in seiner Form unerreicht, 1. August 2006
Von deathdealer92618 (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Der Ulysses von James Joyce ist wohl einer DER Klassiker der Weltliteratur. Wobei die Handlung hier nicht mal etwas Einmaliges zu bieten hat. Die ist nämlich in wenigen Sätzen erzählt: Es ist der 16. Juni 1904 in Dublin. Wir begleiten kurz den Hilfslehrer Stephen Dedalus, größtenteils aber den Annoncenakquisiteur Leopold Bloom durch einen seiner Tage. Ein ganz normaler Tag wie es scheint. Da wird sich morgens eine kleine Niere gebraten, dann erledigt man die Post, geht zu einer Beerdigung, betrinkt sich, geht ins Bordell u. a., bis er dann schliesslich nach seiner persönliche Odyssee nachts wieder bei seiner Frau ankommt. Was dieses Buch allerdings zu etwas ganz Besonderem macht ist die Art und Weise wie Joyce dem Leser hier diese fast schon banale Geschichte schmackhaft macht. Hier gleicht in seiner Form kein Kapitel dem anderen. Beispielsweise ist hier ein Kapitel in Form von Zeitungsannoncen geschrieben, d.h. es ist eigentlich ein Fließtext den man gut durchgängig lesen könnte. Joyce hat aber kleine Abschnitte daraus gemacht und diese mit Überschriften versehen. Ein anderes Kapitel soll anhand des Wachstums eines Kindes im Bauch der Mutter die Entwicklung der Sprache symbolisieren, soll heissen: Es beginnt in Altenglisch und endet im Dubliner Slang. Oder als 3 junge Mädchen den Mittelpunkt des Kapitels bilden ändert sich sofort die Sprache in die Art eines viktorianischen Trivialromans. Und natürlich nicht zu vergessen das letzte Kapitel: Mollys (Blooms Frau) innerer Monolog, der quasi nur aus einem langen Satz ohne Punkt und Komma besteht.
Sehr eindrucksvoll dies alles. Allerdigs macht es die Lektüre nicht wirklich einfach und ich muss zugeben, dass ich es durchaus verstehe, wenn der ein oder andere dieses grandiose Werk nicht zur Gänze gelesen hat, denn neben den eben erwähnten teils recht schwierig zu lesenden Kapiteln, arbeitet Joyce sehr gern mit dem so genannten "stream of consciousness". Es werden nicht nur die äußeren Geschehnisse beschrieben, sondern auch Gedankenfetzen der Figuren werden immer wieder ohne jegliche Ankündigug eingestreut. Manchmal durcheinander, manchmal überlagernd. Sätze werden desöfteren mittendrin unterbrochen. Oft wird man erst im Laufe einiger Sätze gewahr, was denn nun Realität und was Erdachtes ist. Zur Entspannung abends nach einem womöglich anstrengendem Tag taugt dieses Buch wirklich nicht und man sollte auch nicht aus purer Neugier heraus dazu greifen. Man muss sich wirklich damit intensiv beschäftigen, manche Kapitel sind fast schon anstrengend zu nennen (dies empfand ich z.B. bei dem oben genannten Kapitel in dem sich die Sprache verändert). Was aber meines Erachtens auch dazu führt, dass der Leser eben mittendrin ist, da er alles selbst "zurechtrücken muss". Er muss selbst eine Ordnung in die Dinge bekommen. Das ist fantastisch! Für alle die sich immernoch nicht so recht trauen sei gesagt, dass es einige Quellen in Buchform oder im Internet gibt die die Lektüre des Ulysses erleichtern. Ich kann dieses Meisterwerk jedem nur herzlich empfehlen. Hier wird einem gezeigt, wozu ein Autor fähig sein kann, wieviele Facetten die Sprache, die Literatur zu bieten hat. Es war teils recht anstregend, aber es hat sich gelohnt!
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