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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dos is jiddisch - Welch eine Schreibe !, 20. Juli 2004
Von Ein Kunde
Es handelt sich bei dem vorliegendem Roman um den Klassiker unter den modernen Romanen mit jüdischem Sujet. Warum beginnt der Rezensent derart euphorisch? Weil er einfach nicht anders kann!André Kaminski lieferte im Jahre 1988 einen Roman bei seinem Verleger ab, der es in sich hat. Hier geht es schnell, turbulent, kabarretistisch einwandfrei und lustig wie auch traurig zugleich zu. "Jüdisch eben", sagen die, die es glauben zu wissen. Und sie haben recht. Das, was dort zwischen München, dem polnischen Schtetl Stanislau und dem so herrlich beschriebenen Wien der Jahrhundertwende geschrieben wird ist derart rasant, daß es dem Leser die Sprache verschlägt. Der Rezensent muß gestehen, daß er das Buch in einem Durchgang gelesen hat, weil er nicht von der Geschichte loslassen konnte. Es brachte ihm einen Arbeitstag in seinem Leben ein, in dem er sich nach einem Bett sehnte, weil er erst um halb sieben in der Früh "Nächstes Jahr in Jerusalem" ausgelesen hatte - rechtzeitig zum Aufstehen. Was soll der geneigte Leser erfahren, um einen Geschmack auf das vorgestellte Buch zu bekommen? Wie soll beschrieben werden, was zwischen dem Münchener Hofphotographen Leo Rosenbach und der bildhübschen Gerberstochter Jana Wertheimer aus Stanislau geschehen ist und welche Rolle der vom Ich-Erzähler als Psychopath und prächtigster Lügner der K.u.K.-Monarchie in Wien beschriebene Onkel Henner - der eigentliche Protagonist des Buches - dabei gespielt hat? Wie sollen alle anderen Charaktere für den Leser kurz beschrieben werden und der Plot der Handlung dargestellt werden, der von einer großen Liebe zwischen der gescheiten Malwa und dem Weltrevolutionär Henryk alias Hershel handelt? Der Rezensent muß kapitulieren und kann nur eines tun, indem er sich direkt an den Leser wendet: Lieber Leser! Vergessen Sie alles, was Sie bislang gelesen haben. Kaufen Sie dieses Buch an einem Samstagnachmittag in Ihrer Lieblingsbuchhandlung und übergeben Sie dieses sofort nach dem Bezahlen an Ihren Partner. Dieser hat nun die Aufgabe, dieses Werk bis zum Sonntagmorgen vor Ihnen zu verbergen. Nach dem gemeinsamen Frühstück darf er oder sie es Ihnen aushändigen und sich dann bis zum Insbettgehen am Sonntagabend seinen oder ihren eigenen Interessen widmen. Sie nehmen das Buch und setzen sich an Ihren Lieblingsplatz (unter den Kirschbaum im Frühling - in den Biergarten um die Ecke im Sommer - unter den Kastanienbaum beim Kinderspielplatz im Herbst und an den Kachelofen im Winter - oder wo auch immer Sie es wollen) und haben sechs bis acht Stunden Leseerlebnis vor sich, in denen man Sie nicht stören sollte. Dann erfahren Sie mehr von einer Familiensaga der Extraklasse, die die hohe Kunst der Erzählung bestens beherrscht und die Tragikomödie neu erfindet - und dies alles im Umfeld des jüdischen Lebens des beginnenden 20. Jahrhunderts. Der Rezensent bleibt weiter sprachlos und entzückt über Kaminskis "Nächstes Jahr in Jerusalem" und rät Ihnen eines sehr eindringlich: "Bitte lesen !"
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine meschuggene Mischpoche!, 2. Dezember 2004
André Kaminski beschreibt in diesem Roman die Geschichte seiner Familie in der Zeit vor, während und nach dem 1. Weltkrieg. Leider alles Geschehnisse vor der Geburt des Autors...und da diejenigen, die ihm die Geschehnisse erzählt haben, sich in einem guten Licht präsentieren wollten, kann es sein, dass manches etwas übertrieben ist. Zum Glück! Denn ansonsten wäre "Nächstes Jahr in Jerusalem" sicher nicht so ein lesenswerter, urkomischer Roman gewesen. Er erzählt die Geschichte der Familie Rosenbach um den ehemaligen Bayerischen Hoffotografen Leo, der sein Lebtag versucht, auf einen grünen Zweig zu kommen, seiner Frau Jana, die ihn nicht ausstehen kann, seines Bruders Henner, ein durchgeknallter Erfinder und seiner Tochter Malwa, die ihren Vater mit ihrer vorwitzigen Art mehrmals in tiefe Probleme stürzt. Die zweite Familie ist die Familie Kaminski aus Warschau. Auch hier machen die elf Söhne ihrem wohlhabenden Vater Jankl mit ihren revolutionären Ideen nichts als Probleme. Das geht so weit, dass Jankl verleugnet, überhaupt Söhne zu haben. Als Herschel Kaminski als Untermieter ins Haus der Rosenbachs einzieht und sich in Malwa verliebt, schließt sich der Kreis. Doch der 1. Weltkrieg bringt wieder neue Unpässlichkeiten. Und auch Henner benimmt sich immer merkwürdiger. Die meisten jüdischen Familiengeschichten spielen in der NS-Zeit und sind daher unheimlich traurig. Man könnte also fast den Eindruck gewinnen, dass Gottes auserwähltes Volk eher trübsinniger Natur ist. Mit diesem Vorurteil räumt Kaminski's Roman gehörig auf. Obwohl die Protagonisten neben den normalen Problemchen des Familienlebens auch immer wieder mit Antisemitismus konfrontiert werden, bewahren sie sich ihr "sonniges" Gemüt. Die Lust am Leben regiert und wenn wieder mal einer aus der Mischpoche meint, sich meschugge aufführen zu müssen, wird mitunter auch deftigst geflucht. Zu religiös ist man ja auch nicht. "Nächstes Jahr in Jerusalem" kann ich nur wärmstens empfehlen. Man wird prächtig unterhalten und lernt dabei auch noch viel über die jüdische Lebensweise, die durchaus sehr fröhlich ist.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zum Lachen und Weinen, 10. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Die Geschichte der polnisch-jüdischen Familie von der Herkunft des Protagonisten bis hin zum "glücklichen" Ende liest sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Buch sprüht vor Witz in der Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel der Geschichte, der Verfolgung der Juden in Polen im Laufe der ersten Jahrzehnte diese Jahrhunderts. Zugleich weiß man um den bitteren Hintergrund, und das Lachen bleibt einem hin und wieder durchaus im Hals stecken. Und so unverfroren, wie der Autor mit Klischees und Vorurteilen gegenüber Juden umgeht, darf wirklich nur ein Jude selbst verfahren. Ein brilliantes Buch! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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