Kurzbeschreibung
Herr Anis wird zum Bürovorsteher zitiert. Die geforderte Aufstellung hat er zwar geschrieben. Nur war im Füller keine Tinte. Mit der Aufforderung, Haschischbude und Amt künftig besser zu unterscheiden, kommt er noch einmal glimpflich davon. Nach Feierabend begibt er sich in sein eigentliches Reich, das Hausboot, Refugium einer Gruppe von Freunden. Hier am Ufer des Nils bei Kairo raucht man Haschisch. Vergeblichkeit und Unglück der Außenwelt verflüchtigen sich. Bei einer Wasserpfeife, mit Hilfe scherzender Unterhaltung und sehnsüchtiger Träumerei wird man wieder Mensch. Dabei ist in puncto Abgeklärtheit und Rausch Anis, Zeremonienmeister der Gruppe, den Freunden stets einen Schritt voraus - "in den höheren Regionen".
Als eine junge Autorin auf Sujetsuche in ihre Welt eindringt und ganz ohne Ironie nach dem richtigen Leben und öffentlichem Engagement fragt, sieht sich die Runde auf eine erste Probe gestellt. Die zweite folgt mit einem Landausflug, der in eine nicht wegzuleugnende Katast rophe mündet.
Über den Autor
Nagib Mahfuz (andere Schreibweise: Nagib Machfus), geb. 1911, wuchs als Sohn eines Beamten in einem Kairoer Altstadtviertel auf. Nach der Schulzeit studierte er Philosophie und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Beamter im ägyptischen Bildungsministerium. Neben seinem Beruf verfasste er Kurzgeschichten und veröffentlichte 1939 seinen ersten Roman. Mitte der Vierziger Jahre wandte er sich in realistischen Romanen zeitgenössischen Themen zu. In seinen Werken tritt er für eine Trennung von Staat und Religion und für eine säkulare, demokratische und liberale Gesellschaftsordnung ein ein Grund dafür, dass ein religiöser Fanatiker 1994 ein Attentat auf Mahfuz verübte. Als bisher einzigem Araber wurde ihm 1988 der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006 im Alter von 94 Jahren.