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Milch Holz Katzen.
 
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Milch Holz Katzen. (Taschenbuch)

von Paul Brodowsky (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 68 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518122673
  • ISBN-13: 978-3518122679
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,9 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 269.166 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Der Hase und sein Igel Paul Brodowskys Mut zum Epigonalen «Milch Holz Katzen» heisst der bemerkenswerte Prosaerstling des jungen Kielers Paul Brodowsky. Milch, Holz, Katzen: eine Reihe jenseits von Zufall und Notwendigkeit, regiert allein von einer Willkür, die den Dichter verrät. Zu ihrer poetischen Arroganz gehört das unverhohlen Private, die Zurückweisung jeglicher Gefolgschaft. Hinter «Milch Holz Katzen» lässt sich nicht herlaufen wie hinter «liberté, égalité, fraternité». Brodowskys Reihe erinnert unmissverständlich an Ilse Aichingers «Kleist, Moos, Fasane». Und tatsächlich stellt er sein Début auch unter einen Satz Aichingers: «Hier liegen wir, wir Hasen. Unverlangt, aber doch.» Da beweist einer doch schon einmal guten literarischen Geschmack. Was er aber dann in seinen in drei Kapitel geordneten fünfundvierzig kurzen Prosatexten an Aichinger-Sätzen selber produziert, beweist mehr: Mut zum Epigonalen, man kann es nicht anders nennen. Da will einer partout an Aichinger (manchmal auch an Eichs «Maulwürfen» – so weit geht Brodowskys literarische Familiarität) gemessen werden. Also soll er es haben! «In meiner Wand gibt es jetzt ein Loch», beginnt der erste Text. «Aus Holz ist viel», hebt ein anderer an. Frühe Aichinger, späte Aichinger – Brodowsky versucht's bis in die Textarchitektur, bis in die Assoziationen, Fugen, Zäsuren, Atempausen und Atemlosigkeiten hinein. Aichingers existenzielle Paradoxien, ihr kichernder Witz, die «genauen Ahnungen», ihre souveräne Resignation und unermüdliche Müdigkeit, ihr Kampf auf verlorenem, aber vorgeschobenem Posten, ihr Trost, der einer ist, weil er keiner ist – alles klingt in Brodowskys Texten an. Und es ist nicht einmal schlecht gemacht, im Gegenteil. Selbstverständlich gelingt nicht alles und gerade das Wichtigste nicht – weil es nicht gelingen kann: Brodowsky ist nicht Aichinger. Da ist beispielsweise dieses «Jetzt nicht mehr» in vielen Texten, der Gestus des Abschieds und Verzichts. Bei Ilse Aichinger ist er Ausdruck einer in der Geschichte gehärteten, radikalen Auflehnung gegen jede Form von Macht. Beim 22-jährigen Brodowsky, dem (notwendigerweise) solche Erdung fehlt, bleibt von Aichingers Dissidenz dann fast nur die melancholische Komponente. Die Perspektive des Opfers, aus der heraus Aichingers Souveränität paradoxerweise entstanden ist, ist bei Brodowsky nur Kunsthandwerk, wenn er sie an einem Flaschenkorken, der gleich gezogen wird, exemplifiziert. Nicht zu wenig, sondern zu viel Gekonntheit ist das Problem solch kalkulierter Texte, die schon hinter sich gebracht zu haben scheinen, worauf sich diejenigen Aichingers immer noch zubewegen: Schwächen, Anfechtungen, Anfänge. So gilt es für Paul Brodowsky in seiner schriftstellerischen Zukunft mehr zu verlernen, als zu lernen. Dass dies das Schwierigste bleibt, wird man einem Leser von Ilse Aichingers «Spiegelgeschichte» und zumal diesem Leser nicht sagen müssen. Vorerst einmal aber ist es gewiss nichts Schlechtes, ein «unverlangter» Hase zu sein, wenn der Igel Ilse Aichinger heisst. Samuel Moser

Kurzbeschreibung

Paul Brodowskys Prosaminiaturen nehmen Alltägliches in Blick, aber auf eine Weise, dass dieses in ein merkwürdiges Licht gerät. Zunächst meint man, vertraute Situationen vorgeführt zu bekommen: Familiengeschichten, Landschaftliches, Erotisches, tastendes Sich-Vergewissern eines suchenden Ichs - aber dann bricht das Unerwartete herein; man kann es sehen, schmecken und riechen, und doch wirkt plötzlich alles geheimnisvoll, surreal. Das vermeintlich Reale schlägt um ins Absurde; die Ordnung der Dinge gerät durcheinander; ihre Selbstverständlichkeit wird lakonisch in Frage gestellt. Die präzisen Sprachbilder Paul Brodowskys fixieren diese Irritation auf eine wunderbar leichte, poetische Weise

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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zu Besuch im Hexenhaus, 4. November 2003
Paul Brodowskys Prosa-Texte sind ein Wald voller Märchen. Der Ich-Erzähler führt in eine scheinbar alltägliche Situation ein „In meiner Wand gibt es jetzt ein Loch", „Wieder sind Wespen in meinem Bad". Dann aber verändert sich die Geschichte schlagartig, etwas stimmt ganz und gar nicht mehr, kauzige, surreale Figuren treten auf, Begegnungen der dritten Art. „Sie lag im Bett, ein Salamander rutschte ihr vom Schlüsselbein, „Sie wartete hinter dem Kaktuswald mit einer Zange...". Oder aber der Erzähler verhält sich in unseren Augen seltsam,paradox, stellt es aber so dar, als ob es ganz normal sei: „...ich schließe die Tür nur noch selten, die Farbe könnte bröckeln. Aus demselben Grund ziehe ich meine Besen durchs Fenster hoch, an langen Fäden..." Diese Ungereimtheiten faszinieren uns, wir möchten wissen, wie es weitergeht und verlassen die Lichtungen, um uns tiefer in den Wald zu begeben.

Schnell haben wir uns in Brodowskys Märchenwelt eingelebt, uns an Begegnungen mit Hexen und magischen Geschöpfen gewöhnt, auch an die mit Bannsprüchen versehenen Gegenstände: Koffer und Hefe, Stiefel und Muschelketten. Stückweit ist es unsere Welt, mit bekannten Märchen: der Hase und der Igel, die Prinzessin auf der Erbse, die nicht zur Ruhe kommt.
Situationen verschärfen sich, bis sie unerträglich werden. Irgend etwas stört, zwickt, knirscht, pocht, rieselt. Der eigene Körper verändert sich, die Haut wird weich, die Arme kürzer, „am Kamm kleben nur weißlich Schuppen". Das sind eigenartige, mörteldurchsetzte Verwandlungen.
Da muss das Haus repariert werden, die Stege geflickt, Türen gestrichen, Spiegel abgehängt, Gas tritt aus, Wespen im Bad, der Putz bröckelt und die Zitronenstelzen werden Opfer einer Katzenplage. Die tägliche Arbeit ist das Sich-um-sich-selbst-Kümmern. Für anderes bleibt keine Zeit.
Wir lernen mit einer ständigen Gefahr umzugehen, die wie ein Nebel über allem liegt, die die Sinne schärft und aus der Natur zu uns gelangt, oder die Gestalt eines kichernden Kräuterweibleins annimmt.
Man sieht plötzlich mit einem anderen Blick auf die Geschichten, sucht Ungewöhnliches im Normalen, schärft auch die eigenen Sinne - der Leser arbeitet mit, spielt ebenfalls Entdecker - , so dass alle Handlungen den extremen Charakter des Bungee-Jumping gewinnen.

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das blaue Wunder, 28. März 2002
Von Ein Kunde
Dieses Buch beinhaltet sehr viele Kuzrprosatexte, welche zunächst erst einmal mit einer Leichtigkeit von Sprache im alltäglichen Leben beginnen und dann, man bemerkt es kaum, ins Phantastische, Skurile übergehen. Nach dem Lesen eines Textes ist der erste Gedanke: " Moment mal...?" - man bekommt die Wendung ins Absurde gar nicht mit, so fließend ist der Übergang und so geschickt schafft P.Brodowsky die Drehung der Handlung.
Mich hat das Buch auch sehr an Felicitas Hoppes " Picknick der Friseure" erinnert!
Gerade richtig zum Frühling - leicht, humorvoll, aber auch ernst - zum "unterm Kirschbaum lesen"!
Sehr empfehlenswert!
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