Kurzbeschreibung
»Unsere Bestimmung hat aus uns Schriftstellern«, so Mario Vargas Llosa, »die von Berufs wegen Unzufriedenen, die bewußten oder unbewußten Störenfriede der Gesellschaft, die Rebellen für eine Sache, die unerlösten Aufständischen der Welt, die unerträglichen Advocati Diaboli gemacht. Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist, ich weiß nur, daß es so ist ... Unsere Gesellschaften müssen auf der Hut sein: ob abgelehnt oder akzeptiert, verfolgt oder geehrt, der Schriftsteller, der diesen Namen verdient, wird nicht aufhören, den Menschen das nicht immer angenehme Schauspiel ihrer Misere oder ihrer Qualen vor Augen zu führen.« Im Mittelpunkt dieses Theaterstücks von Mario Vargas Llosa steht die Wirtin La Chunga, die im Norden Perus eine kleine Bar für arme Leute und zwielichtige Figuren betreibt. Ihre eigenartigen Gäste versuchen, ihr ein Geheimnis zu entlocken - aber es gelingt ihnen nicht. Und so erfinden sie sich kraft ihrer Phantasie das, was sie für das Geheimnis der Chunga halten - und damit, vielleicht, die furchtbare Wahrheit. »Das Stück zeigt«, sagt der Autor, »daß das faktische Leben keineswegs die Wunschvorstellungen regiert und unterjocht, sondern daß, ganz im Gegenteil, selbst der schlichteste Mensch - dank seiner Einbildungskraft und seiner Wünsche - für kurze Augenblicke die Gitterstäbe des Gefängnisses zerbrechen kann, in dem sein Körper gefangen ist.«
Autorenporträt
Mario Vargas Llosa, 1936 in Arequipa/Peru geboren, lebt heute überwiegend in London. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1996.