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5.0 von 5 Sternen
Der Mann, der Görings Stimme war, 17. Oktober 2003
Als Soldat der amerikanischen Befreiungsarmee steht Richard M. Sonnenfeld vor den gerade erst geöffneten Toren des Konzentrationslagers Dachau.Ihn schockieren nicht so sehr die Leichenberge, vielmehr schockieren ihn die Überlebenden, die Gefangenen in den gestreiften Anzügen,:"denen das Entsetzen noch im Gesicht geschrieben steht". Und in diesem Moment sieht er auf sein eigenes, noch junges Leben: "Ohne den Einfallsreichtum meiner Mutter und die Großzügigkeit einer englischen Schulleiterin, wäre ich jetzt mit Sicherheit tot oder auch eines dieser menschlichen Wracks."Wirklich, es hätte auch ganz anders kommen können,denn Sonnenfeld ist in Deutschland geboren, 1923 in Gardelegen als Sohn einer jüdischen Arztfamilie.Das Leben hat es gut mit ihm gemeint.Das Schicksal hat ihn gestreichelt, mal gekitzelt,ja, aber nie einen Schlag versetzt.Trotzdem ist es ein sehr bewegtes, sehr aufregendes Leben, velleicht aber gerade darum. Vielleicht aber auch, weil er nie aus Gefälligkeit anderen gegenüber handelt, sondern weil er gradlinig seinen Weg verfolgt, weil er nie hadert, weil er beharrlich seinen eigenen Möglichkeiten und nicht den Unmöglichkeiten folgt: Es scheint die Formel für Glück zu sein... Auf wunderbare Weise kann Sonnenfeld den Nazis nach England entkommen. Über den Umweg Australien und Indien landet er schließlich im ersehnten Amerika,aber immer glaubt er,Hitlers Schergen im Nacken zu spüren, bis er den gnadenlosen Verfolgern endlich in die Augen sehen kann. Inzwischen ist er nämlich zum "Private Sonnenfeld" avanciert und in dieser Position wird er zum Chefdolmetscher der amerikanischen Staatsanwaltschaft bei den Nürnbergern Prozessen. Er übersetzt vor allem Göring, Hitlers Stellvertreter, für die Amerikaner und das ist zweifellos ein makaberer Höhepnkt in diesem Buch. Ich danke Herrn Sonnenfeld, besonders aber seinen Freunden, dass sie ihn quasi "gezwungen" haben, sein Leben aufzuschreiben, denn der Autor gibt mit seinen Einsichten und Ansichten so manchem Politiker und Manager eine Steilvorlage. Den Jugendlichen aber, die ihren Weg noch finden wollen, dürfte dieses Buch ein wertvoller Begleiter sein!
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