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Schatten über dem Kongo
 
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Schatten über dem Kongo (Taschenbuch)

von Adam Hochschild (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499613123
  • ISBN-13: 978-3499613128
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Schatten über dem Kongo erzählt die Geschichte eines vergessenen Völkermords. 1885 setzte die Kongo-Konferenz in Berlin den belgischen König Leopold II. als Herrscher des Kongo-Staates ein. Während der Monarch der Welt den selbstlosen Philanthropen vorgaukelte, verwandelte sich der Kongo in ein riesiges Arbeitslager. Leopolds Gier nach Kautschuk und Elfenbein blutete das Land aus. Als man ihm 1908 den Kongo wieder wegnahm, hatte der belgische König 1,1 Milliarden Dollar Gewinn aus seiner Kolonie gezogen. Schätzungsweise 10 Millionen Menschen mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen.

Dass Leopold II. seine "private" Kolonie wieder verlor, ist letztlich dem Engagement eines einzigen Mannes zu verdanken: Edmund Morel, ein Kontorist bei einer Liverpooler Schifffahrtslinie, erkannte 1897 das ganze Ausmaß des Terrors im Kongo, und machte den Kampf gegen das Grauen zu seinem persönlichen Kreuzzug. Es war der Beginn der ersten großen internationalen Menschenrechtsbewegung, die das 20. Jahrhundert kannte, der Congo Reform Association.

Adam Hochschilds herausragendes Buch Schatten über dem Kongo handelt von dieser Bewegung, von den grausamen Verbrechen, gegen die sie sich richtete, und von der langen Zeit der Forschungsreisen und Eroberungen, die der Kolonisierung des Kongos vorausging. Es handelt aber auch von dem Vergessen, dem die Welt einen der großen Massenmorde der jüngeren Geschichte überantwortet hat.

Geschickt konzentriert Hochschild seine fesselnde Erzählung auf ein paar faszinierende Persönlichleiten: König Leopold II. und den Abenteurer Henry Morton Stanley, der in seinem Auftrag den Kongo eroberte; Hauptmann Léon Rom, ein skrupelloser Helfershelfer, der die Kolonie mit unmenschlichen Methoden ausbeutete, und natürlich Edmund Morel, dessen leidenschaftliches Engagement Leopolds Terrorherrschaft schließlich ein Ende setzte. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Ein Panorama von Gier und Gewalt

Die belgische Herrschaft im Kongo

Jedes Frühjahr, wenn die riesigen Gewächshäuser der königlichen Residenz Schloss Laeken in Brüssel für das Publikum geöffnet werden, strömen Tausende von Besuchern an der mit Kamelien und Azaleen geschmückten Büste Leopolds II. (1865–1905) vorbei. Er war es, der die königlichen Schlösser prunkvoll ausstatten und umbauen liess, der die Gewächshäuser und den fünfstöckigen Japanischen Turm, den monumentalen Triumphbogen im Parc du Cinquantenaire und den Königlichen Museumspalast für Zentralafrika erbauen liess. Doch nirgendwo findet sich ein Hinweis darauf, woher die Milliarden kamen, welche die Errichtung dieser und anderer Prachtbauten möglich machten.

Eine Antwort, die ein Panorama von Gier und Gewalt, von raffinierter Täuschung der Öffentlichkeit und grenzenlos scheinender Bestechlichkeit, aber auch von geradezu heroischem Engagement für Menschenrechte aufrollt, gibt das Buch des amerikanischen Journalisten Adam Hochschild. Es besticht aus mehreren Gründen. Hochschild lässt, soweit er sie auffinden konnte, die in den offiziellen Darstellungen übergangenen Stimmen der Opfer der Eroberung und Ausbeutung des zentralafrikanischen Staates vernehmlich werden, die durch Zufall in irgendwelchen Archiven erhalten, aber bisher unbeachtet geblieben waren. Ferner skizziert er auf prägnante Weise die Lebensläufe der Hauptakteure bei der «zivilisatorischen» Erschliessung des Kongo, um herauszufinden, wie es zu einem Genozid an Millionen von Afrikanern, zu Menschenhandel und Versklavung und in ihrer Perversität kaum vorstellbaren Strafaktionen kommen konnte. Gebührendes Gewicht aber erhalten auch die mutigen Aktionen jener, die sich oft als Einzelne den Machenschaften menschenverachtender Profiteure entgegenstellten und dabei in erstaunlichem Masse erfolgreich waren.

Betrogene

Als der portugiesische Kapitän Diogo Cão 1482 auf der Suche nach Gold die Westküste Afrikas entlangsegelte, «entdeckte» er als erster Europäer die riesige Mündung des Kongo. Ein wenig flussaufwärts lebte die Bevölkerung in einem hochentwickelten Staatswesen, an dessen Spitze der Mani-Kongo (Herr des Kongo) Nzinga Mbemba stand. Die Schwarzen begegneten den Weissen gastfreundlich und arglos. Nach kurzer Zeit begann ein reger Briefwechsel zwischen dem portugiesischen König Manuel und dem kongolesischen Herrscher, einem weltoffenen, wissbegierigen Mann, der rasch die portugiesische Sprache erlernt hatte. Doch er musste schon bald erkennen, dass es sich nicht um eine faire Beziehung handelte. Die Schwarzen erfüllten die Forderungen der Portugiesen nach der Lieferung von Elfenbein und Sklaven. Sie selber bekamen aber nicht die erbetenen Lehrer, Ärzte, Bootsbauer, Medikamente, sondern lediglich Stoffe und veraltete Waffen. Wachsende Bitterkeit schlug in Verzweiflung um, als zehn Neffen des Mani-Kongo, die er zum Studium nach Portugal geschickt hatte, dort als Sklaven verkauft wurden.

1665 kam es zu einer Schlacht, in der die Portugiesen siegten und nach der der letzte Mani-Kongo enthauptet wurde. Ein Menschenhandel von unvorstellbaren Ausmassen setzte ein, an dem sich Portugiesen, Franzosen, Holländer, Briten und Belgier beteiligten. Millionen von Afrikanern wurden nach Brasilien, Mittel- und Südamerika verschleppt. Mit der Abschaffung des Sklavenhandels 1838 war die Ausbeutung Schwarzafrikas keineswegs beendet. Unter dem philanthropischen Deckmantel, Schwarzafrika die Zivilisation zu bringen, wurde das Land weiter geplündert.

Der belgische König Leopold II., der den Ehrgeiz hatte, über ein eigenes Kolonialreich zu herrschen, gründete die «Internationale Afrikanische Gesellschaft» (deren einziger Gesellschafter er war), um den Kongo «unter Schutz zu stellen». Es gelte, den «arabischen» Sklavenhandel zu unterbinden, die Wissenschaft zu fördern und «die Wilden» zu kultivieren. Zu seinem Instrument und Mittäter wurde ein berühmter Forschungsreisender: Henry Morton Stanley, der den verschollen geglaubten Missionar und Arzt David Livingstone im Herzen Afrikas aufgespürt hatte. Nun zog er im Auftrag Leopolds den Kongo hinauf, um den Flussverlauf zwecks späterer Erschliessung kartographisch zu erfassen. Ein Zug von 400 Afrikanern begleitete ihn, die Unmengen an Waffen und Ausrüstung zu schleppen hatten. Jedes Anzeichen von Feindseligkeit seitens der Bevölkerung wurde sofort hart geahndet. Hunderte von Leichen säumten Stanleys Weg, Dutzende von Städten und Dörfern wurden zerstört, Handelsstationen errichtet, in denen man Elfenbein hortete, und die Niederlassung oberhalb der grossen Katarakte (Stanley Falls) wurde in Léopoldville umbenannt.

1884 kehrte Stanley mit einem Bündel von Verträgen nach Brüssel zurück, in denen die Häuptlinge ihr Land angeblich Leopold II. übertragen hatten. Dabei war für Afrikaner, die nur gemeinschaftlich genutztes Land kannten, privates Eigentum an Grund und Boden unvorstellbar. Durch Bestechung und Intrigen brachte der König zahlreiche europäische und amerikanische Zeitungen dazu, Lobeshymnen auf sein humanitäres Engagement zu publizieren. Durch falsche Versprechungen, etwa die Zusage, er werde den Kongo zur Freihandelszone erklären, durch listiges Taktieren und Ausspielen der Grossmächte gegeneinander erreichte er es, dass am Ende der Berliner Konferenz vom Februar 1885 – an der weder ein Afrikaner teilnahm noch jemand, der Afrika bereist hatte – ein Abkommen unterzeichnet wurde, das ihm den Kongo als Privateigentum zusprach.

Doch es gab seit den 1890er Jahren mutige Kritiker. Deren Aktivitäten schildert Hochschild realistisch und emphatisch. Der Afroamerikaner George Washington Williams etwa, Historiker und Journalist, fuhr nach Afrika, um zu prüfen, ob die in den USA diskriminierten Schwarzen im Land ihrer Herkunft nicht bessere Lebensbedingungen vorfinden würden. Er umschiffte 1890/91 den Kontinent und bereiste sechs Monate lang den Kongo. Was er sah und hörte, ernüchterte und entsetzte ihn. In einem «Offenen Brief an den König», nämlich Leopold II., versammelte er alle wichtigen Anklagepunkte. In einem Bericht an den Präsidenten der USA forderte er ein Herrschaftssystem, «das afrikanisch und nicht europäisch, gerecht und nicht grausam» wäre. Er klagte Leopolds Kongo-Staat der «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» an. Verärgert liess Leopold Artikel abdrucken, in denen Williams als «geistesgestörter Neger» abgetan wurde. Williams starb wenig später mit nur 41 Jahren.

Ein anderer Kritiker jedoch machte Leopold bis an dessen Lebensende zu schaffen. Edmund Dene Morel, verantwortlich für das Ent- und Beladen von Schiffen der Kongo-Route in Antwerpen, wunderte sich, dass die eintreffenden Schiffe voll mit Elfenbein und Kautschuk waren, im Gegenzug jedoch nur Waffen, Munition und Armeeoffiziere verschifft wurden. Er begriff, dass es keinen Warentausch gab, dass die einlaufenden Schätze nur aus Sklavenarbeit stammen konnten. Nach gründlichen Recherchen kam er zu dem Schluss, «auf eine Geheimgesellschaft von Mördern mit einem König als Oberhalunken gestossen» zu sein. Er gründete eine Zeitung, in der er seine Recherchen veröffentlichte. Er schrieb mit kontrollierter Empörung und akribischer Exaktheit, entlarvte die Bestechungsmanöver des Königs gegenüber Verlegern und Journalisten im In- und Ausland. Er verbündete sich mit Roger Casement, der den Kongo als britischer Botschafter bereiste und einer der schärfsten Kritiker Leopolds und seiner Vasallen wurde, und gründete die «Congo Reform Association», die erste grosse internationale Menschenrechtsbewegung des 20. Jahrhunderts.

Herz der Finsternis

Kurz vor Leopolds Tod ging der Kongo in belgischen Besitz über. Als das Land nach blutig niedergeschlagenen Massendemonstrationen 1960 unabhängig wurde, meinte der belgische König Baudouin: «Jetzt liegt es bei Ihnen, meine Herren, sich unseres Vertrauens als würdig zu erweisen.» Weil er sowohl für politische wie ökonomische Unabhängigkeit eintrat, erwies sich der neue Premierminister Patrice Lumumba in den Augen Belgiens, Grossbritanniens und der USA, die in den Kongo investiert hatten, als des Vertrauens «unwürdig». Er wurde ermordet. Joseph Désiré Mobutu hingegen, massgeblich an Lumumbas Ermordung beteiligt, wurde mit westlicher Hilfe zum neuen unumschränkten Diktator, der, wie einst Leopold II., bald zu den reichsten Männern der Welt gehörte. – «Ganz Europa», so Charles Marlow in Joseph Conrads berühmtem, im Kongo spielendem Roman «Herz der Finsternis» über den machtgierigen Elfenbeinlieferanten Kurtz, für den es viele reale Vorbilder gab, «ganz Europa war am Zustandekommen des Herrn Kurtz beteiligt gewesen.» Wie es zu einem der grössten Menschheitsverbrechen kam und welchen Anteil die westliche Welt an dem Zerstörungswerk Leopolds II. und seiner Vasallen im Kongo hatte, schildert Hochschild so spannend und engagiert, so detailliert wie keiner vor ihm.

Renate Wiggershaus -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter Einstieg in die Geschichte des Kolonialismus, 14. Februar 2006
Von Ein Kunde
Dieses Buch öffnet einem wirklich die Augen! Die umfassenden Schilderungen der Gräuel, die Leopolds Schergen im Kongo angerichtet haben, illustrieren eindrucksvoll, wie rassistisch geprägt und unvollständig unser Geschichtsbild ist.
Der Autor zieht immer wieder Parallelen zu den Verbrechen des Holocaust und wahlscheinlich ist das für uns auch die einzige Möglichkeit die menschliche Dimension dieser Verbrechen überhaupt begreifen zu können. Die Untaten der Belgier werden auch in Bezug zur Gegenwart gestellt. Wer heute durch Brüssel reist wird nicht selten mit dem Namen Leopold konfrontiert. Aber nirgends gibt es Hinweise auf die unfassbaren Grausamkeiten, die auf seinen Befehl und in seinem Namen im Kongo verübt wurden.
Wenn man dem Autor einen Vorwurf machen kann, dann ist es jener, dass er doch recht deutlich zwischen dem belgischen und französichen Kolonialregime ("die Bösen") auf der einen Seite und dem englischen ("die Guten") auf der anderen Seite unterscheidet und damit den gleiche Fehler, wie sein Protagonist, Morel, begeht. Daher nur 4 Sterne.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Verbrechen an der Menschheit wird aufgedeckt, 12. Oktober 2002
Von Ewald Judt (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Schatten über dem Kongo" (rororo 61312 - "King Leopold's Ghost. A Story of Greed, Terror and Heroism in Colonial Africa.", 1998) ist ein Sachbuch, vom Qualitätsstandard her ein wissenschaftliches Buch, das sich jedoch wie ein ungemein spannender Roman liest. Der Autor Adam Hochschild lehrt an der Graduate School of Journalism der University of California in Berkeley und ist durch eine Aneinanderreihung von Zufällen immer tiefer in die Materie eines Völkersmords im dunklen Herzen Afrikas eingedrungen. Dabei arbeitete er sich durch eine - erstaunlicherweise immer noch vorhandene - riesige Menge an Materialien wie Erinnerungen von Forschern, Kapitänen und Militärs, Unterlagen aus Missionsstationen und Schilderungen von - meist reichen - Reisenden. Heraus kam ein Buch, das die Geschichte des Kongo dokumentiert. Einleitend wird die Zeit von der Entdeckung durch die Europäer bis zur Übetragung des Kongo an den belgischen König Leopold II als dessen Privateigentum 1885 dargestellt. Danach folgt als ein Schwerpunkt die dann eingeleitete hemmungslose Ausbeutung des Kongo und die damit verbundenen Gräueltaten, die Millionen Eingeborenen das Leben kosteten. Das Geschilderte rechtfertigt den Buchuntertitel "Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens". Romanhaft ist übrigens dieses Bild der Auswirkungen der Herrschaft Leopolds II von Joseph Conrad in seinem Buch "Herz der Finsternis" geschildert worden. Der zweite Schwerpunkt ist Edmund Morel gewidmet, einem kaufmännischen Angestellten einer Liverpooler Schifffahrtslinie, der erkennt, daß der Kongo mit Terror beherrscht und wirtschaftlich ausgebeutet wird. Als Reaktion darauf wird er der Begründer der ersten großen internationalen Menschensrechtsbewegung. Adam Hochschild zeigt eindrucksvoll das Engagement, wie ein einzelner Mensch es geschafft hat, über viele Jahre ein Thema am köcheln zu halten, es auf die Titelseiten der Zeitungen und in Zeitschriften zu bringen, Protestaktionen zu organisieren sowie es den Mächtigen der Welt nahezubringen - und zwar erfolgreich. 1908 mußte Leopold II den Kongo als ein Privateigentum aufgeben - der Kongo wurde belgische Kolonie. Die Verbrechen an der einheimischen Bevölkerung gingen zurück, die Ausbeutung des Landes ging weiter. Bis heute. Diesem Thema - der Fortsetzung der tragischen Geschichte des Kongo bis in unsere Tage - widmet sich der letzte Abschnitt des Buches: Widerstand gegen die belgische Kolonialherrschaft, Unabhängigkeit, Ermordung des ersten Ministerpräsidenten Patrice Lumumba, Gewaltherrschaft Mobutus. Damit endet Hochschilds Buch. Was folgt ist auch nicht gerade eine Verbesserung der Situation: Sturz des Regimes durch Kabila mit Hilfe von Ruanda, Fortsetzung der Gewaltherrschaft durch Kabila, Ermordung Kabilas, Kabilas Sohn übernimmt die Macht. Ob sich dadurch etwas geändert hat und ob sich dadurch etwas ändern wird, wird sich erst zeigen. Adam Hochschilds Buch "Schatten über dem Kongo" ist es jedenfalls Wert gelesen zu werden.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Im Herzen der Finsternis, 1. Juni 2007
Von Andreas P. Rauch - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Der amerikanische Reporter A. Hochschild beschreibt ausführlich die Ausbeutung und die Greuel, die - geschätzt - etwa 10 Millionen Menschenleben kosteten.

Er berichtet auch von der Vorgeschichte, von der "Entdeckung" des Kongos durch M. Stanley, von Leopolds diplomatischen Manövern - und von einer weitgehend in Vergessen geratenen Menschenrechtsbewegung um Edmund Morel, die um die Jahrhundertwende den Kongo in die Weltpresse brachte und der so honorige Persönlichkeiten wie Mark Twain angehörten.

Indem immer neue Fotos und Dokumente an die Presse kamen, wurde Leopolds menschelnde Rhetorik als der dünne Schleier vor seiner rücksichtslosen Gier enttarnt, die Öffentlichkeit gewonnen und der Kongo letztlich der Herrschaft des belgischen Königs entrissen.

1908 wurde der Kongo belgische Kolonie, die Verwaltung der Parlamentsaufsicht unterstellt, die Zwangsrekrutierungen sukzessive beendet und, zwei Weltkriege später, wurde der Kongo selbständig. Leider kommt es zu keinem Happy Ending - eine langjährige Diktatur (oder genauer "Kleptokratie") und ein langer Krieg seit Mitte der 1990er machten den Kongo auch später zu keinem paradiesischen Staat.


Adam Hochschild erzählt die Geschichte des Kongostaates, indem er die Geschichte einiger Menschen erzählt, die mit ihm zu tun hatten. Hauptsächlich erfährt man von den Europäern und Amerikanern, die über das Land schrieben oder berichteten, nur selten kommen Kongolesen zu Wort. Das spiegelt eine sehr einseitige Quellenlage wider: Außer ein paar mündlichen Überlieferungen, Zitaten in den Schriften der Ausländer und Protokollen gibt es kaum Stimmen der Afrikaner.

Hochschild hat eine Riesenmenge an Literatur zum Kongo aufgelistet und vermutlich auch gelesen, und das macht sein Buch zur ersten Wahl für jeden, den die Geschichte dieser Region der Welt nicht völlig kaltläßt.

Er schreibt auch gut lesbar - nur verrennt er sich des öfteren im Kleinklein des Klatsches und macht effekthascherische Schnörkel. Dazu kommt, daß er dem Leser seine Wertungen und Vergleiche geradezu aufnötigt, anstatt ihm ein eigenes Urteil zu erlauben. Dieser Mangel an Sachlichkeit nimmt dem Buch einiges an Schärfe - macht es aber vermutlich für den Durchschnittsleser verdaulicher. Einige Fotos im Mittelteil machen Hochschilds Schilderungen noch anschaulicher.

"Schatten über dem Kongo" ist kein wirklich hervorragendes Sachbuch: Zu subjektiv ist es geschrieben, zu sehr verliert es sich in Nebensächlichkeiten. Trotzdem: Zum Thema "Afrikanische Geschichte" ist es eines der besten.

Man versteht nach Hochschilds Buch mehr von Afrika - und nicht nur von Afrika, sondern auch davon, wie Europa von "außen" aussieht. Schon deshalb lohnt sich die Lektüre.
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5.0 von 5 Sternen Schatten über dem Kongo

Schon allein der Kommentar der Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer zu diesem Buch zeigt, dass es sich um hochkarätige Literatur handelt. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Waltraud Schmitt veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen so spannend kann Forschung sein
Adam Hochschild ist hier die Quadratur des Kreises gelungen: ein Sachbuch zu schreiben, dass formal wissenschaftlichen Standards genügt (Quellen sind belegt, ausführlicher... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2007 von LaFlamande

5.0 von 5 Sternen Wer kennt Leopold II.?
Jeder kennt Hitler, Stalin, Mao-Tse-tung, viele erinnern Ante Pavelic, Pol Pot und Charles Taylor - aber wer kennt Leopold II.? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. August 2007 von Kai Milatz

5.0 von 5 Sternen Das schockierendste Buch über Afrika
Fast unbekannt, fast totgeschwiegen - die Greueltaten Belgiens am kongolesischen Volk. Dieses Buch fasziniert und erschuettert, es bringt ein anderes Licht in die europaeische... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. August 2004 von Valentin Aznach

4.0 von 5 Sternen Eines der Gesichter der Barbarei
Adam Hochschilds Buch „Schatten über dem Kongo" ist ein gutes Werk über eines der großen Menschheitsverbrechen, das über Jahrzehnte vergessen gemacht wurde. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2003 von rudi1860

4.0 von 5 Sternen Ein trauriges Kapitel europäisch-afrikanischer Geschichte
Das Buch erzählt - eingebettet in die Biographien der Hauptpersonen - die Geschichte der Inbesitznahme und Ausbeutung des Kongo durch die vom belgischen König Leopold II... Lesen Sie weiter...
Am 4. Januar 2002 veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Die Kongo-Greuel geschildert von einem Journalisten
Der Autor schlägt einen weiten Bogen von der Umschiffung Afrikas bis heute. Hinsichtlich des Kernthemas "Der Kongo unter König Leopold" macht das Buch auch wegen des... Lesen Sie weiter...
Am 9. Juli 2001 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein packendes Buch das zum heutigen Verständnis beiträgt
Das packend geschriebene Buch enthüllt die Geschichte des Kongo während des Freistaates von König Leopold auf unverschönte Weise. Lesen Sie weiter...
Am 9. Juli 2001 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen ein schlimmer Krimi
Erschütternd, wie sich Macht und Reichtum "ermordet" wird. Erschreckend, wie spät Dokumente eingesehen werden können, die in belgischen Archiven lagern. Lesen Sie weiter...
Am 30. September 2000 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Grausig aber gut
Dieser Mann belegt in der historischen Rangliste der Massenmörder immerhin den dritten Platz, dicht hinter Adolf Hitler und Josef Stalin, weit vor Schlächtern wie Pol Pot oder Idi... Lesen Sie weiter...
Am 28. März 2000 veröffentlicht

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