Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bernie is back - nicht jünger geworden aber interessanter, 19. Februar 2009
Titel hin oder her - der Inhalt ist das Interessante.
Kerr's Weiterführung in Sachen Bernie Gunther ist meiner Meinung nach tiefgründiger als die Berlin-Trilogie, teils auch schwärzer.
Wieder wird geschickt Fiktion und Realität verstrickt - es könnte so gewesen sein.
Was die beschriebenen Greueltaten der Nazis betrifft, bin ich eher der Meinung, dass es noch schlimmer gewesen sein muss.
Das sich manche Sieger ebenfalls moralisch verirrt haben, ist ja nichts Neues.
Im Buch wird der geschichtliche Hintergrund etwas mehr betont, als in den vorhergehenden Büchern. Das mag auf den ersten Blick langweiliger wirken, ist aber tiefgründiger und für mich interessanter.
Die komplexe Story und starke Wendung erwischt nicht nur Bernie, sondern auch den Leser.
Nichts kann vorher erahnt werden, obwohl wirklich genug Anzeichen vorhanden sind.
Bernie wird einmal mehr nicht als der tolle Held dargestellt.
Diesmal muss er sogar jede Menge einstecken und das auch noch ohne...
Ich will nichts verraten, deshalb nur noch einige Bemerkungen zum Schluss:
Hier konnte ich den Eindruck nicht loswerden, das Kerr schon sein Nachfolgebuch im Kopf hatte.
Der Schlussstrich wird schnell gezogen.
Gut, das es schon ein Nachfolgebuch gibt.
Wer Kerr in Sachen Bernie Gunther anfängt zu lesen, sollte unbedingt die zeitliche Reihenfolge einhalten. Anders macht es keinen Sinn (Trilogie, Janus, Experiment).
Ich hoffe, das die Reihe noch eine Weile weiter geführt wird.
Nun ja, Bernie ist aus dem letzten Jahrhundert - wie weit Kerr in die Gegenwart stoßen wird, bleibt abzuwarten.
FaziT: Anfangs nicht zu spannend, dann immer besser werdend. Die zweite Hälfte äußerst spannend. Jetzt geht's an den Nachfolger: Das letzte Experiment!
Noch ein Nachsatz:
Schön, das bedeutende Politikernamen so herrlich verwurstet wurden. Erst stutzte ich. Drei Sätze später ist alles klar ;)
Garmisch kommt natürlich auch nicht gut weg, München ebenso.
Kerr lässt wieder mal an so Manchem kein gutes Haar...
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Toller Nachkriegskrimi aber Buchtitel total verfehlt, 2. Dezember 2007
Dieses Buch ist die langerwarte Fortsetzung der Berlin-Trilogie um Privatdetektiv Bernie Gunter.
Der Krieg ist nun schon 4 Jahre vorbei, die Siegermächte suchen und verurteilen die dt. Kriegsverbrecher, während es die junge Bundesrepublik und die Menschen schwer haben, die Trümmer zu beseitigen und von vorn zu beginnen.
Nach dem Tod seiner Frau versucht Bernie Gunther seinen alten Beruf als Privatdetektiv wiederaufzunehmen. Bei seinen ersten Aufträgen muss er erfahren, dass es trotz des verlorenen Krieges noch ein geheimes Netzwerk "alter Kameraden" gibt, in das nicht nur flüchtige Nazis und Kriegsverbrecher verstrickt sind, für die ein Menschenleben nicht viel zählt.
Das Buch selbst ist wiedermal ein grossartiger Krimi in der Nachkriegszeit. Abstriche gibt es für die etwas konstruiert wirkende Story, aber welcher "Tatort" ist das nicht?
Aber was hat sich der Verlag bloss bei der Übersetzung des Originaltitels "One of the Others" gedacht? Im ganzen Buch taucht der Begriff "Janus-Projekt" gar nicht auf, und ist m.E. auch total unpassend.
Fazit: 4 Sterne für ein spannendes Buch mit historischer Kulisse.
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7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitterböse Abrechnung - Spitzenthriller, 1. Januar 2008
Ach, das ist doch mal wieder ein Kerr, wie man sich das wünscht - bitterböse, zynisch, düster, und sehr sehr spannend. Im JANUS-PROJEKT landen wir mit ihm im Deutschland des Jahres 1949 - Besatzungszone. Bernie Gunther, der Held der Berlin-Trilogie, lebt inzwischen in München. Und das ist, wie er meint, nicht nur der Geburtsort des Nationalsozialismus gewesen, es scheint jetzt auch die Rettungsinsel für viele 'alte Kameraden' zu sein. Schnell gerät Gunther in einen Fall, in dem es vor Übeltätern und hinreißend schönen Frauen nur so wimmelt. Dachau, München, Garmisch und Wien sind die Stationen dieses Thrillers.
Was ist böse?, lautet die immer wieder durchschimmernde Frage. War es böse, was SS-Lagerärzte an Menschenexperimenten durchgeführt haben? Und ist es dann weniger böse, wenn US-Ärzte Ähnliches an Freiwilligen (Gefangenen) durchführen? Wo fängt die persönliche Rache an (weil man zu blöd war um zu merken, daß man gelinkt wird), wo rechnet man auf einer höheren Ebene mit Ungeheuern ab? Unbequeme Fragen, auf die Gunther keine bequemen Antworten findet und will. Und der Leser mit ihm auch nicht. Am Ende gibt es weder Schwarz noch Weiß, kein klares Ja oder Nein, sondern die Erkenntnis, wie komplex Menschen sind und zu was sie in der Lage sein können - im Guten wie im Schlechten. Nach der Lektüre muß man erst mal 'puh' sagen und sich schütteln - war es, ist es wirklich so, könnte es so gewesen sein? Eines jedoch ist klar: schlimme Zeiten sind eine hervorragende Vorausssetzung für klasse Thriller!
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