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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine grausame Liebe, 8. April 2003
Das Buch schildert die Geschichte einer Beziehung zwischen zwei Menschen die überhaupt nicht zusammenpassen: Der maßlosen Blanca und dem kontrollierten Mario. Selbst wenn beide so grundverschieden scheinen, hat man doch das Gefühl, daß sie aufeinander angewiesen sind um Stabilität zu erlangen. Als Blanca Mario verläßt zerbricht dieser fast daran und benügt sich mit der "falschen Blanca", die zwar in vielem der Echten gleich, aber doch etwas anders ist. Was aus Blanca wird, erfährt man nicht, doch kann man befürchten, daß ihr Leben wieder aus den Fugen gerät, wie vor der Beziehung.Dieses Buch geht ans Herz. Wie sich diese vollkommen verschiedenen Menschen allen Unterschieden zum Trotz kennenlernen. Wie sie einander aus ihren verlorenen Leben retten und dennoch am Beginn bereits das Ende ihrer Liebe (oder brauchen sie sich nur?) gesäät ist auf den sie unaufhaltsam hinzusteuern. Vielleicht wollen sie das Ende, daß sie voraussehen, auch gar nicht abwenden und sie wissen, daß ihre gemeinsame Zeit nur begrenzt war. Molina erzählt die Geschichte mit großer Zuneigung. Mögen seine Protagnonisten auch kein gemeinsames ereignisreiches Leben führen, so sind ihre Innenwelten doch voller Schönheit und Verzweifelung. Da die Geschichte aus der Sicht des Mario erzählt wird, schneidet die Figur der Blanca etwas schlechter ab. Vielleicht liegt dies auch daran, daß es Blanca ist, die aus Marios Leben verschwindet und sich damit natürlich auch der Erwartung eines Happy Ends verweigert. Wobei "verschwindet" das richtige Wort ist. Sie verläßt ihn nicht, sie hört einfach auf dazusein. Das Buch ist sehr lesenswert. Man muß stauen welche bemerkenswerte Autoren z.Z. aus Spanien kommen. Dieser gehört ohne Frage dazu. Wer Liebesschmerz noch nicht erlebt hat, weiß nach der Lektüre was gemeint ist - und wird wünschen ihn nie zu erfahren.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Szenen einer ungleichen Ehe in der spanischen Provinz, 24. Januar 2003
Der neue Roman von Muñoz Molina handelt von einer ungleichen Beziehung in Jaén, einer kleinen andalusischen Provinzhauptstadt, in deren Nähe der Autor selbst aufgewachsen ist. Voller gelungener, die Atmosspäre des spanischen Hinterlandes treffende, Details erzählt der Autor den Verlauf einer ungleichen Beziehung. Blanca lebt mit ihrem Mann in Jaén. Eigentlich könnte sie auch in Paris, Berlin oder Madrid leben, denn sie ist sensibel, weltoffen und künstlerisch begabt. Er, einfach, treu, dörflich, streng katholisch erzogen, ist Blanca treu ergeben. Muñoz Molina hat einen detailgetreues Bild des "anderen" Spaniens, das vom Massentourismus nicht erfasst wird, gezeichnet. Der Ort des Geschehens wird von Muñoz Molina als kleinstädtisch, verschlafen, aber liebenswert dargestellt. Der Roman zeugt ausserdem von grosser Menschenkenntnis. Wirklich spannend ist die Handlung nicht, doch wer sich für die Mentalität Spaniens interessiert, dabei auch einen Blick auf die jüngsten gesellschaftlichen Wandlungen werfen möchte, wird an diesem Buch Gefallen finden.
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