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Reise ans Ende der Nacht
 
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Reise ans Ende der Nacht (Taschenbuch)

von Louis-Ferdinand Celine (Autor), Hanns Grössel (Herausgeber), Juliane Gräbner-Müller (Herausgeber), Hinrich Schmidt-Henkel (Übersetzer)
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 672 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 5 (3. Mai 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499236583
  • ISBN-13: 978-3499236587
  • Originaltitel: Voyage au bout de la nuit
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 15.422 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Büchern, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Seine Rezeption im deutschsprachigen Raum wurde bisher von einer Übersetzung behindert, die nur als entstellend bezeichnet werden kann. Nach jahrzehntelangem Zögern hat der Rowohlt Verlag nun eine vollständige Neuausgabe vorgelegt, die es erstmals möglich macht, den Roman in seiner ganzen sprachlichen und thematischen Vielschichtigkeit wahrzunehmen.

Hinter dem Icherzähler Bardamu, einem Veteran des Ersten Weltkrieges, der sich als Fabrikarbeiter, Gigolo und Armenarzt durchschlägt, schimmert das Leben des Autors hindurch. Noch mehr jedoch steht er für das Schicksal ganzer Generationen, die sich zwischen den Kriegen grenzenloser Armut ausgesetzt sehen, denen die menschenverachtende Selbstsucht der Reichen nicht einmal das Brot zum Überleben gönnt. Dabei ist Bardamu alles andere als ein strahlender Held -- auch er kümmert sich in erster Linie um seinen Vorteil. Aber er ist sich dessen bewusst und platzt fast vor Verzweiflung darüber, doch nur selten hat er die Kraft und den Mut, diese Verzweiflung in die Welt hinauszuschreien.

Ganz anders der Autor Céline: Er verfügt nicht nur über die Kraft und den Mut, sondern auch über die sprachlichen Mittel. Zornig stößt er seine Leser in den Schmutz der Pariser Vorstädte, konfrontiert sie mit der völligen Ausweglosigkeit ihrer Bewohner, deren Leben einem Eingesperrtsein gleicht. Besonders wirksam wird diese gewaltige Tirade durch die stilistische Bandbreite des Romans -- Célines Sprache kann klassisch schön wie auch erschütternd vulgär sein.

Es ist völlig unmöglich, diesem Jahrhundertwerk in wenigen Worten gerecht zu werden. Nicht verschwiegen werden soll, dass Céline vor allem deswegen von vielen Lesern gemieden wurde und wird, weil er sich mit antisemitischen Hetzschriften ins gesellschaftliche Abseits geschrieben hat. Davon ist in Reise ans Ende der Nacht allerdings nichts zu spüren. Hinrich Schmidt-Henkels wortgewaltige Neuübersetzung ist eine einzige Herausforderung, dieses Buch endlich zu lesen und wiederzulesen. Hoffentlich ist ihr der Erfolg beschieden, den sie verdient hat! --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Reise ans Ende der Nacht
OT Voyage au bout de la nuit OA 1932 DE 1933; 1958Form Roman Epoche Moderne
Mit seinem Roman Reise ans Ende der Nacht gelang Louis-Ferdinand Céline ein Meilenstein in der französischen Literatur der Moderne, mit dem er an die europäische Erzähltradition des Schelmenromans anknüpfte.
Inhalt: Unter Verarbeitung eigener biografischer Erfahrungen erzählt Reise ans Ende der Nacht die Erlebnisse von Ferdinand Bardamu, der hin- und herbewegt wird wie das Sturmgepäck eines Soldaten (frz.: barda) im Durchgang durch die unterschiedlichsten Situationen und Milieus und schließlich zu einer schonungslosen Sicht des Menschen in der Moderne gelangt.
Im Ersten Weltkrieg erleidet Bardamu die monströse Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit von Gewalt und den Sadismus der eigenen Befehlshaber im Schlamm der nordfranzösischen Schlachtfelder sowie im Kontakt mit dem Zynismus der Heimatfront. Um dem zu entgehen, engagiert er sich in Bikomimbo, einer Station im tiefen Busch von Kamerun, nur um dort die Unbarmherzigkeit und Verlogenheit des weißen Kolonialismus zu erleben. In der Folge verschlägt es ihn nach Amerika, wo seine Underdog-Perspektive den Glanz des kapitalistischen Amerikas an den Fließbändern der Ford-Werke und in der Ersatzwelt des neuen Mediums Kino als reine und herzlose Fassade enthüllt. Zurück in Frankreich folgt der Leser dem mittlerweile zum Armenarzt avancierten Bardamu durch das beklemmende, in seiner ganzen Erbärmlichkeit dargestellte Leben der Pariser Vorstädte, wo Misshandlung, Gewalt, Kindersterblichkeit, Prostitution und Abtreibung an der Tagesordnung sind. Im Kontakt mit dieser Realität erweist sich für Bardamu jeder theologische, philosophische oder ideologische Gegenentwurf als nicht tragfähig – seine Reise mündet nicht in ein optimistisches »Morgenrot«, sondern in das pessimistische, todesfahle Licht des »Morgengrauens« am Kanal St-Martin, nach dem Tod Robinsons, seines Alter Ego.
Aufbau: In der Reise ans Ende der Nacht gibt es keine Strukturierung in numerische oder durch Überschriften eingeleitete Kapitel. Trotzdem weist der Roman eine doppelte zyklische Struktur auf: Während in einem ersten Durchgang Bardamu die Weite der Welt reisend und erkennend durchmisst, führt ihn der zweite Durchgang im Laufe seiner Tätigkeit als Arzt in die Tiefe des sozialen, psychologischen und metaphysischen Elends menschlicher Existenz im Moloch Paris. Innerhalb dieser beiden großen Zyklen ordnen sich die Kapitel nach den in ihnen besuchten Orten zu Sequenzen zusammen. Die kunstvolle Doppelung in Erzähler- und Autor-Ich erlaubt es Céline, die Geschichte durch generalisierende Aphorismen und Kommentare zu spiegeln.
Wirkung: Von Anfang an polarisierte Célines Debütroman: Die politische Linke rühmte die Schonungslosigkeit in der Darstellung der sozialen Realitäten und der Kriegsschrecken, die Rechte fand Gefallen an der Radikalität seines Pessimismus. Durch die von Céline praktizierte Einbeziehung des Argot (des französischen Slang), seine permanente Vermischung der Stilebenen, das Durchbrechen des klassischen festen Satzbaus durch die berühmten drei Punkte stellt die Reise ans Ende der Nacht ein Novum in der französischen Literatur dar: Céline symbolisiert zukunftsweisend die Möglichkeiten des Romans, unmittelbar über Stil Emotion erfahrbar zu machen. Zu Recht wird er deshalb in einem Atemzug mit Marcel R Proust, James R Joyce, Franz R Kafka und Thomas R Mann genannt. T. S. G. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Reise ans Ende der Nacht, 22. November 2004
Was soll man zu diesem Buch sagen? Zumal man ständig denkt, es sei bereits alles, was auch nur gesagt werden könnte, bereits mehrfach gesagt worden. Zweifelsohne gehört die „Reise" zu einem der einflussreichsten Romane des zwanzigsten Jahrhundersts, um so erstaunlicher ist es, dass hier das erstemal die vollständige Übersetzung vorliegt.
Celines Meisterstück ist vor allem ein sehr moderner Roman, sowohl inhaltlich, als auch formal sprachlich (dieses ist natürlich zum Teil im zeitlichen Rahmen der Entstehung zu sehen). In Episoden führt Celine den Leser durch die Welt, durch die große wie die kleine. Jeder ist somit fast unmittelbar mit auf der „Reise", und diese beginnt unwahrscheinlich schnell (die Geschwindigkeit lässt zum Ende hin allerdings sehr nach). Man hastet über Kontinente, Meere und Gesellschaften und - was vielen Lesern besonders aufzufallen scheint - Celine verwirft fast alles.
Ferdinand Bardamu nimmt als Freiwilliger am ersten Weltkrieg teil. Doch sobald er eine Idee vom Krieg hat will er weg. Jede Art von Heldentum ist ihm suspekt, er ist feige und macht keinen Hehl daraus. Das Modell Europa wird konsequent auseinander genommen indem der Wahnsinn hinter dem Pathos sichtbar gemacht wird.
Auf relativ zufällige Weise gelangt die Hauptfigur nach Afrika, in die Kolonien - und Celine verfolgt das gleiche Schema. Auch hier findet sich nichts was erhaben wäre, nicht die Kolonialherren, die nur abscheulich sind, nicht die Ureinwohner, die ihr Schicksal verdient zu haben scheinen. Das nächste Modell: „Kolonialreich" ist zertrümmert.
Es folgt die neue Welt, Amerika. Land der Träume und unbegrenzten Möglichkeiten - doch nicht mit Celine. Innerhalb kürzester Zeit ist auch dieser Traum zum Alptraum gewendet. Soweit die große Welt, als Ferdinand Bardamu wieder nach Frankreich geht, lässt er die großen Ideen von alter und neuer Welt als Trümmerhaufen zurück.
Auf allen drei Stationen ist die Hauptfigur Leon Robinson begegnet, zurück in Europa beginnen sich die Wege der beiden (Ferdinand und Robinson) mehr zu verbinden, der Erzähler versucht von Robinson wegzukommen, was natürlich nicht dauerhaft gelingt. Dieser Robinson ist keine angenehme Figur, ganz im Gegenteil, er ist ein Gauner und wird im Laufe des Romans zum skrupellosen Mörder. Und doch zum Ende hin ist er immerhin soweit gekommen, für eine Überzeugung gerade zu stehen. Was wiederum eine Veränderung in Ferdinand Bardamu zur Folge hat.
Ich habe lange überlegt mit was ich es bei der „Reise" eigentlich zu tun habe. Es ist ein Abenteuerroman, auch eine (quasi) globale Gesellschaftskritik, schließlich am Ende wohl sogar so etwas wie ein Bildungsroman. Ob dieser vielen Ansprüche hat das Buch natürlich seine Schwächen - zum Beispiel wirkt es am Ende teilweise aufgesetzt und gezwungen moralisierend, nachdem soviel Energie darauf verwandt wurde die Moral zu diskreditieren.
Oder man liest es als Entdeckung eines unzuverlässigen Erzählers. Ferdinand Bardamu erzählt uns die Welt wie er sie sieht, und offenbar ist er nicht, oder kaum fähig etwas Schönes und Gutes wahrzunehmen, sehen wir mal von Frauenbeinen und -körpern ab. So gesehen wären wir Zeuge einer Verwirrung, eines geradezu asozialen auf der Suche nach etwas, das er wohl selber nicht kennt.
Die „Reise" ist so unwahrscheinlich reich an Ideen, Gedanken und Details. Sie ist komisch, traurig, spannend und vieles mehr - deshalb ist sie ein so wichtiger Roman.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine endlose Suada des Weltabscheus - mit gewaltiger Sprache vorgetragen, 23. September 2009
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   

Seit langem lagert dieses Buch in meiner Bibliothek, es gehört sicher zu denjenigen, die man einfach "hat", auch wenn man sich nicht so recht traut, sie zu lesen. Nach einem enthusiastischen Artikel in der Zeitschrift "Literaturen", in der das Buch mit Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" verglichen wurde, nach einem entspannenden Wochenende, in dem ich frische Kräfte getankt hatte, wagte ich mich dann endlich an dieses Werk.
Erster Eindruck: Den Sturm der Entrüstung, den das Buch bei seinem Erscheinen auslöste, kann man heute nicht mehr recht nachvollziehen - dass es sich allerdings aber um ein Meisterwerk handelt, wird schon nach wenigen Seiten klar, mehr noch: es ist ein Meisterwerk, dass sich eingängig und packend liest ohne deswegen seicht zu sein.
Zweiter Eindruck: Dieses Buch lebt von seiner unverwechselbaren Sprache, einem weit gespannten Klang, der vom Straßenjargon ("Die Möse ist die Goldmine der Armen" S.249) über treffsichere Dialoge bis zu einer kristallinen Poesie reicht. Celine nutzt mehr als alle anderen Autoren vor ihm die ganze Klaviatur der menschlichen Sprache um die Geschichte seines Protagonisten Ferdinand Bardamu zu beschreiben. Allein das macht die Lektüre zu einem literarischen Erlebnis.
Aber was ist die Geschichte? Der Roman setzt ein mit den Erlebnissen des französischen Unteroffiziers Ferdinand Bardamu im Ersten Weltkrieg, einem wahren Kaltstart, die dem Leser die kreatürlicher Not von Mensch und Tier in den Materialschlachten des Grabenkrieges schockartig nahe bringt. Keinerlei heroische Pose, keinerlei Sinn relativiert das namenlose Elend, dem Bardamu und seine Leidensgenossen ausgesetzt sind. Zorn und Hass gelten nicht den Deutschen auf der anderen Seite, sondern den Offizieren aller Ränge, die ihren Privatkrieg gegen ihre eigenen Leute führen, die füsilieren, wo sie nur können und immer Mittel und Wege finden, es sich gut gehen zu lassen.
Dann verschlägt es Bardamu aus nicht näher erklärten Gründen in eine französische Kolonie nach Afrika, in eine mörderische Tropenwelt, über die ich noch niemals so ergreifende Sentenzen gelesen habe wie in dem vorliegenden Buch. "Menschen, Tage und Dinge, alles schwand so rasch in diesem grün, diesem Klima, dieser Hitze und bei den Mücken, dass man kaum schnell genug hinsehen konnte. Es war widerwärtig, alles ging dahin, Stück für Stück, Satz für Satz, Glied um Glied, Sehnsucht um Sehnsucht, Blutkörperchen für Blutkörperchen, es verging in der Sonne, schmolz im Sturzbach des Lichts und der Farben, und der Geschmack und die Zeit gleich mit, alles ging dahin. Nur funkelnde Angst blieb in der Luft."(S. 196f.)
Bei dem Versuch, Afrika zu verlassen, verschlägt es Bardamu als Galeeerensklaven auf ein portugiesisches Schiff, mit dem er den Atlantik überquert, um schließlich in New York anzulegen. Hier lernt er die Neue Welt kennen, eine deprimierendes Universum der Hast und der Heuchelei, in der sich Gier und Niedertracht womöglich noch ungehemmter austoben als in Europa. Bardamu versucht sich als Flohzähler in Ellis Island, macht Bekanntschaft mit der Fließbandproduktion bei Ford, mit Figuren aus der Unterwelt und einfachen Menschen in Straßenbahnen, Freudenhäusern und öffentlichen Toiletten, doch was immer er anstellt, er bleibt arm wie eine Kirchenmaus, ist aber gleichzeitig vom vermeintlichen Glanz des Reichtums geradezu besessen. Alles ekelt ihn an, so dass er sich am liebsten in seinem hässlichen Hotelzimmer verkriecht.
Gegen Mitte des Buche finden wir ihn plötzlich wieder in Frankreich. Der Krieg ist zuende, er studiert und lässt sich als Armenarzt im Pariser Problemviertel Rancy nieder, wo er jene Ärmsten der Armen behandelt, die aber keine Arztrechnungen bezahlen können, so dass er bald selbst am Rande des Hungertodes dahinvegetiert. So sehr er auch über die Unbarmherzigkeit der Reichen flucht, Tür an Tür mit dem Bodensatz der Gesellschaft lebt es sich auch nicht besser, auch hier wird gelogen und gemordet, betrogen und gestohlen, was das Zeug hält.
Schließlich verlässt Bardamu Paris-Rancy und findet als Arzt eine Anstellung in einem Irrenhaus, wo sich sein Leben ein wenig glättet. Der Lebensekel hält allerdings an, auch die Irren sind keinen Deut besser als die Normalen, mehr noch: in ihnen scheint das Monströse viel deutlicher hervorzutreten als in den sogenannten Normalen, die den Grossteil ihrer Kraft (langfristig natürlich vergeblich ) aufwenden müssen, um ihr Widerwärtigkeit vor der Blicken der Außenwelt zu verbergen.
So bilden Krieg, Tropen, Amerika, Armenarzt und Irrenhaus die Stationen auf Bardamus langer Reise durch die Nacht, bei der er es mit diversen Frauen und Figuren zu tun bekommt, deren Schicksale aber nur die Funktion besitzen, die Weltabscheu der Hauptperson noch etwas plausibler zu machen. Nach 658 Seiten ist die Reise durch die Nacht schließlich zuende, ohne dass klar würde, wie es mit Bardamu weiter geht. Allerdings kann man sich nach dem gesamten Ablauf des Romans ziemlich sicher sein, dass sich auch in neuen Lebenssituationen an dem durchsäuerten Lebensekel der Hauptperson nur sehr wenig ändern wird.
Was habe ich von der Lektüre gehabt? Zunächst: Eine so anhaltende intensive und negative Welt- und Menschenbeschimpfung habe ich noch nie gelesen. Dieser Roman ist eine einzige Suada des Hasses, getrieben von einer kaum überbietbaren Verachtung für alles und jeden und generiert aus der Seele einer verzweifelten Existenz. Eine solche Breitseite des Ekels literarisch auf höchstem Niveau gegen die ganze Welt abzufeuern will gekonnt sein.
Aber ist dieser Roman auch "wahr"? Auch wenn sich diese Frage am Ende eines modernen Romans altbacken anhört - dieses Buch ist ein Hilfeschrei, aber keine exemplarische Beschreibung der Welt. Es ist auf eine ätzende Weise einseitig, weil alles, was das Leben freundlich und lebenswert macht, in dem Buch gänzlich fehlt. Auf der Reise durch die Nacht, die nichts weiter als die Lebensreise ist, gibt es keine Hoffnung, kein Glück, keine Freude, keine Therapie, nur den Wunsch, dass das sinnlose Leben schnell und schmerzlos wie möglich zuende gehen möge. Da das aber schon nach der Hälfte des Romans relativ klar ist und da sich danach psychologisch rein gar nichts mehr ändert, wird das Geschimpfe auf allerhöchstem Niveau am Ende sogar ein wenig fad. So bietet das Buch alles in allem ein beeindruckendes Leseerlebnis - am ehesten geeignet für Leute mit Durchhaltevermögen und guten Nerven, die sich bei aller Bewunderung der literarischen Leistung am Ende freuen werden, dass sie in einer ganz anderen Welt leben dürfen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gewaltig, 27. Dezember 2004
Keiner weiß genau, wohin die Reise geht. Der Weg ans Ende der Nacht ist düster, verstörend, brutal und vor allem gnadenlos. Auf den Leser kann keine Rücksicht genommen werden, denn warum sollte er mit mehr Respekt behandelt werden als die Romanwelt, durch die ein unsympathischer, ratloser Held zieht. Der Beschreibung dieses Weges ans Ende der Nacht zu folgen, ist anstrengend, nicht wirklich ein Spaß. Und trotzdem bleibt sehr viel mehr als nach den vielen, vielen Seiten anderer Bücher, die man gelesen und wieder vergessen hat. Ein gewaltiges Buch, das lange nachwirkt.
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