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Anleitung zum Einsamsein.
 
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Anleitung zum Einsamsein. (Taschenbuch)

von Jonathan Franzen (Autor), Chris Hirte (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 333 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 2 (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349923372X
  • ISBN-13: 978-3499233722
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 500.638 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de Redaktion

Über die Einsamkeit des Schriftstellers in der Gesellschaft schrieb Wolfgang Borchert einmal, dass diese eine Last, ein Privileg, und eine Verantwortung zugleich darstelle. Von ihrer hohen Warte aus, so Borchert, sehen Literaten mehr als gewöhnliche Mitmenschen, deren Blick meist zu sehr vom Alltag verstellt ist. Doch ist die Aussicht nicht nur ein Genuss, sondern vielmehr auch dringliche Aufforderung, das Gesehene jenen mitzuteilen, die dazu nicht in der Lage sind. Und das gilt vor allem für all die Unzulänglichkeiten, Missstände und Ungerechtigkeiten, die den Schriftstellern ins Auge fallen mögen.

Borcherts Vorstellung von der moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung, die sich mit literarischer Sensibilität verbünden sollte, mag den meisten heute ziemlich anachronistisch erscheinen. Dass sie in der Literatur -- in der deutschen zumal -- eher selten geworden oder, was noch schlimmer ist, als Aufforderung zum hemmungslosen Moralisieren missverstanden wird, ist selbst ein Missstand, den es durchaus literarisch zu hinterfragen lohnte. Natürlich haben sich die Zeiten geändert, und wenn Jonathan Franzen heute von der Einsamkeit des Schreibens spricht, dann ist damit weniger die Entrückung der Literatur vom Leser, sondern eher das Gegenteil, die Entfremdung des Lesers von der Literatur gemeint. Auch Franzen meint, die Literatur werde heute mehr denn je gebraucht -- doch sie wird immer weniger beachtet, weil sie hinter den Spektakeln der Bildmedien verschwindet.

So jedenfalls klagte der amerikanische Autor bereits 1996 in einem viel gerühmten Essay, der das Herzstück dieser Sammlung äußerst lesenswerter Artikel, Aufsätze und Rezensionen bildet. Inzwischen ist Franzen mit seinem zu recht auch in Deutschland gefeierten dritten Roman, Die Korrekturen, ein international bekannter und anerkannter Schriftsteller geworden, und seine Lesungen rund um die Frankfurter Buchmesse 2002 waren sämtlich ausverkauft. Doch auch, wenn Franzen im Vorwort seiner Anleitung zum Einsamsein einige seiner recht verbitterten Thesen der 90er-Jahre relativiert, immer noch behauptet er mit einiger Überzeugungskraft, dass Literatur Aufmerksamkeit nur mit hoher Qualität erringen kann. Statt Anpassung an den Markt der schnellen Sensationen und billigen Effekte fordert Franzen, ähnlich wie sein Kollege (und Freund) David Foster Wallace, die Rückbesinnung der Literatur auf das Literarische selbst: auf die Kraft der Sprache, den Sog der Erzählung und die Macht der Identifikation.

Während Franzen dies in Die Korrekturen eindrucksvoll gelingt, zeigen ihn die Essays in seiner Anleitung zum Einsamsein als ebenso feinfühligen Beobachter persönlicher Schicksale wie scharfsinnigen Kritiker amerikanischer Verhältnisse. Die erstaunliche Spannbreite von Franzens Themen wird dabei nur übertroffen von der Souveränität, mit welcher er diese vor seinen Lesern ausbreitet. Die "erste Lektion, die einem das Leser erteilt," heißt es an einer Stelle, "handelt von der Kunst des Einsamseins". Für diese Kunst hat Jonathan Franzen eine vorzügliche Anleitung geschrieben. --Peter Schneck



Kurzbeschreibung

Jonathan Franzens Essays zeigen den so sprachtalentierten wie erfolgreichen amerikanischen Autor inmitten seiner Auseinandersetzung mit der Kultur und Alltagswelt der Gegenwart. Er zeigt sich darin als ein verletzlicher Mensch und Künstler, der sich mit den Erwartungen und Mechanismen des Marktes konfrontiert sieht und seinen Raum definieren muss. Gegen eine medial beschleunigte Welt, gegen eine von Ideologien eingefärbte Wahrnehmung setzt Franzen die kreative Abgeschiedenheit, deren Preis die Einsamkeit sein kann. Die Spannbreite seiner Themen reicht vom amerikanischen Postwesen bis zur Traditionspflege Deutscher in Amerika, dabei ist seine Sprache ist von polemischer Brillanz, pointiert und aufrüttelnd.

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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sachliche und warmherzige Erleuchtung, 13. April 2003
Von Rainer Lingmann (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ein Einstieg, wie ein Paukenschlag. Franzen erhält ein schön verpacktes Valentine-Paket von seiner Mutter, rosa Grußkarte, zwei Schokoriegel, ein Drahtherzchen - und der Bericht von der Gehirnautopsie seines Vaters. Der folgende, biographische Bericht über dessen schleichend fortschreitende Alzheimererkrankung illustriert drastisch und an einem buchstäblich pathologischen Beispiel, was wirkliches Alleinsein bedeuten kann: völlige Trennung von der Außenwelt, bis der körperliche Tod nur noch der letzte, unbedeutende Schritt ist. Das alles wird immer persönlich, aber nie zu intim oder gar voyeuristisch geschildert.

Der erste Essay setzt sofort den Maßstab, an dem sich alle folgenden Texte messen lassen müssen - und können! Franzens Thema ist das Streben nach Alleinsein, aber nicht nach Einsamkeit. Der gleichzeitige Wunsch, eins zu sein mit der Welt, beim sicheren Gefühl, anders zu sein: "I want to be the same but different." Und Franzen beschreibt Lesen als Ausweg aus diesem Gefühlsdilemma: "It's a group of two, the faithful writer and the trusting reader. We're different but the same." Dieses Buch ist eine genauso sachliche wie warmherzige Erleuchtung für alle, die dieses Gefühl kennen und die sich deshalb in Büchern wohl fühlen.

Endlich fühle ich mich verstanden und weiß, warum ich mich neben einer in der U-Bahn neben mir telefonierenden Frau unbehaglich fühle. Endlich weiß ich, warum ich nicht für Bekannte oder Freunde arbeiten möchte. Und schließlich fühle ich mich verstanden, wenn mir Fragen wichtiger als Antworten sind.

Und vor allem weiß ich, dass ich nicht alleine bin im Wunsch nach Alleinsein.

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sozialkritischer Blick auf das zeitgenössische Amerika, 3. September 2005
Das Buch "Anleitung zum Einsamsein" hatte ich in depressiver Stimmung in der Buchhandlung gegriffen ohne die Inhaltsangabe zu beachten. Auf was hoffte ich? Natürlich auf den Bericht eines Menschen, dem es noch schlechter geht. Als das jedoch hat sich diese Essay-Sammlung nur bedingt heraus gestellt. Zum Glück. Es ist nämlich ein sehr interessanter und vielseitiger Band. Wie der Titel jedoch impliziert hat Franzen den in den Vordergrund gestellten Essay "Why bother?" tatsächlich in depressiver Stimmung geschrieben. Der sogenannte "Harper`s Essay" sorgte in den amerikanischen Medien für viel Aufregung. Er schreibt über die Zeit zwischen dem 2. und 3. Roman, in der ihm jegliche Motivation und Inspiration fehlte. Auch andere seiner Essays handeln von der Unzufriedenheit mit der eigenen Person oder der Umwelt, sein Weg dieser zu entkommen ist der Rückzug in die Welt der Romane, als einsamer Leser. Die 13 Essays stammen aus dem Zeitraum von 1994 bis 2001. Von der Zeit des noch beinahe unbekannten Autors bis hin zum verehrten bei Oprah empfohlenen Literaten. Die Essays sind somit teils wie eine Art Tagebuch. Man sieht Franzen im Zeitraffer beim leben zu. Dabei lernt man den Autor um einiges besser kennen, wer also seine Romane gerne gelesen hat und etwas über die Person dahinter erfahren will, für den ist dieser Band ein Glücksgriff. Jedoch zeigen die Essays zugleich auf kritische Weise den momentanen Zustand Amerikas auf. Ein sehr interessanter ausführlicher Essay beschreibt das marode Postsystem Chicagos. Am Ende überlegt Franzen ob die Privatisierung der Post eine Lösung darstellt. Nein, möchte man ihm zurufen, dadurch wird alles nur noch schlimmer! Ein weiterer Essay beschäftigt sich mit Amerikas modernsten Hochsicherheitsgefängnis, ein technisch aufgerüstetes Alcatraz, dort trifft Franzen auf einen politischen Häftling: den Vater von Tupac Shakur. Man merkt Franzen an, dass er kein Freund der Technisierung ist. Dies beschreibt er in vielen Beispielen. Davon handelt auch der Essay des Bandes, der mir am besten gefallen hat, er behandelt das seit langem brisante Thema inwieweit tötet das Fernsehen die Klientel der Romanciers? Können Kinder in diesem Umfeld noch zu Buücherliebenden werden? Gibt uns der Fernseher auch die Fragen und/oder Antworten die wir in der Literatur finden? Franzen verteidigt die kleiner werdende Welt der Bibliophilen vor der technikkalten Umgebung dort draußen. Seine Plädoyers für den Rückzug zum Buch sprechen mir aus tiefstem Herzen. Wer die Berichte der Feuilletons zu diesem Thema stets analysiert findet in diesem Band dazu eine gute Ergänzung.

Somit in einem Satz zusammen gefasst:
13 Essays aus 7 Jahren, man lernt den Autor genauer kennen, seine kritische Sicht auf das heutige Amerika, illustriert durch interessante Beispiele, und weiß letztendlich was den Einsamen glücklich macht: der Roman.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Literatur als Zufluchtsort, 28. Oktober 2002
Die "Anleitung zum Einsamsein" vereint dreizehn Essays von Jonathan Frenzen, die überwiegend vor seinem Roman "Die Korrekturen" entstanden sind. In ihnen spannt er den Bogen von Gedanken über Amerikanische Städte und Literatur, zu reportagehaften Erzählungen vom Chicagoer Postskandal und einer neuen Bundesstrafanstalt in Florence, zu der Alzheimer-Erkrankung seines Vaters und seinem eigenen Leben als der bekannte Autor der "Korrekturen" - alle miteinander verbunden durch das Thema der Bewahrung von Individualität und Komplexität in einer lärmenden und aufreibenden Massenkultur. Wobei die Literatur für Franzen ein Zufluchtsort und Lesen die Kunst des Einsamseins ist.
In seinen Essays zeigt sich Jonathan Franzen als genauer und ironischer Beobachter, der seine Gedanken in eine klare und geschliffene Sprache bringen kann. Mit diesem Buch ist man gerne ein paar Stunden allein.
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Veröffentlicht am 10. Juni 2003 von Bernhard Taschner

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Veröffentlicht am 3. März 2003 von Björn Günzel

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Den Roman "Die Korrekturen" habe ich noch nicht gelesen, ich wollte mir einen Zugang zu Franzen mittels seiner Essays verschaffen. Ich bin ein bißchen enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Am 30. Januar 2003 veröffentlicht

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