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Siegfried: Eine schwarze Idylle
 
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Siegfried: Eine schwarze Idylle (Taschenbuch)

von Harry Mulisch (Autor), Gregor Seferens (Übersetzer)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499232960
  • ISBN-13: 978-3499232961
  • Originaltitel: Siegfried. Een zwarte idylle
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 133.376 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mulischs neues Buch verknüpft meisterhaft einen geschichtsphilosophischen Diskurs mit einer Art Homestory aus des Führers Wochenend-Quartier in Bayern." (Financial Times)

Kurzbeschreibung

Zwei Hausangestellte vom Obersalzberg, Hitlers Refugium, erzählen eine unglaubliche Geschichte: Adolf Hitler und Eva Braun hatten einen Sohn, Siegfried, den Hitler gegen Ende des Nationalsozialismus erschießen ließ. Ein spannender Roman, der nach der Ursache des Bösen sucht."Mulischs neues Buch verknüpft meisterhaft einen geschichtsphilosophischen Diskurs mit einer Art Homestory aus des Führers Wochenend-Quartier in Bayern." (Financial Times)

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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Willkommen in Hitlers Heim!, 3. September 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Siegfried (Gebundene Ausgabe)
Immer wieder hat er sich heranerzählt, sei es über den Eichmann-Prozess, die Bombardierung von Dresden oder das niederländische Auschwitz-Durchgangslager Westerbork. Jetzt ist Mulisch direkt bei Hitler angekommen. Er versucht ihn zu entdämonisieren, indem er erzählerisch in sein privates Umfeld eindringt. Es ist ihm meiner Meinung nach gelungen: spannend, mit vielen Hinweisen auf historische Realitäten und mit einer tollen Idee, mit der er die Zwanghaftigkeit und Verrohung der Nazis und ihrer Handlungen vorführt. Zugleich eine schöne Parabel über die (tödlichen) Gefahren, die auf die warten, die sich auf den Nationalsozialismus einlassen, und sei es nur, weil sie von ihm erzählen wollen. So virtuos hat sich noch kein deutscher Autor dem deutschen Übervater und Überdämon Hitler genähert. Selbst bei meinem manchmal etwas holprigen Lesen des niederländischen Originals hab ich das Buch nicht eher aus der Hand gelegt, bis ich die letzte Seite erreicht hatte.
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wer, wenn nicht er?, 29. Oktober 2003
Von Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Rudolf Herter, angesehener, gesetzter, umworbener und preisgekrönter Schriftsteller aus Holland, reist mit seiner jungen Freundin Maria nach Wien, um in der Hofburg aus seinem Opus Magnum "Die Erfindung der Liebe" zu lesen, ein paar Interviews zu geben, mit dem Botschafter zu speisen. Der Siebzigjährige ist ganz Autor, sozusagen in persona ganz Kunst; er hört in keinem Moment auf, zu schreiben, über die Variationen der Realität nachzudenken, über die Verbindung zwischen Realität und Kunst, über Erkenntnisgewinnung. Herter zeigt sich weder als Philanthrop, noch als Misanthrop, sondern ausschließlich als Beobachter, der die eigene Macht skeptisch-amüsiert zur Kenntnis nimmt. Im Rahmen eines Interviews, das ganz nebenbei sehr interessante Einblicke in das Leben auch des erzählenden Romanciers vermittelt, sinniert er über die Idee, das Phänomen Hitler zu fassen zu versuchen, indem der realen Gestalt ein fiktiver Spiegel vorgehalten wird: Die Gesichtslosigkeit der Figur, an der sich all die psychologischen Erklärungsversuche die Zähne ausgebissen haben, könnte auf diese Art beseitigt werden.

Nach der Lesung kommt ein steinaltes Pärchen auf Herter zu: Die beiden haben sein Interview gesehen und wissen eine Geschichte zu erzählen, eine, die eine neue Perspektive eröffnet beim Blick auf die Figur Hitler. Das Paar zählte zu den Hausangestellten auf dem Obersalzberg, der Festung Hitlers in den Bergen, in die er sich zurückzog, in der auch seine Geliebte, Eva Braun, lebte, die er am Tag des gemeinschaftlichen Selbstmordes noch geheiratet hat. Hitler und Eva Braun hatten ein Kind, einen Sohn, den das Haushälterpaar als den ihren ausgeben mußte. Kurz vor Kriegsende erteilt der Führer den Befehl, den Sohn zu töten ...

Mulisch gibt sich nie damit ab, nur eine Geschichte zu erzählen, nur ein Buch vorzulegen, und auch bei diesem schmalen Bändchen sind es - wieder - gleich vier: Am Anfang schlägt die Geschichte des alternden, magenkranken Autors sofort in den Bann. Als würde ein gigantischer Vorhang beseite gezogen, gewährt Mulisch Einblicke, von denen schwerlich anzunehmen ist, sie wären nicht authentisch: "Langsam wurde es Zeit für seine Memoiren, wäre es nicht so, daß sein ganzes Werk eigentlich aus Memoiren bestand: Memoiren nicht nur seines wirklichen Lebens, sondern auch seiner Phantasie, die beide nicht voneinander zu unterscheiden waren."

Es folgt die erstaunliche Geschichte des alten Pärchens, die Herter atemlos, aber auch feinfühlig und vorsichtig reflektierend anhört. Sie führt zu einem Moment der Offenbarung, der Erkenntnis: Herter macht Hitler als das "nichtsende Nichts" aus, als "Harnisch ohne Füllung", als "schwarzes Loch"; die Gedankenkette führt letztlich dazu, daß Hitler eine negative, aber nichtmenschliche Inkarnation Nietzsches gewesen sein muß, wofür sich sogar Beweise finden ließen. Hier - endlich, könnte man sagen - setzt der philosophische Exkurs an, ohne den Mulischs Werke kaum vorstellbar wären. Und am Ende, nach einigen Auszügen aus den "Tagebüchern" Eva Brauns, schließt sich der Kreis. Wer den Anmerkungen über "chromatische" Ähnlichkeiten, über Musiktheorie und Philosophiegeschichte folgen konnte, wird die kleinen Rätsel (Adolf Hitler - Rudolf Herter, Eva - Maria) und die größeren entschlüsseln können. Aber auch ohne dies bleibt "Siegfried" von der ersten bis zur letzten Seite spannend, originell, interessant und so maßlos abwegig, daß es schon wieder so sein könnte ...

"Wer, wenn nicht ich", maßt sich Herter an; wer, wenn nicht er: Mulisch, Sohn eines Nazikollaborateurs und einer Jüdin, gehört auf diese Art zu den "Glücklichen", die sich einer solchen Thematik nähern können, ohne daß die Gefahr bestünde, daß das Eis bricht, zu dünn wird.

Zahllose Bücher, geschichtliche, psychologische und auch fiktiv-belletristische sind um und über Hitler geschrieben worden. Eigentlich ist es nur ein feiner Seitenaspekt, den Mulisch zum Gegenstand seines Romans macht, ein Lichtstrahl, ein ungewöhnlicher Blickwinkel, aber die enorme Erzählkunst Mulischs ("Es geht um das WIE, niemals um das WAS") und die witzige und intelligente Idee dahinter lassen ein vollendetes Kunstwerk entstehen, an dessen Ende nicht nur die Erkenntnis steht, daß man das Nichts niemals auslöschen kann.

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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk - aber beklemmend schön, 20. März 2004
Von dcbe (am richtigen Ort) - Alle meine Rezensionen ansehen
Was als annähernd realistische Studie aus dem Leben eines alternden (und doch noch virilen) Erfolgsschriftstellers beginnnt, dreht sich nach etwa einem Drittel in ganz andere Regionen.
Auf teuer gesponsorter Lesereise in Wien kommt Rudolf Herter (Mulisch's Alter Ego) auf die Idee, Hitler zum Sujet eines neuen Romans zu machen. Doch die während eines Fernsehinterviews entwickelte Idee wird ihn heimsuchen, ganz anders als je gedacht.
Ein altes Ehepaar wird ihn im Fernsehen beobachten, am nächsten Tag auf seiner Lesung auftauchen, und einen Tag später wird er die beiden in ihrem schäbigen Altenheim aufsuchen. Sie waren, so stellt sich schnell heraus, Haushälter Hitlers auf dem Obersalzberg. Und sie stellten die Ersatzeltern für dessen Sohn mit Eva Braun. Bis zu dessen Ermordung auf Befehl des Vaters selbst.
Die Geschichte wird den Schriftsteller ins Grübeln stürzen, ganz wörtlich über Gott (oder Götter) und die Welt. Ausserdem wird sie seinen schnellen Tod herbeiführen.

Eine spannendes Gedankenexperiment richtet Mulisch da an. Seine Themen (in Auswahl): Hitler als Verkörperung des absoluten Nichts, als Negation aller Existenz. Hitler als Ursache für den Verfall Nietzsches. Hitler als Kreatur Wagners - und doch jenseits aller irdischen Existenz. Reflektionen über die Morbidität der Kindheit, wie auch Tristan und Isolde. All die Verbindungslinien mögen nicht neu sein, mancher Gedanke ist nicht wirklich überzeugend, die sehr zugängliche Aufbereitung aber ist es schon.

Dieses Buch ist spannend, recht mühelos in einem Zug in zwei bis drei Stunden durchzulesen. Es beeindruckt, trotz der doch manchmal allzu bekannten Themen. Kurzweilig und zum Nachdenken anregend. Dabei zutiefst human. Mulisch kann immer noch begeistern.

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Am 5. August 2002 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre
Seit Mulischs "Die Entdeckung des Himmels" sind die Bücher des Niederländers Pflichtlektüre für mich. Es könnte ja mal wieder so ein genialer Wurf dabei sein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Juni 2002 von heiner_stix

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