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Buchnotiz zu : Die Zeit, 02.11.2000
Auf Martin Krumbholz wirkt Mulischs Versuchsanordnung schlicht überkonstruiert. Fassbinders Stück "Die Stadt, der Müll und der Tod", das auch in den Niederlanden für einen Skandal, wenn auch anderer Art, sorgte, bietet den Ausgangspunkt von Mulischs Gedankenspiel, das, so Krumbholz, um das Thema der Authentizität kreist. Zweimal gibt es einen fingierten antisemitischen Brief, zweimal bringt sich jemand um, zweimal geht es eher um Legitimation als um Wahrheit, schreibt Krumbholz, also: "den möglichst großen Anschein von Authentizität". Darüber lässt sich laut Krumbholz vortrefflich philosophieren, aber zu einem Lesevergnügen gerät das Buch nicht, dem es für den Rezensenten schlicht an Plausibilität fehlt. Auch die vom Autor vorsorglich eingebauten Distanzierungsmittel findet Krumbholz eher verwirrend, so dass er letztlich den Autor ins "unverbindlich-spekulative Räsonnement" zurückfallen sieht.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Als die holländische Aufführung von Rainer Werner Fassbinders Skandalstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" vorbereitet wurde, gehörte der Schauspieler Althans zu den leidenschaftlichsten Warnern vor einem neuen Antisemitismus, er, der seine Familie im Konzentrationslager verloren und als Pflegekind überlebt hat. Da bekommt Althans einen Drohbrief; er wird entführt und in Belgien wieder gefunden, verletzt, aber lebend. Seine Warnungen waren offenbar berechtigt. Doch dann entsteht ein neuer Verdacht: Hat Althans selber alles fingiert, Brief und Entführung? Harry Mulisch erzählt eine verstörende Geschichte, die zwischen Wahrheit und Lüge, Betrug und Selbstbetrug oszilliert.