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Blindband
 
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Blindband [Restexemplar] (Taschenbuch)

von Gilbert Adair (Autor)
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228807
  • ISBN-13: 978-3499228803
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 288.064 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Geblendete Betrüger

Gilbert Adairs Roman «Blindband»

Wer Augen hat zu lesen, lese!» steht auf dem Buchrücken von Gilbert Adairs neuem Roman. Vermutet man hinter dem mutierten biblischen Zitat nicht mehr als eine witzige Leserwerbung, wird man bald eines Besseren belehrt. Auch der geschickt gewählte Titel, «Blindband», gewinnt nach den ersten paar Seiten an ironischer Tiefenschärfe. In Adairs drittem auf deutsch erschienenem Buch geht es nämlich um Blindheit im wörtlichen und – vor allem – im übertragenen Sinn.

Die Grundkonstellation erinnert an Adairs frühere Romane, «Der Tod des Autors» (1997) und «Liebestod auf Long Island» (1998). Ist die Hauptfigur im ersten Roman ein Literaturtheoretiker, so handeln die beiden anderen je von einem Schriftsteller. Auch wenn die Schauplätze geographisch genau auszumachen sind, finden die entscheidenden Handlungen alle im Innern dieser schreibenden Kopfmenschen statt. So wird dem im Elfenbeinturm lebenden Leopold Sfax in «Tod des Autors» die erinnerte Vergangenheit zum Verhängnis, während De'Ath im «Liebestod» zielsicher in den trivialen Sumpf einer unmöglichen Liebe schlittert. Der britische Erfolgsautor Paul in «Blindband» will nun nach mehrjähriger Pause die Summa seines Lebens niederschreiben. Da er bei einem schweren Unfall beide Augen verlor, muss er sich aber für dieses Unterfangen die Sehkraft eines schreibenden Gehilfen borgen.

Dass Adair es hervorragend versteht, seine Figuren, aber auch die Leser Zeile für Zeile im auktorialen Würgegriff zu halten, wird in «Blindband» noch deutlicher als in den beiden Vorgängern. Dies gelingt ihm hier unter anderem damit, dass er sich als Autor scheinbar völlig zurücknimmt und nichts anderes wiedergibt als Dialog. Einzige Ausnahmen bilden kurze innere Monologe, die sich am Schluss als Tagebucheinträge entpuppen. Ansonsten gibt es nur direkte Rede, vorab zwischen dem Blinden und dem Sehenden.

John Ryder, dienstbeflissen und technisch versiert, meldet sich auf ein Inserat als Amanuensis beim blinden Schriftsteller, dessen Werke er kennt und bewundert. Bald sitzt John vor dem Computer und nimmt Pauls Diktat auf. «Die Wahrheit und ihre Folgen», so der Arbeitstitel der literarischen Selbstdarstellung, ist ein ambitiöses Projekt. Doch Paul, dessen Ego so gross ist, dass er unter «Platzangst im Universum» leidet, hat alles fest im Griff. Und wo seine Erinnerung ihn im Stich lässt, springt John ein, besucht Museen oder schaut nach, welche der Säulen am Trafalgar Square leer ist.

In der anfänglich produktiven Arbeitsgemeinschaft verschieben sich die Machtverhältnisse immer mehr, bis der Auftraggeber seinem Angestellten komplett ausgeliefert ist und sein genialer Plan von demjenigen des Gegenspielers durchkreuzt wird. Dabei wechseln beide ihre Rollen als Opfer bzw. Täter, bleiben aber immer Gefangene ihrer eigenen biographisch bedingten Blindheit.

Adairs neuester Roman ist eine von schwarzem Humor durchtränkte Geschichte über den blinden Fleck und die von (Selbst-)Täuschungen begleitete Suche nach Wahrheit. Dem Risiko, das die Figuren dabei eingehen, können sich auch die Leserinnen und Leser nicht entziehen. Vom Dialog gefesselt und dem Wechselbad von Sympathie und Antipathie hilflos ausgeliefert, sind sie gezwungen, über ihre eigene Rolle nachzudenken und ihre Positionen ständig neu zu definieren.

Thomas Hermann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
In einer Kurzkritik von wenigen Zeilen äussert sich K. H. Kramberg kryptisch über Adairs neuen Roman. Zunächst stellt er für sich fest, dass an dem Ausgang der Geschichte wohl nur "Sadisten allererster Ordnung" ihre Freude haben können. Dies scheint jedoch ein Lob zu sein. Denn abschliessend erklärt Kramberg, dass, wer diesen "furiosen" Stoff nicht mag, "keine Gnade" verdiene.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen britisch schwarzer - tief schwarzer Humor, 12. Januar 2007
Von Livia (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Wer britisches Understatement und britischen - rabenschwarzen - Humor schätzt, wer die stillosen und seichten amerikanischen Krimis leid ist, der sollte dieses Buch lesen. Hier ist kein typisches "tatort"-Gesülze sondern anregende, spannende meinetwegen manchmal leicht irritierende Handlung, die sprachlich anspruchsvoll daherkommt. Die "Gutmenschen"-Fraktion sollte das Buch links liegen lassen und sich lieber weiter vom politisch korrekten deutschen TV verblöden lassen.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Originelle Geschichte, 17. Februar 2001
Von Ralph Zaffrahn (Neuburg a.d. Donau, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Blindband (Gebundene Ausgabe)
Die Story ist interessant, doch insgesamt zu konstruiert und unglaubwürdig - z.B. der angebliche vierjährige Verzicht des Blinden aufs Radiohören, seine völlige Unkenntnis von den Vorgängen in der Welt draußen. Gestört hat mich auch die "bayerische" Haushälterin und das aufgepfropft wirkende Ende. Nach den begeisterten Zeitungskritiken hätte ich mir mehr von dem Buch erwartet.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Konzept: genial, die Auflösung: hmmmm..., 16. April 2003
Geniale Idee, die ganze Geschichte. Auch, dass auf prosa-mässige Beschreibungen verzichtet wird, nur aus Dialogen besteht dieser Roman. Dadurch gelangt man auch in die Rolle eines Blinden, denn alles Rundherum wird von 'John' (dem "Privat-Sekretär" quasi) beschrieben. Ich fühlte mich von Anfang an eher bange, weil selbst als noch alles gut und schön ist, spürt man die Abhängigkeit am eigenen Leibe. Dadurch, dass nur der John die Informationen liefert (nur schon wie das Wetter grad ist und so), weiss man als Leser auch nur immer soviel wie der Blinde.

Aber es ist schon wahr: gewisse Beschreibungen vom Blinden-Dasein sind zu unrealistisch und ich hoffte während der Lektüre stets, die Auflösung habe nichts mit dem Auto-Unfall zu tun; quasi die Rache eines Hinterbliebenen oder etwas ähnliches. Die tatsächliche Auflösung fand ich dann auch nicht so der Hit, weil da eine Geschichte ausgegraben wird, von der man nie was gehört hat und den Rahmen des 'gleichen Wissens wie der Blinde' verlässt. Ich hätte mir eine Auflösung gewünscht, die 'unabhängiger' gewesen ist, die in den Informationen verflochten gewesen wäre, die man zugetragen bekommen hat. Als mir das Buch empfohlen wurde, hat man vor allem das geniale Ende hervorgehoben. Schlussendlich fand ich alles davor einiges besser. Der Spannungsbogen, der Witz und das absolut nicht-epochale Ausmass der Geschichte lässt sich mit dem Film "SEXY BEAST" vergleichen: Leichte Kost, witzig, originell, leicht kriminalistisch gewürzt, gemein, mit Galgenhumor und einem für alle Parteien nicht wirklich allzu positiven Ausgang.

Nette Abwechslung und zweifelsohne empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 10. Dezember 2000 von uwe.sieler@t-online.de

1.0 von 5 Sternen Herbe Enttäuschung
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Am 21. November 1999 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Lesen öffnet die Augen!
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Am 15. November 1999 veröffentlicht

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