Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Liebe zwischen einem 40jaehrigen und einem "Nymphchen", 27. Juli 1999
Von Ein Kunde
In Vladimir Nabokovs einst umstrittenen Roman "Lolita" geht es um den Schriftsteller Humbert Humbert, der, als Moerder angeklagt, sich sein Gestaendnis von der Seele schreibt. Was wir lesen, sind in der Ich - Perspektive erzaehlte Erinerungen; eine Geschichte, die zum Mord fuehrt, der doch nur Vorwand ist fuer einen psychologisch meisterhaft und eindringlich erzaehlten Text: Roadmovie und Liebesgeschichte in einem. Humbert Humbert, der sich begierig nach "Nymphchen" sehnt, entdeckt die 12jaehrige Lolita als seine grosse Liebe. Um ihr nah zu sein, heiratet er ihre Mutter, die jedoch bald stirbt. Getrieben von Verlangen und Verlustaengsten bereist er ein Jahr lang mit Lolita die Vereinigten Staaten; seinen Annaeherungen begegnet sie teils mit Amuesiertheit, teils mit Widerwillen; und das Auf und Ab ihrer Beziehung, deren heikle erotische Szenen stets elegant umschrieben werden, macht zu einem Grossteil die Faszination des Buches aus. In den 50er Jahren, als das Buch erschien, war es zunaechst wegen dieser Szenen heftig umstritten; heute wirkt es eher zurueckhaltend, nie aber pruede. Der eigenwillige Stil Nabokovs, der haeufig in alle Richtungen ausschweift (aber nie den Faden verliert), war fuer mich am Anfang nicht leicht zu lesen; im Laufe der Seiten zog er mich jedoch immer mehr in seinen Bann. Vielleicht kein Buch, das sich immer rasch und fluessig liest; dafuer wird man aber auch beim zweiten Lesen immer wieder mit Neuem belohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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39 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein pulsierender Roman über die Pädophilie, 14. August 1999
Von Ein Kunde
Humbert Humbert ist wahnsinnig. Und er ist wahnsinnig verliebt. Seine Liebe gilt Lolita. Lolita ist minderjährig, fast noch ein Kind. Doch gerade sie sind es, die kleinen „Nymphchen", die Humbert alles bedeuten. Und mehr: seine krankhafte Obsession für die kleinen Mädchen in ihren kleinen Röckchen fixiert sich auf die kleine Lolita. Humbert will Lolita haben, und um sie zu bekommen, heiratet er ihre alleinerziehende Mutter. Als diese stirbt, hat er freie Bahn: Aus dem Vater - Tochter - Verhältnis wird mehr. Als die Obsession auch zu einer sexuellen Besessenheit wird, ist nicht mehr zu unterscheiden, wer von beiden wen verführt hat, hätte man nicht im Hinterkopf: Lolita ist fast noch ein Kind. Sie hat nur gespielt, wo er Ernst gemacht hat. Auf ihren rastlosen Reisen durch Amerika wird das Liebes-Spiel der beiden gefährlicher, denn Lolita will einerseits noch ein Kind sein, mußte aber schon so erwachsen werden, daß ihr das Kindliche gar nicht mehr steht. Immer wenn ihre Verbindung so auffällig wird, daß Verdacht geschöpft werden könnte, flüchtet Humbert, und Lolita reißt er mit sich. Die Flucht durch Amerika ist auch die Flucht vor sich selbst, denn nach und nach leidet auch Humbert unter den Strapazen seiner Obsession. Auch weil er merkt, daß Lolita sich ihm entzieht, was ihn nur noch rasender macht. Am Ende wird er gefaßt und muß für seine Leidenschaft büßen. Seiner Krankheit bewußt gemacht, schreibt er auf, was passierte: Verführung und Untergang. Nabokovs Roman macht so besessen, wie Humbert Humbert ist. Man verschlingt die Seiten mit Gier, lechzt danach, immer weiterzulesen, hangelt von Höhepunkt zu Höhepunkt mit der Geschichte mit. Und bleibt am Ende krank zurück - krank vor Leidenschaft für dieses Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterlich, 4. Oktober 2002
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch ist. Aber Nabokov schreibt keineswegs obszön oder sensationsgierig, sondern melancholisch, trüb, analytisch, doch oft auch einfach nur witzig. Die Selbstironie, das Selbstmitleid und das harte, aber oft auch vor Wahrheit strotzende Urteil des Erzählers "Humbert Humbert" sind kraftvoll und sympathisch. Die Sprache Nabokovs ist meiner Ansicht nach unübertroffen. Und damit meine ich ernsthaft, daß sie die Virtuosität z.B. Goethes, Döblins oder Hesses in den Schatten stellt. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzer, die Großes vollbracht haben, so daß viele Wortspiele auch im Deutschen erhalten und v.a. auch nicht gekünstelt sind. Nabokovs Sprache ist treffend, phantasievoll und immens kreativ. Oft fragt man sich, woher er diese wohlüberlegten Vergleiche und Assoziationen und Ausdrücke sowie Redewendungen hernimmt. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß es in "Lolita" vor Anspielungen auf die Literatur, insbesondere die französische, nur so wimmelt. So sind Kenntnisse auf diesem Gebiet und in der französischen Sprache zwar hilfreich und nett, jedoch kinesfalls für das Verständnis oder den Genuß des Buches notwendig. Fazit: Ein Meisterwerk, das vor die Lesebrille eines jeden Literaturfans und dessen, der es werden will, gehört.
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