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März: Roman und Materialien. (Werkausgabe)
 
 

März: Roman und Materialien. (Werkausgabe) (Taschenbuch)

von Heinar Kipphardt (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 308 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (Juli 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499158779
  • ISBN-13: 978-3499158773
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 228.536 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Man braucht keine Fachkenntnisse, um dieses Buch zu verstehen. Da wird die Geschichte hauptsächlich einer Person, des schizophrenen Dichters März, erzählt, dessen Zusammenbruch seines Sozialsystems in ursächlichem Zusammenhang mit dieser tiefgestörten Gesellschaft steht. Der schizophrene Kranke ist wahrscheinlich nur sensibler, dünnhäutiger, verletzlicher, unfähiger zur Adaption, merkwürdig auf sich selbst beharrend, aber keineswegs der absolut andere. Tatsächlich ist mir nach und nach während der Arbeit die Betrachtungsweise, die März hat, immer leichter gefallen...: eine gewisse Naivität, eine gewisse Kindlichkeit, die auch nicht davor zurückschreckt, kindisch zu sein, etwas Radikales in bezug auf einfache, bildhafte Benennungen...Unsere Kultur hat zu tun, wie März einmal sagt, mit einer gewissen Wettbewerbsfolter. Man könnte sich doch durchaus vorstellen, daß ein späterer Beobachter die Leute, die sich so mühevoll abrichten ließen, die ihr ganzes Leben taten, was sie nicht wollten, Lohnarbeit genannt, und die sich wie gutwillige Haustiere benahmen, als 'Irre, Wahnsinnige, Verrückte' bezeichnet.


Autorenportrait

Heinar Kipphardt, geboren am 8. März 1922 im Schlesischen, starb am 18. November 1982 in München. Er veröffentlichte die folgenden Dramen wie z. B. "Shakespeare dringend gesucht" 1953; "Der Aufstieg des Alois Piontek" 1956; "Die Stühle des Herrn Szmil" 1961; sowie "Der Hund des Generals" 1962

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gut gelungen, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Das Buch "März" von Heinar Kipphardt war Thema meines Referates im Rahmen eines Seminares mit dem Titel "Soziale Arbeit im Spiegel der Literatur".Zunächst musste ich mich oft überwinden, das Buch weiterzulesen, war der Stil doch seltsam und arg gewöhnungsbedürftig. Kipphardt stellt mosaikartig das Leben des Alexander März dar. Auch war mir März selbst zunächst recht fremd. Das Thema Schizophrenie hat mein Leben nie berührt, dementsprechend unerfahren war ich mit der Materie. Im Nachhinein bezeichne ich das Buch als eines meiner Lieblingsbücher. Der Stil ist einzigartig, man gewöhnt sich sehr schnell an ihn, und wenn man ehrlich ist, hätte zu diesem Thema auch kein anderer gepasst. März selbst ist ebenso einzigartig. Man versteht ihn im Laufe der Zeit immer besser und fragt sich später:"wer ist denn verrückt? März oder die Gesellschaft". Auf diesem Fundament lässt sich eine kritischere Betrachtungsweise der Gesellschaft und ihr Umgang mit scheinbar "Verrückten" erreichen, und genau das war ja Kipphardts Ziel. Meisterwerk.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Welt ist ein Irrenhaus, 7. November 2002
Warum werden Menschen "irre"? Die Frage beantwortet die moderne Psychologie, Psychiatrie mit dem Verweis auf die Person selbst: "endogene Depression" ist eines der Lieblingswörter dieser Wissenschaften - also ein "Irrewerden" ohne feststellbaren Anlass. Die Ursache liegt demnach angeblich bei der Person selbst (entweder in ihren Genen oder ihrem Verhalten).

Kipphardt, der selber als Psychiatzer an der Berliner Charite tätig war, bevor er Dramatiker wurde, gibt eine anderere Antwort: Menschen werden irre an einer Konkurrenz-Gesellschaft, in der der einzelne nichts ist, der Profit aber alles.
Wer dem nicht standhält, landet entweder arm in der Gosse, wird drogenabhängig, begeht Selbstmord oder findet sich in der Psychiatrie wieder. Nicht die Verrückten sind verrückt, sondern die Welt, in der wir leben.
Kipphardt erzählt die Geschichte des schiziphrenen Dichters März und seine Leidensgeschichte. Das Aufwachsen in einer autoritären Familie, das Leiden unter stupider Arbeitshetze in der Fabrik und das Scheitern an gesellschaftlichen Verhältnissen, in der die Mase der Menschen nur kleine Rädchen in der Profit-Maschinierie der Unternehmer sind.

Aber März ist nicht ganz wehrlos: in seinen Gedichten zeichnet er den Zustand einer Welt auf, die ihn in die Psychiatrie gebracht hat. Sein "Nicht-Normal-Sein" ist Ausdruck einer inneren Rebellion gegen diese Welt.

Kipphardt erzählt März Geschichte aber nicht einfach herunter. Seine Technik, Tagebuchaufzeichnungen des behandelnden Psychiaters, Gedichte, Gespräche zu montieren - den Erzählstrang zu brechen - ist die einzige Möglichkeit, einem menschen auf die Spur zu kommen, dessen Persönlichkeit gebrochen wurde.
Und anders kann auch eine Gesellschaft voller Brüche und Widersprüche nicht dargestellt werden, die vielen Menschen als Chaos erscheint. Ein Chaos, das über sie wie eine unerklärliche Naturgewalt hereinbricht, der sie hilflos ausgeliefert sind.

Kipphardt Buch ist erschütternd und ich mußte es häufig beiseite legen, weil ich das Weiterlesen nicht ertragen konnte.
Aber es hat mich darin bestärkt, eine solche ungerechte Welt nicht zu dulden.

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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Genial, mehr nicht!, 27. Juni 2000
Von Ein Kunde
Man sollte es schnell, bedacht und mit Verstand lesen. Dann kann man noch einiges aus diesem Buch lernen.
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