Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Legende von Duluoz: "Passing Through", 28. April 2008
"Engel, Kif und neue Länder" ist eine kuriose Veröffentlichung: Es handelt sich hierbei nicht um "Desolation Angels", sondern lediglich um den zweiten Teil dieses Buches, den Kerouac gerne unter dem Titel "Passing Through" als eigenständigen Roman veröffentlicht gesehen hätte. Was ihm in den Vereinigten Staaten verwehrt blieb, wurde ihm später in der Bundesrepublik gewährt. Dies hatte leider nicht nur zur Folge, dass man im deutschen Sprachraum gelegentlich den Teil mit dem Ganzen verwechselt, sondern auch, dass bis zum heutigen Tag keine deutsche Übersetzung des ersten Teils ("Desolation Angels") erhältlich ist.
So beginnt "Engel, Kif und neue Länder" nicht mit Jack Duluoz' Aufenthalt auf dem Desolation Peak (einem Berg im North Cascades National Park), sondern mit seiner Reise nach Mexiko 1956. Im weiteren Verlauf geht es wieder zurück nach New York, dann nach Tanger, Frankreich und London, und schließlich wieder durch Amerika. Doch obwohl er sich nach seiner selbstgewählten Einsamkeit wieder auf abenteuerliche Reisen macht und er auf alte Bekannte wie Irwin Garden (Allen Ginsberg), Bull Hubbard (William S. Burroughs) und Cody Pomeray (Neal Cassady) trifft, ist Duluoz (Kerouac) nicht mehr der Sal Paradise aus "On The Road" oder der am Buddhismus interessierte Ray Smith aus "Dharma Bums" ("Gammler, Zen ..."). Die Erfahrungen der letzten Jahre haben ihn stark geprägt; er sieht nicht zorning zurück, der Grundton jedoch ist pessimistischer geworden, der Blickwinkel aufs Leben trauriger - aber auch schöner. Er stellt Überlegungen zum Rausch an, den er nicht aufgibt (dazu liebt er das Leben zu sehr), zur Liebe, zu seinem Schriftstellerdasein, zu seinen Beat-Kameraden und zum Leben und Sterben. Und was Jack Kerouac kurz vor seinem Tod in einem Interview sagen sollte, wird hier deutlich: "I'm not a beatnik, I'm a Catholic." - Buddha beschäftigt Duluoz in "Engel, Kif ..." noch immer, aber er ordnet ihn Christus unter.
Dieses Buch ist allen Lesern zu empfehlen, die Gefallen an "Gammler, Zen und hohe Berge" gefunden haben. "Unterwegs" sollte man aber auf jeden Fall kennen, denn erst der Kontrast gibt diesem Buch sein volles Gewicht.
"Später bin ich wieder in New York und sitze mit Irwin, Simon, Raphael und Lazarus herum, und wir sind nun mehr oder weniger berühmte Schriftsteller, aber sie wundern sich, warum ich jetzt so lahm geworden bin, so ruhig, während wir zwischen all unseren veröffentlichten Büchern und Gedichten sitzen, wenngleich es auch, seit ich mit Memère in einem Häuschen für uns allein lebe, Meilen von der Stadt weg, wenigstens friedliches Leid ist. Friedliches Leid zu Hause ist das Beste, was ich der Welt je werde bieten können, und darum sagte ich meinen Engeln der Ödnis Lebwohl. Ein neues Leben für mich." (S. 186)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Suche nach Weisheit, 23. März 2001
Von Ein Kunde
Der (schlecht gewählte) deutsche Titel verdirbt die Erwartung, hier etwas Tiefgründiges zu entdecken, doch wenn man sich davon nicht täuschen läßt, so erlebt man eine exotische aber vertraute Gedankenwelt- schön, daß sich mal jemand nicht zu schade war, aufzuschreiben, was Menschen unterschwellig bewegen kann. Dem Werk fehlt zwar bei weitem die Klasse von "Unterwegs", aber für die Bahnfahrt in den Interrail-Urlaub ist es mehr als geschaffen!
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