Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die verlorene Welt der Kindheit, 23. Juli 2002
Ein sehr sinnliches Buch (im wörtlichen, nicht im erotischen Sinn gemeint): Vladimir Nabokov (geb. 1899) läßt seine Kindheit in Rußland wiederauferstehen, mit all ihren Farben, Gerüchen und mit Abschweifungen ins kleinste Detail, die dem Buch seinen Charme verleihen. Aus einem sehr wohlhabenden und politisch fortschrittlich gesinnten Elternhaus stammend, ist es jedoch nicht das verlorene Vermögen, was er "den Roten" bzw. der Revolution zum Vorwurf macht, sondern den Verlust der magischen Stätten seiner Kindheit. Nabokov erzählt von seinen Sommern auf dem Landsitz unweit von St. Petersburg, vom Leben im Winter in der Stadt, der ersten Liebe, der Flucht (zuerst auf die Krim, dann nach England), den Jahren im europäischen Exil, bis zur Flucht nach Amerika. Ein manchmal kaum verborgener Snobismus und eine durchaus nachvollziehbare Sentimentalität werden aufgefangen durch einen feinen Humor und ein gesundes Ausmaß an Selbstironie, ohne die der Text wahrscheinlich nur schwer erträglich wäre. "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", die russische Variante - und doch ist Nabokov nicht einfach nur einer, den die Sehsucht nach der Kindheit plagt. Daß er gerade seine Autobiographie in der Fremdsprache, dem Englischen verfaßt hatte, zeigt, wie er sein Schicksal in sprachlich-künstlerischer Hinsicht überwinden konnte. Zur Übersetzung: Ich habe das Buch zweimal gelesen, zuerst im englischen Original, dann auf Deutsch. Auch wenn es ein Gemeinplatz ist, das Original als besser zu bezeichnen: hier kommt die Übersetzung von D.E. Zimmer syntaktisch nicht immer gut mit, der Rhythmus "hinkt" manchmal, die Nebensätze werden unübersichtlich, während der englische Text gerade durch den eleganten Sprachfluß besticht. Für alle, die gut Englisch können: eindeutig die bessere Wahl.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verflossene Heimatgefühle - neu belebt, 2. Februar 2003
Von Ein Kunde
Sehr faszinierend und einfühlsam geschrieben. Weckt längst verflossene Heimatgefühle - in aller Welt - für jeden, der mit einem ähnlichen Schicksal irgendwo fernab leben muss. Bei Nabokov wird zudem russische Geschichte lebendig.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gut aber nur teilweise, 15. Februar 2007
N`s manchmal fast unheimliche literarisches Fähigkeit trägt einen auch durch diese Schrift und sorgt zumindest an zwei, drei Stellen für echte Begeisterung. Das eigentlich interessante ist der Blick auf den Menschen N. der sich hier auftut. Ich hätte ihn glaube ich nicht gemocht. Was soll man halten, von jemandem der Schmetterlinge fängt? er muss ein ziemlich eitler und snobbistischer Kerl gewesen sein und so zieht sich dieses Buch phasenweise sehr, gespickt mit technischen Daten, Informationen und Annekdötchen, die wirklich nur einen Fetischisten interessieren können. er scheint das Buch zu einem guten Teil für sich selber geschrieben zu haben - auch das ist interessant.
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