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Die Vermessung der Welt
 
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Die Vermessung der Welt (Gebundene Ausgabe)

von Daniel Kehlmann (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (386 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl

Amazon.de Audiobook-Rezension

In seinem fünften und bisher besten Roman widmet sich der junge Daniel Kehlmann gleich zwei großen Geistern der an deutschen Genies reichen Epoche des 19. Jahrhunderts. Abwechselnd lässt er Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt die Welt erforschen und vermessen, am Ende begegnen sich die beiden, inzwischen alt und berühmt geworden, in Berlin. So leicht, geistreich und zugleich witzig ist schon lange nicht mehr über deutsche Dichter und Denker erzählt worden, über die allzumenschliche Lächerlichkeit auch im Genial-Erhabenen. Ob das alles wirklich so war, fragt der glückliche Leser nicht, auch wenn die leicht karikaturhaften Züge nicht zu leugnen sind. Etwa wenn Humboldt mit seinem Begleiter Bonpland von Paris nach Madrid reitet, um dort am Hof um die Erlaubnis für seine erste Südamerikaexpedition anzusuchen, sie aber einfach nicht vorankommen, weil Humboldt nicht aufhören kann, nebenbei zu messen und zu forschen: “Ein Hügel, von dem man nicht wisse, wie hoch er sei, beleidige die Vernunft, mache ihn unruhig. Ohne stetig die eigene Position zu bestimmen, könne ein Mensch sich nicht fortbewegen. Ein Rätsel, wie klein auch immer, lasse man nicht am Wegesrand.“

Gäbe es einen Preis der prägnantesten Hörbuchstimmen, hätte Ulrich Matthes sicher gute Chancen. Es genügen wenige Worte, um ihn zweifelsfrei zu erkennen. Unverkennbarkeit einerseits, grandioser Schauspieler andererseits, wie Matthes in zahlreichen Stücken, Filmen und Hörbüchern bewiesen hat. Auch aus dem Kehlmann-Roman macht er ein akustisches Ereignis und vermag die Wirkung dieses glänzenden Stücks Literatur noch strahlender zu machen. Dringend zu empfehlen!

Spieldauer: ca. 345 Minuten, 5 CDs, Hörbuchfassung des Autors

--Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


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106 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Auf die Interpretation kommt es an..., 5. März 2009
Von Alexander Schmitt (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die Vermessung der Welt. (Broschiert)
Nachdem ich viele der über 300 Rezensionen zu diesem Buch gelesen habe, muss ich feststellen, dass das Buch von vielen Lesern offensichtlich falsch verstanden wurde. Natürlich ist es kein spannendes Buch mit einem klar definierten Plot, der in einem Höhepunkt kumuliert, denn das ist meines Erachtens nach auch nicht der Anspruch dieses Werkes. Vielmehr ist Kehlmanns Roman in erster Linie eine satirische, bisweilen karikierende Darstellung des "Deutschseins", und zwar in zeitlich ungebundenen Kategorien eingebettet. Auch wenn die Handlung bereits vor 200 Jahren stattfand, so sind die meisten Stereotypen doch bis heute erhalten. In zweiter Linie ist es wohl eine philosophische Abhandlung über das Altern, das Kehlmann wie kein Zweiter auf sehr subtile, würdevolle, aber auch lustige Art und Weise betrachtet.

Hervorzuheben ist meiner Meinung nach besonders sein Schreibstil. Als Vielleser von Gegenwartslitaratur (nicht nur deutschsprachiger zwar) war Kehlmanns Roman stilistisch gesehen für mich ein besonderer Genuss. Die oftmals kritisierte, immer anwesende indirekte Rede schafft eine ganz besondere und auch nötige Distanz zu der lange zurückliegenden Handlung, was ich (als Geschichtsstudent) ausschließlich positiv bewerten kann. Historische Romane, in denen die direkte Rede überwiegt, können per se nicht authentisch sein, denn wer will genau wissen können, was wirklich gesagt wurde?!

Über kleinere Ungenauigkeiten bei der biographischen Recherche zu Gauß und Humboldt kann man durchaus hinwegsehen, sie tun der Handlung bzw. vielmehr der Aussage des Buches keinen Abbruch. Auch den Titel des Buches empfinde ich im Gegensatz zu vielen anderen Lesern nicht als störend, da es eben genau die Vermessung der Welt ist, die die Leben der beiden Charaktere miteinander verbindet und im Übrigen auch eine sehr "deutsche" Wesensart darstellt. Auch die Doppeldeutigkeit des Wortes "vermessen" ist hier nicht zu vernachlässigen.

Insgesamt gelingt es Kehlmann also sehr gut, ein leicht zu lesendes, zumeist lustiges, inhaltlich interessantes, wenn auch nicht spannendes, Buch zu verfassen, das durch die Einbettung in die Biographien zweier großer deutscher Wissenschaftler einen hervorragenden Rahmen besitzt.
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122 von 155 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Keine Kehlmann- Euphorie ausgebrochen, 14. März 2008
Von Kritischer Leser (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Recht witzig und amüsant geschrieben, begleitet es zwei der exzellentesten Forscher des ausgehenden 18. Jahrhunderts durch ihr völlig verschiedenes Leben: Alexander von Humboldt, der im nördlichen Südamerika forscht, den Orinoko befährt, auf Vulkane klettert, in Höhlen kriecht und die Kopfläuse der Eingeborenen zählt. Der alles mißt und kostet und katalogisiert, was ihm unterkommt. Beinahe sein ganzes Leben auf Reisen verbringt. Und Friedrich Gauß, der geniale Mathematiker, Astronom, zuletzt auch Physiker, der kaum glaubhafte Erkenntnisse en passant gewinnt, ein Eigenbrötler ist, ein Frauenliebhaber, zuletzt im Alter ein Grantscherm wird. Gewiss ist das Buch gut zu lesen, auch informativ, bietet einige Facetten aus Wissenschaft und Politik der Zeit, läßt den Schluß zu, dass Gauß das wirkliche Genie war, Humboldt eher ein verbohrter, penetranter Pedant, beide sozial wenig gebildet, rücksichtslos, eigensinnig, stur. Was fehlt, ist der Rote Faden in dem Buch: es ist eine Geschichte ohne lebendige, sich aufbauende Handlung, ohne Spannung (wenn auch spannend erzählt) aus sich heraus, ohne Anfang und Ende. Der Erzählfluss plätschert locker dahin, doch es fehlt die Quelle und der große Strom, der ins Meer fließt. Die Begleitgeschichten (z.B. von Herrn Bonpland) muss man recherchieren, es geht nicht hervor, was Geschichte ist und was Fiktion. Alles in Allem ein angenehm zu lesendes Werk, bringt etwas Licht in das Leben der beiden Gestalten, aber mit der überschwenglichen Beweihräucherung der Klappentexte (wo, bitte sind die "fabelhaften Dialoge"?) bin ich nicht einverstanden.
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44 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen "Die lustigen Abenteuer von Alexander und Carl Friedrich", 13. Februar 2008
Ich falle ja selten auf einen literarischen Hype herein, aber diesmal ist es mir doch passiert. Überall wurde Kehlmanns Buch gelobt, und wissenschaftliche Themen finde ich eh interessant, also konnte das doch keine falsche Erwerbung sein. War es aber.

Das schlimmste an dem Buch finde ich eigentlich, dass der Autor so gar keinen Versuch macht, in die Tiefe der Personen vorzudringen, ihren Charakter zu verstehen und auszuleuchten. Er scheint eher fassungslos vor den beiden großen Männern zu stehen, die er sich zum Thema genommen hat, und schreibt dann eben mal ein bisschen was über sie. Das könnte eine Doppelbiographie sein, wie sie ja gerade in Mode sind, aber eher ist es eine Parodie auf eine solche. Nichts gegen Parodien, aber literarischen Wert haben sie meist keinen.

Und so ist es leider auch hier. Alles flach, alles Papierfiguren, keine der Personen lebt. Warum soll man das lesen? Warum jedenfalls, wenn man sich vom Lesen mehr erwartet als nur das Vertreiben der Zeit? Persönlich habe ich nach Seite 120 die Hoffnung aufgegeben, dass es noch besser würde, und habe Humboldts Dschungelscherze von da an nur noch überflogen statt gelesen. Gauß habe ich mir etwas länger angetan, weil diese Teile weniger nervten - und weil es auf die Stunde dann auch nicht ankam, denn der Text liest sich ja mühelos weg wie nichts. Kein Wunder.

Im wesentlichen hat man es bei dem Werk mit einer Anekdotensammlung zu tun: lustige Episödchen aus dem Leben eines Mathematikers und eines Naturforschers, ohne irgendeinen Anspruch auf Erkenntnisgewinn. "Guck mal, was der miesepetrige Gauß da wieder witziges gemacht hat, haha. Und Humboldt hat noch nie eine nackte Frau gesehen, nein sowas." Wenn das als Satire in MAD erschienen wäre, könnte man es würdigen, aber mit Literatur hat das ganze nichts zu tun. Mit Mathematik oder Naturforschung auch nicht viel, denn von den Arbeitsgebieten der beiden Personen lässt der Autor nur oberflächliche Begriffe und Bezeichnungen einfließen, die er in irgendeinem Buch gesehen (aber offenbar nicht verstanden) hat. Das ist nur dünne Staffage für Witzeleien im Kuriositätenkabinett. Wissenschaft als Freak-Show.

Man muss dem Text zugute halten, dass er eine prima Vorlage für eine TV-Klamotte abgäbe, so eine Historien-Comedy "Die lustigen Abenteuer von Alexander und Carl Friedrich", genau so liest es sich. Wahrscheinlich hat Kehlmann selbst so lange vor dem Fernseher gesessen, dass er alle schriftstellerischen Ansprüche in sich auf RTL-Niveau heruntergeschraubt hat. Alexander ist im Dschungel-Camp, und Carl Friedrich macht uns den Superstar... Mit den historischen und wissenschaftlichen Details, die durch Name-Dropping noch im Buch vorzufinden sind, kann man dann sogar noch den 8000-Euro-Level bei Herrn Jauch erreichen - insofern ist das Buch ein echtes Kind des TV-Zeitalters. Wahrscheinlich hat jede Generation die Bestseller, die sie verdient.
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3.0 von 5 Sternen 2 spannende Leben in parallel
Ich hatte dieses Buch in englischer Fassung durchgeblattert und die Idee hatte mir gefallen. Beim Lesen dieses Buches erfahrt man vieles uber die Mentalitat des 18. Jahrhunderts.
Vor 5 Tagen von Gonthier Remi veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ich will nach Hause
Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann schildert das Leben des Mathematiker Carl Friedrich Gauß (der Mann, der früher auf dem 10 DM Schein abgebildet war) und das von... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Tagen von junior-soprano veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Hochgenuß
Bereits nach den ersten Seiten fing ich an, diesen Roman in ganz kleinen Häppchen zu lesen, damit es recht lang dauert. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Tagen von Annaselbdritt veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen In der Zwickmühle
Beim Beurteilen des Buches "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann fühle ich, dass ich in einer richtigen Zwickmühle stecke. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Regenfisch veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Wirklich mein Lieblingsbuch.
Alles ist so kauzig und lustig. Eine Mischung aus Historischer Anlehnung und trockenem Humor. Ich konnte so viel mit dem Erzählstil anfangen. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Torsten Blacha veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen nüchtern, aber spannend
obwohl einiger meiner freunde das buch als langeweilig beurteilten, fand ich es recht unterhaltsam und hatte es innerhalb einer woche ausgelesen. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von S. Gudrun veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Etwas enttäuschend
Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" ist eines der Bücher, an die man mit einer riesigen Erwartung herangeht und dann doch etwas enttäuscht wird. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Danny Multani veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ganz einfach genial!
Humboldt und Gauß, zwei Wissenschaftsgenies auf ihrem Lebensweg als gute Unterhaltung?
Daniel Kehlmann ist das Kunststück gelungen, er hat nicht nur ein interessantes Buch... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Bienchen veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen seltsam
liest sich leicht und ist ziemlich witzig. allerdings sind irgendwie zu viele anspielungen auf sexuelle vorlieben der charaktere, was die betroffenen, die es wirklich gab(z. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von P. Eisfeld veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Die wohltuende Schönheit der Sprache
Trotz seiner jungen Jahre ist Daniel Kehlmann einer, den man schon heute zu den ganz Großen rechnen muss. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Ursula Prem veröffentlicht

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