Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht so ganz mein Fall, 23. September 2007
"Die Seidenmanufaktur zur schönen Harmonie" ist das Debut des in Malaysia aufgewachsenen Tash Aw. Aw ging zum Studium nach Grossbritannien und lebt seitdem dort. Ich musste mich *zeitweilig* zwingen, sein Debut zu Ende zu lesen:
Jasper ist der Sohn eines Gangsters und versucht nach dem Tode seines Vaters zu rekonstruieren, was dazu geführt hat, dass sein Vater zu dem geworden ist, was er war. Da die Geschichte in den 40'er Jahres des letzten Jahrhunderts angesiedelt ist, hat Aw sich eine sehr interessante Periode der malaysischen Geschichte ausgesucht: Malaysia wurde in Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt. Gleichzeitig operierten im malayischen Dschungel kommunistische Einheiten, die die Besatzer zu vertreiben suchten.
Aw erzählt die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven: Zunächst kommt Johnny als Ich-Erzähler zu Worte, dann seine verstorbene Mutter anhand von Tagebucheinträgen. Der abschließende Teil wird von dem alterenden Peter Wormwood aus der Retrospektive erzählt. Wormwood war zur Zeit des Geschehens ein mehr oder minder herumdriftender britischer Künstler, der Johnnys Eltern auf deren Flitterwochen begleitet hatte.
Richtig überzeugt hat mich nur der erste Teil der Geschichte, der sich nicht nur Johnny Lim, sondern auch ausführlich dem Land selbst widmet. Den folgenden Teilen mangelt es m.E. zu sehr an einem stringenten Erzählstrang - Aw mändert für meinen Geschmack zu viel hin und her und lässt den Leser dadurch häufig den Faden verlieren. Darüber hinaus verlieren die Figuren während dieser weiteren Teile an Farbigkeit und Überzeugungskraft. Malaysia und das ganze Geschehen um die jungen Eheleute wirkten irgendwie mystisch verklärt und Mystik ist so überhaupt nicht mein Ding ;-(. Schliesslich ist es Aw mit seinem Erzählstil m.E. nicht gelungen, darüber hinwegsehen zu lassen, dass letztlich die gleichen Ereignisse dreimal, wenn eben auch aus anderer Perspektive, erzählt werden.
Fazit: Bin vermutlich eher ein literarischer Banause, dass ich Aws Erzählstil nicht richtig zu würdigen weiss, denn schliesslich hat er den Whitbread-Preis für das beste Debüt erhalten, aber mein Fall war "Die Seidenmanufaktur zur schönen Harmonie" nicht wirklich. Lesen Sie es am besten selbst und bilden Sie sich selbst ein Urteil darüber!
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3.0 von 5 Sternen
Ambivalent in Aussage und Wirkung, 3. Januar 2010
Die Seidenmanufaktur? Gerät im Romanverlauf immer mehr ins Abseits. "Zur schönen Harmonie"? Blanker Zynismus. Die "wahre Geschichte des ehrlosen Chinesen namens Johnny"? Eine Ansammlung bestenfalls halbwahrer Begebenheiten und Taten.
Tash Aw lässt den Leser lieber im Nebel stochern, als ihm eine gradlinige Handlung mit gradlinigen Charakteren und einer eindeutigen Lösung zu liefern. Er lässt den Leser drei unterschiedlichen Erzählern folgen, setzt ihn drei Erzählstilen und Perspektiven aus. Ein eigentlich interessanter und vielversprechender Kunstgriff, der aber im vorliegenden Fall meines Erachtens nur eingeschränkt geglückt ist. Und zwar deshalb, weil ein humorvoller, kurzweiliger und geradzu brillanter Erzählstil im Ersten Teil von einem schleppenden Tagebuchstil im zu lang geratenen Zweiten Teil abgelöst wird. Nicht nur das: auch das Geschehen, das im Ersten Teil um den wirtschaftlichen Aufstieg eines chinesischen Arbeiters im Malaya der dreißiger und vierziger Jahre kreist und schon deshalb für landeskundlich interessierte Leser spannend ist, weicht etwas unvermittelt einer surrealen Hochzeitsreise (zu fünft!) auf eine einsame Tropeninsel mit Burgruine.
Thematisch knüpft auch der Dritte Teil an die Bootsfahrt zur Insel und den Aufenthalt auf der Insel an. Erzähler ist diesmal ein mittlerweile gealterter exzentrischer Pflanzen-, Literatur- und Opernliebhaber, der nun im Rückblick seine Version des Geschehens darlegt - mit einigen interessanten Details und überraschenden Offenbarungen. Bevor der Leser zum opernhaft-dramatischen Schlussakt vordringt, kann er sich noch an einigen Botanikexkursen erfreuen (oder sie überspringen).
Fazit: 5 + 2 + 2 : 3 = 3 Sterne.
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3.0 von 5 Sternen
Nicht so ganz mein Fall, 28. Dezember 2007
"Die Seidenmanufaktur zur schönen Harmonie" ist das Debut des in Malaysia aufgewachsenen Tash Aw. Aw ging zum Studium nach Grossbritannien und lebt seitdem dort. Ich musste mich *zeitweilig* zwingen, sein Debut zu Ende zu lesen:
Jasper ist der Sohn eines Gangsters und versucht nach dem Tode seines Vaters zu rekonstruieren, was dazu geführt hat, dass sein Vater zu dem geworden ist, was er war. Da die Geschichte in den 40'er Jahres des letzten Jahrhunderts angesiedelt ist, hat Aw sich eine sehr interessante Periode der malaysischen Geschichte ausgesucht: Malaysia wurde in Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt. Gleichzeitig operierten im malayischen Dschungel kommunistische Einheiten, die die Besatzer zu vertreiben suchten.
Aw erzählt die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven: Zunächst kommt Johnny als Ich-Erzähler zu Worte, dann seine verstorbene Mutter anhand von Tagebucheinträgen. Der abschließende Teil wird von dem alterenden Peter Wormwood aus der Retrospektive erzählt. Wormwood war zur Zeit des Geschehens ein mehr oder minder herumdriftender britischer Künstler, der Johnnys Eltern auf deren Flitterwochen begleitet hatte.
Richtig überzeugt hat mich nur der erste Teil der Geschichte, der sich nicht nur Johnny Lim, sondern auch ausführlich dem Land selbst widmet. Den folgenden Teilen mangelt es m.E. zu sehr an einem stringenten Erzählstrang - Aw mäandert für meinen Geschmack zu viel hin und her und lässt den Leser dadurch häufig den Faden verlieren. Darüber hinaus verlieren die Figuren während dieser weiteren Teile an Farbigkeit und Überzeugungskraft. Malaysia und das ganze Geschehen um die jungen Eheleute wirkten irgendwie mystisch verklärt und Mystik ist so überhaupt nicht mein Ding ;-(. Schliesslich ist es Aw mit seinem Erzählstil m.E. nicht gelungen, darüber hinwegsehen zu lassen, dass letztlich die gleichen Ereignisse dreimal, wenn eben auch aus anderer Perspektive, erzählt werden.
Fazit: Bin vermutlich eher ein literarischer Banause, dass ich Aws Erzählstil nicht richtig zu würdigen weiss, denn schliesslich hat er den Whitbread-Preis für das beste Debüt erhalten, aber mein Fall war "Die Seidenmanufaktur zur schönen Harmonie" nicht wirklich. Lesen Sie es am besten selbst und bilden Sie sich selbst ein Urteil darüber!
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