Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 08.04.2003
Richtig böse möchte Christoph Bartmann in seinem Verriss offensichtlich nicht werden, und so rechnet er Jakob Heins neuem Buch "Formen menschlichen Zusammenlebens" positiv an, dass man es in zwei Stunden durchgelesen hat, ohne sich zu ärgern oder bleibende Schäden davon zu tragen. Doch plaudert Hein in seinen Augen so folgenlos wie unspektakulär über seine Reise in die USA, von der er seit seinen DDR-Kindertagen geträumt hatte. Wie Bartmann verrät, erwarten auch in New York den Erzähler keine Abenteuer, allenfalls die Schatten des Kinderzimmers, Langweile und verplemperte Zeit. Bei Heins sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Live-Auftritten mag das gewollt Belanglose komisch sein, meint Bartmann, als Leser fand er Heins "Formen pueriler Beschränktheit" literarisch nicht besonders ausbaufähig und "belanglos".
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Jeden Tag Pistolenschüsse und Breakdance, mit komplizierten, blassen und wunderschönen Frauen im gelben Taxi ins Waldorf fahren. Das ist New York. Und genau dahin wollte Jakob Hein schon mit zwölf, als er noch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat. Daran kann ihn auch die knisternde Nylonunterwäsche seiner ersten Flamme nicht hindern. Außerdem sieht er jetzt auch Phoebe jeden Tag, im Cupcake Cafe in der 9ten Avenue, mit ihren langen braunen Haaren und dem wilden Kußmund. Aber die Liebesregeln im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind noch komplizierter als die Frauen selbst. Nach seinem hinreißenden Debüt »Mein erstes T-Shirt« zieht es Jakob Hein in die Neue Welt. Und von New York bis San Francisco studiert er Formen menschlichen Zusammenlebens.