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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein prächtiges Gemälde über das Mittelalter, 27. September 2001
Von Ein Kunde
Martina Kempff, Die SchattenjägerinDas Buch gleicht einem riesigen Gemälde, das die ersten dreißig Jahre des 15. Jahrhunderts darstellt. Und damit niemand bei seiner Erkundung verloren geht, erzählt die Autorin so virtuos, dass die Aufmerksamkeit nie nachlässt und das Gemälde verständlich wird. In den Mittelpunkt des Gemäldes rückt sie Jakoba von Bayern, die in sehr jungen Jahren von ihrem Vater drei der „niederen Lande“ erbt. Sie rückt sie zwar in den Mittelpunkt des Bildes, doch wird Jakoba immer wieder an dessen düsteren Rand verdrängt durch die Eroberungsgelüste ihres Cousins Philipps, „des Guten“, von Burgund, die politischen Machtinteressen der Wittelsbacher und der französischen und englischen Könige, aber auch und nicht zuletzt durch ihre eigene Unerfahrenheit und ihr Festhalten an der "alten Ordnung, der Herrschaft von Gottes Gnaden“. Der Autorin gelingt es das Bild so kraftvoll zu gestalten, dass es ebenso prall und prächtig wird wie das Fresco des zeitgleich lebenden Florentiners Benozzo Gozzoli im Palazzo Medici-Ricardi. Geschickt in Dialoge verpackt, führt sie die Leserschaft souverän durch politische Händel und Kriegswirren, durch das höfische Leben und das der einfachen Leute. Mit wunderbaren Details geht sie Jakobas Alltag nach („die Lärmkugel im Bronzebecken“ für den Ruf nach der Dienerschaft), führt zu Tisch in Frankreich und England (zu höchst unterschiedlich gedeckten Tischen mit höchst unterschiedlichen Gerätschaften und Speisen), hüllt Leserin und Leser in die Mode der Zeit und begleitet sie zu Hochzeitsgelagen. Und sie lässt sie sehr lebendig an Jakobas manchmal angenehmen, manchmal aufgezwungenen Ehen und ihrem Liebesleben teilnehmen. Sie stellt eine impulsive, eifersüchtige, nie aufgebende Frau vor, die um ihr Erbe und die Liebe kämpft, in einer Zeit, in der ränkesüchtige Höflinge, inzestuöse Geschwisterliebe, mordende Mütter und Bischöfe ganz gewiss nichts Ungewöhnliches waren. Ein riesiges Gemälde – eine enorme Stofffülle. Doch führt die Autorin nicht nur sicher und kenntnisreich durch dreißig Jahre des ausgehenden Mittelalters, sondern sie tut dies gleichzeitig mit leichter Hand und ohne moralisierende Einmischung. Sie macht das Buch zu einer äußerst spannenden und unterhaltsamen Lektüre und damit – unbedingt lesens- und erfahrenswert. Für Wissbegierige ist dem Buch ein Stammbaum der Königshäuser beigefügt und ein Nachwort der Verfasserin. Angela Herrmann
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein prächtiges Gemälde über das Mittelalter, 1. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Martina Kempff, Die SchattenjägerinDas Buch gleicht einem riesigen Gemälde, das die ersten dreißig Jahre des 15. Jahrhunderts darstellt. Und damit niemand bei seiner Erkundung verloren geht, erzählt die Autorin so virtuos, dass die Aufmerksamkeit nie nachlässt und das Gemälde verständlich wird. In den Mittelpunkt des Gemäldes rückt sie Jakoba von Bayern, die in sehr jungen Jahren von ihrem Vater drei der „niederen Lande“ erbt. Sie rückt sie zwar in den Mittelpunkt des Bildes, doch wird Jakoba immer wieder an dessen düsteren Rand verdrängt durch die Eroberungsgelüste ihres Cousins Philipps, „des Guten“, von Burgund, die politischen Machtinteressen der Wittelsbacher und der französischen und englischen Könige, aber auch und nicht zuletzt durch ihre eigene Unerfahrenheit und ihr Festhalten an „der alten Ordnung, der Herrschaft von Gottes Gnaden“. Der Autorin gelingt es, das Bild so kraftvoll zu gestalten, dass es ebenso prall und prächtig wird wie das Fresco des zeitgleich lebenden Florentiners Benozzo Gozzoli im Palazzo Medici-Ricardi. Geschickt in Dialoge verpackt, führt sie die Leserschaft souverän durch politische Händel und Kriegswirren, durch das höfische Leben und das der einfachen Leute. Mit wunderbaren Details lässt sie an Jakobas Alltag teilnehmen („die Lärmkugel im Bronzebecken“ für den Ruf nach der Dienerschaft), führt zu Tisch in Frankreich und England (zu höchst unterschiedlich gedeckten Tischen mit höchst unterschiedlichen Gerätschaften und Speisen), hüllt Leserin und Leser in die Mode der Zeit und nimmt sie mit zu Hochzeitsgelagen und lässt sie sehr lebendig an Jakobas manchmal angenehmen, manchmal aufgezwungenen Ehen und Liebesleben teilnehmen. Sie stellt eine impulsive, eifersüchtige, nie aufgebende Frau vor, die um ihr Erbe und die Liebe kämpft, in einer Zeit, in der ränkesüchtige Höflinge, inzestuöse Geschwisterliebe, mordende Mütter und Bischöfe ganz gewiss nichts Ungewöhnliches waren. Ein riesiges Gemälde – eine enorme Stofffülle. Doch führt die Autorin nicht nur sicher und kenntnisreich durch dreißig Jahre Mittelalter, sondern sie tut dies gleichzeitig mit leichter Hand und ohne moralisierende Einmischung. Sie macht das Buch zu einer äußerst spannenden und unterhaltsamen Lektüre und damit – unbedingt lesens- und erfahrenswert. Für Wissbegierige ist dem Buch ein Stammbaum der Königshäuser beigefügt und ein Nachwort der Verfasserin. Angela Herrmann
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
so stelle ich mir einen tollen historischen Roman vor, 28. August 2007
Die Schattenjägerin war das dritte Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe, nach der Königsmacherin und der Beutefrau.
Ich lese vorwiegend historische Romane und in diesem Bereich gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten und leider auch viel Schund. Die einen führen hauptsächlich historische Fakten auf, die anderen berühren diese nur am Rande und eigentlich dreht sich alles doch nur wieder um Heldinnen und Helden bzw. deren Gefühlswelt unter dem Deckmantel eines historischen Romanes. Ich finde, dass Martina Kempff die richtige Mischung gefunden hat, Historisches mit der Erzählung über das Leben bestimmter Personen, in dem Fall der Jakoba von Bayern, in Einklang zu bringen.
Ich war von dem Buch begeistert und am Schluss gerührt.
Nachdem ich viele historische Romane lese, kannte ich mich geschichtlich doch einigermaßen aus, vor allem über die Könige von England zu dieser Zeit schreibt Rebecca Gable zahlreiche Romane und wer diese kennt, kann sich natürlich bei dem Buch die Schattenjägerin noch besser zurecht finden.
Die Bücher von Rebecca Gable kann ich natürlich gleichfalls empfehlen, nur finde ich dass Martina Kempff es noch besser versteht, auch entsprechend viel Gefühl in ihren Romanen intensiver einzubringen, ohne dass diese Romane dadurch annährend kitschig werden.
Das Leben der Jakoba ist jedenfalls sehr interessant erzählt und man kann sich deren Leben aufgrund der guten Beschreibung zumindest vorstellen, auch die Umstände der Zeit und die Lebensbedingungen sind ausreichend, jedoch nicht zu langwierig erzählt.
Den Buchinhalt selbst, brauche ich nicht zu beschreiben, den kann jeder der Inhaltsangabe entnehmen, den Lesern von guten historischen Romanen sei dieses Buch jedenfalls dringend empfohlen.
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