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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Überzeugendes Erstlingswerk, 7. August 2006
Ich fand es verblüffend, dass sich hinter diesem harmlosen Titel ein handfester Psychothriller verbirgt! Jungersen schildert in seinem Erstlingsroman die Arbeitssituation von vier Frauen, die an einem kleinen dänischen Institut an der Dokumentation von Völkermorden in aller Welt arbeiten.
Jungersen läßt diese Frauen sachlich und unsentimental ihre Lebenssituation und ihre Sicht auf die Inhalte ihrer Tätigkeit erzählen. Dabei kommen auch diejenigen Sorgen und Wünsche zu Tage, die aus Angst vor beruflicher Disqualifizierung vor den anderen Kolleginnen verborgen bleiben sollen. Nur zwei der Damen sind miteinander befreundet und sie versuchen, die beiden anderen in einer klassischen Mobbing-Situation auszuschließen. Die privaten Ängste und Phantasien der Frauen eskalieren, als zwei der Kolleginnen eine anonyme Morddrohung per Mail bekommen. Das Wissen um das Böse in den Tätern der Genozide und um die psychische Antastbarkeit des Menschen vermischen sich und treiben groteske Blüten. Trotz aller Absurdität sind die Ereignisse nicht weit weg von der heutigen Realität. Das hat mich erschüttert und ich hoffe, dass sich noch mehr Leser diesen Roman vornehmen und ein bisschen nachdenklich werden. Für ein Erstlingswerk ist der Roman außerordentlich spannend geschrieben.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mobbing als Roman, 7. Dezember 2006
Der Bestseller des dänischen Autors Christian Jungersen beschreibt in einer beklemmend realistischen Art und Weise die Spirale der immer bedrohlicheren Mobbinghandlungen am Arbeitsplatz der Protagonisten Iben, Malene, Camilla und Anne-Lise. Gerade weil Mobbing ein gesellschaftlich an Bedeutung zunehmendes Thema ist, erfreut sich der Roman zuerst in Dänemark und schließlich im Rest von Europa einer immer größer werdenden Leserschaft. Mittlerweile ist der Roman in 15 Sprachen erhältlich und wurde alleine in Dänemark mit zwei renomierten Literaturpreisen ausgezeichnet.
Iben und Malene ,die eigentlich durch Bildung und Lebenserfahrung eine gefestigte Moral und eine gewisse Form von Gelassenheit ihr Eigen nennen können, werden an ihrem Arbeitsplatz, dem Dänischen Zentrum für Information über Völkermord mit einer gegen Sie gerichteten Morddrohung per e-Mail konfrontiert.
Stammt die Mail von einem serbischen Kriegsverbrecher, welcher von Iben und Malene in den ihm gefährlichen Fokus der Öffentlichkeit gerückt wurde ? Oder stammt die Drohmail gar von einem Mitarbeiter der beiden ?
Camilla, die leicht introvertierte Sekretärin des Zentrums erhält kurze Zeit später ebenfalls eine Drohmail, und als auch noch ausgeschlossen scheint, dass ein Kriegsverbrecher die Frauen unter Druck setzt, wendet sich der Verdacht in alle Richtungen. Anne-Lise, die unzufrieden wirkende Bibliothekarin, war vor noch nicht all zu langer Zeit als neuer Mitarbeiter in das Zentrum gekommen. Hat sie vielleicht etwas mit den Morddrohungen zu tun ?
Aus der anfänglichen Angst und Ratlosigkeit entsteht schnell eine aggressive, von Misstrauen geprägte Atmosphäre, in welcher Mobbing und Verbrechen eine beinahe zwingende Konsequenz der Geschehnisse sind und die Opfer, sich in Rachephantasien ergehend, kaum noch von den Tätern zu unterscheiden sind.
Der Autor erzählt das Leben und Leiden von Iben, Malene, Camilla und Anne-Lise abschnittsweise wechselnd aus der Sicht jeweils einer der Frauen. Dabei schafft es der Autor geschickt, die Ereignisse meist aus den Perspektiven mehrerer Charaktere zu schildern, was im Verlaufe des Buches immer notwendiger erscheint, da der Leser schnell merkt, dass die vier Protagonisten eine deutlich unterschiedliche Wahrnehmung ihrer Erlebnisse an ihrem Arbeitsplatz haben. Durch diesen Wechsel der Perspektive bleibt der Roman über die Zeit spannend und lebendig. Durch das psychologische Feingefühl des Autors erhalten die vier Frauen eine immer ausgeprägtere und besser zu verstehende Persönlichkeit. Gerade die intensive Auseinandersetzung mit den Gedanken und Gefühlen der vier zunehmend extremer handelnden Frauen bringt den Leser in einen Zwiespalt aus Verständnis und Ablehnung. Die vom Autor plausibel beschriebenen psychischen Vorgänge bringen jeden zu der Frage, ob er nicht in einem Sumpf von Verwirrung zu Mobbinghandlungen gegenüber seinen Mitmenschen fähig sei.
Der Roman ist unbedingt zum Kauf zu empfehlen.
Dr. jur. Frank Sievert und Jan Depke
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ausnahme - auch ein Ausnahme-Buch, 17. März 2007
Auf dieses Buch bin ich zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung gestoßen.
Ein Roman über die Psychologie des Bösen, geschrieben wie mit dem Skalpell - so verspricht der Klappentext und das ist nicht gelogen. Aber es ist auch nicht alles.
Das Buch schildert die Lebens- und Arbeitssituation vierer Frauen, die im fiktiven dänischen Zentrum für Information über Völkermord arbeiten. Als einige der Kolleginnen Droh-Emails erhalten, verändert sich die fragile Situation schnell.
Zunächst steht ein gesuchter serbischer Kriegsverbrecher in Verdacht, doch...
Die ohnehin schon von Mobbing geprägte Büroatmosphäre wird zunehmend unerträglicher.
Jeweils aus der Sicht einer der Protagonistinnen werden die einzelnen Kapitel geschildert, so dass man nach und nach die verschiedenen Sichtweisen der Geschichte erfährt.
Teilweise ist es so spannend geschrieben, dass man nicht aufhören kann zu lesen, teilweise musste ich es weglegen, weil ich manche Schilderungen - etwa bestimmte Mobbingsituationen - beklemmend real fand.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, es ist spannend und erstaunlich realistisch, trotz einiger absurder Dinge.
Und jeder, der mit verschiedenen Kollegen zusammenarbeitet, wird über diese Situation sicher nochmal nachdenken und vielleicht seinen Reaktionen mal hinterfragen.
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