Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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112 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine längst überfällige Untersuchung, 24. August 2004
Von Ein Kunde
Einfühlsam und ohne jemals zu polarisieren, Anklagen zu erheben oder Vorwürfe in den Raum zu stellen, nähert sich die Autorin einem Thema, das bei allem Bemühen um Vergangenheitsbewältigung auf der Strecke geblieben ist: Wie haben die Deutschen, deren Kindheit durch den II. Weltkrieg überschattet war, ihre Erfahrungen verarbeitet? Haben sie das überhaupt? Welchen Einfluss hatten die bitteren Erfahrungen der Kriegskinder auf die Art und Weise, wie sie wiederum ihre Kinder erzogen haben? Als Mitte der 60er Jahre geborenes Kind zweier Kriegskinder hat mich die Lektüre außerordentlich bewegt und Zusammenhänge aufgezeigt, die mir bis dahin nicht klar geworden waren. Sind wir eigentlich sicher, dass all die Verweise auf im deutschen Namen begangene Verbrechen, so notwendig und berechtigt sie auch sind, es diesen schon aufgrund ihres damaligen Alters unschuldigen Deutschen nicht faktisch unmöglich gemacht haben, über ihre Wunden und Verluste zu trauern? Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung an die 60er Jahrgänge, dieses Buch zu lesen. Wer bei der Lektüre von "Generation Golf" zu Recht eine Menge zu lachen hatte, erfährt hier nun vieles Wichtiges über die Eltern jener Generation - und mag manches Mal sehr traurig werden. Es ist für die heute längst im Rentenalter lebende Kriegskinder-Generation noch nicht zu spät, die oft zitierte "Unfähigkeit zu Trauern" abzulegen. Dieses Buch könnte dabei helfen.
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57 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch, das nachdenklich macht, 19. März 2004
Von Ein Kunde
Ein Buch, das für Angehörige der Geburtsjahrgänge 1930 - 1950, aber auch für die später Geborenen, sehr interessant sein kann. Erstmals wird deutlich, wie Kinder durch die Erlebnisse des Krieges und der Nachkriegszeit, durch das Erleben extremer Angst, Hoffnungslosigkeit und Hunger traumatisiert worden sind und welchen Einfluss das auf das spätere Leben hatte, gerade deshalb, weil das Thema gesellschaftlich tabuisiert war. Man erkennt, dass sinnlos prügelnde Lehrer und Eltern nicht individuell erlebtes Schicksal, sondern gesellschaftliches Problem dieser Zeit waren, sieht den Einfluss dieses Erlebens auf die 68er Bewegung, auf Probleme in der eigenen Bindungsfähigkeit, die durch die Folgen der Nazipädagogik Schaden nahm. Der Beginn der Therapiewelle in den 70er Jahren erscheint plötzlich als logische Folge des Vorausgegangenen. Das Buch ist auch für diejenigen interessant, die in den 60er/70er Jahren geboren sind, um ihre Eltern besser zu verstehen.
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
so notwendig, 12. November 2007
Ich, Jahrgang 1966, habe lange Jahre immer wieder vor den Mauern gestanden, die die Generationen wohl immer voneinander trennt.
Die Kriegsgeneration, die Kinder des Krieges, hatten nie ein Sprachrohr.
Sabine Bode gibt ihnen, wenn auch in einer sehr analytischen Form, endlich eine Stimme.
Ich habe endlich verstanden, warum manche dieser Mauern schwer oder gar nicht einzureißen sind. Unverarbeitete Traumata, Verdrängung und Schweigen - das ist geblieben von den teilweise sehr weit ins Unterbewußtsein verdrängten Erlebnissen. Es gab ja immer andere, denen es schlechter ging, die mehr im "Rampenlicht" standen. Die Kinder dieser Zeit, die in den Bunkern und Kellern angstvoll ausharrten und nichts erklärt bekamen (wie auch, wer konnte das schon erklären, was vor sich ging, wer konnte sagen, wann es enden würde und wie) durften nie leiden.
Ich habe bei der Lektüre sehr emotional reagiert, dieses Buch hat viele Ahnungen bestätigt und mir das Mitgefühl gegeben, mit dem ich heute diese Generation in einem ganz anderen Licht sehe.
Gut, dass dieses Thema endlich bearbeitet wurde.
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