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Die Gräfin von Parma
 
 

Die Gräfin von Parma (Gebundene Ausgabe)

von Sandor Marai (Autor), Renee Stipsicz-Gariboldi (Übersetzer), Hanna Siehr (Übersetzer)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 6 (Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492240402
  • ISBN-13: 978-3492240406
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 28.265 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Hörbuch-Rezension

Eine fiktive Episode aus dem Leben Casanovas, einer der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts, wird in diesem 1940 entstandenen Roman von Sándor Márai beschrieben. Kurz nach seiner waghalsigen Flucht aus den venezianischen Bleikammern, auf dem Weg nach München, macht der berühmte Liebhaber und Verführer Station in Bozen. Marai, der seit der Wiederveröffentlichung seines Romans Die Glut zu den besten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt, porträtiert Casanova als einen Menschen, der hin- und hergerissen ist zwischen Freiheit, Liebe und der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Er sieht ihn als letztlich einsamen Mann. Sein Roman ist eine raffinierte Vorlage für Reflexionen und philosophischen Betrachtungen zum Thema ‚Liebe und wahre Gefühle’.

In dem Hörspiel wird die Legende Casanova ironisch gespiegelt: Die Szene, in der die Frauen den berühmten Casanova wie ein Objekt der absoluten Neu- und Begierde begaffen, und er sich selbst wie ein wildes Raubtier gebärdet, setzt eindeutige Akzente. Sylvester Groth spielt diese Rolle überzeugend, genauso glaubhaft klingt seine Irritation, als er, der große Verführer, das junge Stubenmädchen Therese nicht in Ekstase versetzen kann. Es gibt aber in seinem Leben einen Moment, wo er berührt ist: Es handelt sich um Francesca, die Gräfin von Parma. Casanova weiß, dass er sich mit ihr ein Leben hätte vorstellen können, dass er genau darum damals weggegangen war. Und genau diese Frau soll er jetzt wieder treffen.

Höhepunkte des Hörspiels mit einem hervorragenden Rufus Beck als erklärendem Erzähler sind die Dialoge mit dem Grafen Parma und mit Francesca, dessen Frau. Karl Michael Vogler als alternder Graf, der seine geliebte Frau für immer von ihrer Sehnsucht nach Casanova heilen bzw. freikaufen will, beschließt einen Handel: Es ist ein Arrangement, das als Gegenleistung freies Geleit für den gesuchten Venezianer verspricht. Weniger klar und tatkräftig läuft die nächtliche Begegnung mit Francesca ab. Hier kristallisiert sich das zentrale Spiel aus Sehnsucht, Unerreichbarkeit der Liebe, Verrat und Maske heraus. Lena Stolze leiht ihre Stimme der Frau, die für ihre Liebe bereit ist, alles zu geben und dennoch selbstbewusst fordert und schließlich kränkt. Die Schauspielerin trifft sehr genau die Tonlage für diese höchst sensible Gratwanderung.

Fazit: Das Hörspiel mit der unverkennbaren Musik von Henrik Albrecht ist mit Sylvester Groth, Lena Stolze und Rufus Beck hervorragend besetzt. Es besticht durch die feine Umsetzung einer Lebens- und Liebesskizze voller Raffinesse und wunderschöner Sentenzen.

Hörspiel, Spieldauer: ca. 75 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. Ein Produktion des Westdeutschen Rundfunk Köln 2004. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2003
Infolge der Wiederentdeckung Sandor Marais werden auch frühere Romane - in überarbeiteter Übersetzung - neu aufgelegt. "Die Gräfin von Parma" stammt aus dem Jahr 1940 und ist ein leichteres Stück als etwa "Die Glut", was unter anderem auch am Thema und der gewählten Erzählstruktur liegt, meint Niklas Bender. Marai habe eine Zwischenstation aus dem Lebensbericht Casanovas herausgegriffen und zu einer fiktiven Episode ausgebaut. In Bozen begegnet er dem Grafen von Parma und dessen junger Gattin Francesca wieder, derentwegen er sich einst mit dem Grafen duelliert hatte und unterlegen war. Es kommt zu verschiedenen Arrangements, erklärt Bender, zu denen auch die Gräfin überraschend beitrage. So entstehe eine Art Liebesreigen, der die fast bombastisch und altertümlich wirkenden Monologe auflockere und in ein Wechselspiel wie bei einem Maskenball verwandele. Der Autor lässt keinen Zweifel an seiner Bejahung der lebensoffenen Haltung Casanovas, die einer aufgeklärten Sinnlichkeit das Wort redet, hält Bender fest.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Demontage eines Mythos, 16. Februar 2006
Von Ulrich Eller (Mailand) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
„Die Gräfin von Parma“ ist eine fiktive Episode aus dem Leben Giacomo Casanovas, der auf seiner Flucht aus dem Gefängnis der Republik Venedig nahezu zufällig nach Bozen gelangt, wo er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. In Bozen lebt Francesca, die Gattin des Grafen von Parma und einzige wahre Liebe Casanovas.
Die Figur des berühmten Liebhabers wird fernab von jeglicher heroischen oder glorreichen Verherrlichung dargestellt. Vielmehr inszeniert Marei meisterhaft eine fortwährende Demontage eines Mythos, indem er Casanova als gescheiterte Existenz darstellt, die in ihrer Unfähigkeit dauerhafte zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen vor dem einzigen Menschen flieht, der ihm je etwas bedeutet hat.
In langen Monologen wird vor allem die erschütternde Einsamkeit und das Verurteilt sein zu bestimmten Rollen psychologisch aufgearbeitet.
Marei hat mit diesem Roman im 20. Jahrhundert einen Roman im Stil des 19. Jahrhunderts über eine Figur des 18. Jahrhunderts geschaffen.
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43 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sandor Marai, Die Gräfin von Parma, 11. Dezember 2002
Diese Rezension stammt von: Die Gräfin von Parma (Taschenbuch)
Ein kluger, wunderschöner Roman, von dem man hofft, dass er niemals endet!
Obgleich der Inhalt des Buches großen Tiefgang hat, kommt der Text beinahe verspielt daher und so spürt man immerfort, dass die Handlung nur im Zeitalter des Rokoko angesiedelt sein kann.
Die Hauptpersonen sind psychologisch tief ausgelotet, wodurch sie
allerdings keineswegs konstruiert, sondern vielmehr geradezu lebendig erscheinen und einen nachhaltigen Eindruck beim Leser
hinterlassen. Die Kernaussage des Buches besteht wohl darin, dass Harmonie und damit wirkliches Glück im Menschen nur dann aufkommen können,
wenn er bedingungslos liebt und ebenso wiedergeliebt wird.
Um allerdings diesen Zustand herbeizuführen, bedarf es großer seelischer Reife. Menschen, denen es an dieser Reife mangelt, agieren selbstsüchtig. Genau diese Selbstsucht aber wird von Marai als einer der großen Hemmschuhe für das Glück betrachtet.
Nicht nur derjenige, der sein Freiheitsbedürfnis über die Liebe stellt, sondern auch der, welcher unerwidert liebt, bleibt unglücklich.
Die durch seine unerwiderte Liebe als Individuum gedemütigte
Person sinnt zudem auf Rache und lässt damit das ursprünglich positive Gefühl zur Farce werden. Was bleibt ist besitzergreifendes Destruktionsgebaren, wie sich am Grafen und der Gräfin Parma zeigen.
Nur Giacomo,- Geistesfreund Voltaires -, kennt die vereinnahmende
Liebe nicht, dieser nämlich steht sein nicht unerhebliches Freiheitsbedürfnis entgegen. Gerade das macht Giacomo allerdings so überaus verführerisch und damit eben zum legendären, von allen
geliebten Casanova!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Casanova, den Bleikammern Venedigs entflohen, 18. Mai 2004
Von Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Die Marai-Renaissance beschert dem interessierten Leser nun auch Titel, die sonst wahrscheinlich kaum in deutscher Übersetzung erschienen wären.
Eines dieser Bücher ist "Die Gräfin von Parma" (aus dem Jahre 1940) - und es ist eine Lust, dieses Werk zu lesen: Es geht um Casanova und seine Flucht aus den venezianischen Bleikammern (historisch korrekt) und seine Reise nach Norden, wo er für einige Zeit in einem Bozner Gasthaus absteigt (Fiktion). Wie er - allein mit seinem Ruf, der ihm vorauseilt, noch mehr aber mit seiner Anwesenheit - das kleine Städtchen durcheinander bringt; wie er ein Treffen mit dem alten Grafen von Parma hat, mit dem er sich 5 Jahre vorher wegen dessen junger Frau duelliert hat - all das und vieles mehr wird sehr vergnüglich erzählt.
Marai zu lesen ist wirklich ein Vergnügen - vielleicht erwartet uns noch mehr von dieser Sorte?
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3.0 von 5 Sternen Leider kaum Neues
Als großer Fan von Marais bisherigen Wiederveröffentlichungen muss ich leider sagen, dass dieses Buch mich kaum berühren konnte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. April 2007 von hartmutw

3.0 von 5 Sternen Schon gesehen
Seit der "Glut" kann man ja ein Faible für Marai haben und mir haben viele der Bücher gut gefallen, deshalb habe ich mir auch dieses gekauft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. März 2003 von Christian Kühn

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