Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiger Roman über eine verlorene Generation, 26. März 2003
Als Sándor Márai im Jahre 1900 in Kaschau geboren wurde, zählte die heutige slowakische Stadt damals noch zu Oberungarn. Im Roman erzählt Márai, dass die Kämpfe des ersten Weltkrieges nie bis an die Stadt herangereicht haben, friedlich 'schlummert die Stadt zwischen den Bergen'. Der Krieg schlägt "unsichtbar" zu. Die Anzahl einer Gymnasiastenklasse schrumpft von 50 Schülern in der vierten Klasse auf 17 Schüler zusammen, die im April 1918 zur Maturaprüfung übriegbleiben. Ábel, Tibor, Ernö und Béla gehören dazu. Sie bilden den Grundstock einer Clique, die sich gegen das Erwachsenwerden auflehnen, "gegen die unverständliche Macht, der Allmacht der Erwachsenen, gegen die Züchtigungen, gegen ihre Verbote und Regeln." In ihrem Zimmer in der "Arabesque", einer Restauration außerhalb der Stadt, halten sie "Angstnachmittage" ab. Jeder erzählt, wovor er sich als Kind am meisten gefürchtet hatte. Das schweißt sie zusammen und hier in ihrem geheimen Unterschlupf, horten sie ihr Diebesgut, was sie sich aus ihren Familien und woandersher zusammengerafft haben. Hier können sie unbeschwert ihre Kindheit ausleben, was sie im Elternhaus nicht konnten - auch verworrene homoerotische Gefühle, Eifersüchteleien und den kindlichen Drang, sich zu verkleiden - doch ewig kann das nicht weitergehen, denn es gibt in der Gruppe einen Verräter und in sechs Wochen müssen sie in den Krieg ziehen.
Dieser Roman ist ein Glanzstück. Mit einem melancholischen Blick zurück, erzählt Márai von einer Generation ohne Zukunft. Die ältere Generation wird im Roman krank und schwächlich beschrieben, auch mal ein bisschen verrückt - auf diese Weise beklagt der Autor den Niedergang der Donaumonarchie - und der Blick in die Zukunft ist düster.
Sándor Márai erweist sich wieder als großartiger Erzähler. Eine Sprache, die einen großen Lesegenuss verschafft.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine (?) unerhörte Begebenheit..., 10. Januar 2002
ist diese Geschichte von Sándor Márai. Es ist die tragische, mit vielen Reflexionen ausgetattete, sich langsam erklärende, sich verdichtende Geschichte von Ábel und seinen 3 Freunden, die zusammen eine Clique gründen, um vor der grausamen Welt der Erwachsenen zu entkommen. Márai erzählt sehr mitreißend die Demontage dieser Clique, erklärt die Unmöglichkeit, sich abszusondern von der Welt. Was geschieht, wenn unglaubliche Ereignisse die Pläne durchkreuzen, die Welt ins Wankeln geraten lassen? Wo ist man sicher auf dieser Welt, wo ist der Ort, an dem man noch man selbst sein kann? Wie kann man die vielen neuen Eindrücke, des Kriegs, des Erwachsen-Werdens, verarbeiten? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich Márai, verpackt sie in eine Sprache voller Wehmut, Hoffnung, Tiefe. So reiht sich nicht nur sprachlich eine unerhörte Begebenheit an die andere. Nur langsam wird das Netz aus den Verstrickungen des Lebens etwas gelockert, doch nicht gelöst. Ein wahres Meisterwerk der Sprache, der Dichtung, des Rückblicks. Sehr empfehlenswert!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Untergang des Habsburgerreiches...., 10. Juni 2005
zum Endes des Ersten Weltkrieges 1918 spielt den Hintergrund, unter dem vier junge ungarische Jugendliche ihre Adoleszenz erleben. Sie wachsen großteils ohne die Väter auf, die sich an der Front befinden. Sie begehren gegen die bestehende Ordnung auf, legen aber die Matura ab. Sie schließen sich gegenüber der Umwelt ab und veranstalten in einer abgelegenen Hütte, der Arabesque;Verkleidungsorgien, führen intime Gespräche, lernen sich hautnah kennen, horten "organisierte" Wertgegenstände. In dieser Gemeinschaft fühlen sie sich wohl. Ein Mitglied jedoch spielt falsch, er wird sich bewußt, dass er doch nicht dazugehört und sprengt die Gemeinschaft. Sandor Marai's Roman um die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens und des Weges des sich gegenseitigen Findens der Generationen ist zeitlos und verliert auch in unserer Zeit nicht den Lesereiz.
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