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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin
 
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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (Taschenbuch)

von Dai Sijie (Autor), Gio Waeckerlin Induni (Übersetzer)
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (68 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 22., Aufl. (Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492238696
  • ISBN-13: 978-3492238694
  • Originaltitel: Balzac et la petite tailleuse chinoise
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (68 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 62.342 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Luo ist ein begnadeter Erzähler. Wenn er ins Kino in die Kreisstadt fährt, warten im Dorf schon alle begierig, bis er ihnen die Filmhandlung in allen Einzelheiten nacherzählt. Selbst der herrische Laoban, der Dorfvorsteher, lässt sich von seiner magischen Kunst erweichen. Und als Luo krank wird und die kleine Schneiderin vier Hexen holt, die ihn heilen sollen, heulen die Frauen bei der Geschichte vom koreanischen Blumenmädchen "Rotz und Wasser". In Luo haben sie ihren Meister gefunden: "Was für ein Zauberer, dieser Luo!"

In Dai Sijies autobiografisch angehauchtem Roman Balzac und die kleine chinesische Schneiderin wird Luo gemeinsam mit dem Ich-Erzähler Anfang 1971 zur "kulturellen Umerziehung durch die revolutionären Bauern" in ein Bergdorf geschickt. Zuvor war sein Vater im kommunistischen China Mao Zedongs in einem Schauprozess verurteilt worden. Auf dem Land entdecken die zwei Studenten einen Koffer, der sie in die fremde Welt der westlichen Literatur entführt -- und die Schönheit der kleinen Schneiderin, deren glänzenden Augen Luo schließlich erliegt. So muss sich der Geschichtenerzähler zwischen seinen beiden neuen Lieben ein ums andere Mal entscheiden. Aber dann nimmt die Handlung plötzlich eine ganz andere Wende.

"Wir flüsterten Namen in die Dunkelheit", heißt es einmal im Roman, als Luo und der Ich-Erzähler über die verbotenen Bücher sprechen, "und der Klang der Worte, die Reihenfolge der Silben beschworen fremde, geheimnisvolle Welten". Genau das ist auch Dai Sijie mit seinem wunderschönen Roman gelungen, dessen Handlung mit all ihrer poetischen Magie man eigentlich gar nicht nacherzählen kann. Was für ein Zauberer, dieser Dai Sijie! --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Die witzigste, traurigste, schönste Liebesgeschichte des Jahres - der so gefeierte Roman aus Frankreich erzählt von zwei pfiffigen chinesischen Studenten, die es in ein gottverlassenes Bergdorf verschlagen hat. Ein Koffer voll westlicher Weltliteratur und eine entzückende Schneiderin retten ihnen das Leben.
Sie hat einen dicken schwarzen Zopf, zwei hinreißende Schühchen aus rosafarbener Seide und das zauberhafteste Lächeln, das man sich vorstellen kann: die Kleine Schneiderin aus dem abgelegenen Bergdorf, in die sich der junge Luo gleich beim ersten Anblick verliebt. Er und sein Freund, zwei Studenten, die zur kulturellen Umerziehung hierher ans Ende der Welt verschickt wurden, merken bald, daß sie nur eine einzige Möglichkeit haben, ihre Haut zu retten: Sie müssen in den Besitz jenes wunderbaren Lederkoffers gelangen, der die verbotenen Meisterwerke der westlichen Weltliteratur enthält. Denn nur aus Balzac und Stendhal, aus Dostojewski und Dumas können sie die Lebensenergie und den Esprit schöpfen, die sie brauchen, um den Widrigkeiten ihres Daseins und der Willkür des Dorfältesten Paroli zu bieten. Und vielleicht können sie am Ende sogar das Herz der Schneiderin gewinnen.

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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vielleicht etwas mehr Mut, 21. August 2003
Von Harry McMartin "HMcM" (Catalköy, Nordzypern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)   
Zwei Studenten werden zur „kulturellen Umerziehung" im China Mao Tse Tungs in ein entlegenes Bergdorf verbracht. "Revolutionäre Bauern" sollen sie durch volksdienliche Arbeiten von ihren Vergehen läutern, die darin bestanden, die Söhne bourgeoiser Eltern zu sein.
Letztlich aber leisten die beiden Helden eher kulturelle Entwicklungshilfe, denn die revolutionäre Bauernschaft partizipiert mehr von der Erzählkunst des einen oder der Geige des anderen Verbannten, als, dass diese durch das Schleppen von Gülle, dem Ackern auf dem Felde oder dem Wühlen in Bergwerken geläutert und dem revolutionären Gedankengut näher gebracht werden könnten.
Zwei Objekte der Neugier verändern das Leben der Hauptakteure des zweihundert Seiten kurzweiligen Romans: Nämlich der Inhalt des Koffers des Mitverbannten und Außenseiters Brillenschang und die Nähe einer kleinen Schneiderstochter, zu der sie bald in mehr oder weniger inniglicher Freundschaft entflammen.
Der Inhalt des Koffers, schnell noch entwendet, bevor der freigekaufte Brillenschang für immer und ewig entschwindet, wird für sie zur Lebenshoffnung in der Tristesse der Berge am Ende der Welt. Für die beiden Umzuerziehenden sind die Bücher Dumas, Balzacs oder Dostojewskis, diese Werke westlicher Schundliteratur in den Augen der kommunistischen Revolutionäre, eine Erinnerung an ihr früheres Leben in den Städten, freies Denken und Handeln. Für die kleine allerliebste Schneiderin sind diese Bücher eine verführerische Brücke in eine andere Welt und sie folgt dem lockenden Ruf aus Balzacs Romanen. Sie verlässt Freunde, Vater und Bergdorf, auch nicht zu halten durch eine heiße Süßkartoffel, die ihr der Icherzähler als letzten Versuch, sie zu halten, offeriert.

Ein schönes Buch, ein gut lesbares Buch, gerade, weil es die Leiden der zur Umerziehung verbannten Menschen nur andeutet, vielleicht sogar ungewollt verniedlicht. Der Autor lenkt den Schwerpunkt seiner Geschichte auf die kleinen Freuden eines kargen Lebens, schildert Überlebensstrategien in einem Umfeld staatlichen Unverständnisses. Doch warum dieser Verzicht? Schließlich wurde das Buch, das sicher autobiographische Züge aufweist, geschrieben in Freiheit, in Sicherheit. Manches mal muss man Missstände beim Namen nennen, will man selbst nicht der Schönfärberei bezichtigt werden. Aber dann wäre es natürlich nicht das schöne, gut lesbare Buch geworden.HMcM

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen wunderschöne Menschlichkeit, 1. März 2004
Harte Worte sind schon geschrieben worden über die Unmenschlichkeit und Verbrechen im Zuge der chinesischen Kulturrevolution, aber ob diese das Denken der aussenstehenden Leser der westlichen Welt derart berühren konnten?
Als Kinder gebildeter Eltern müssen zwei junge Männer in ein Umerziehungslager, weit davon entfernt, revolutionäre Gedanken zu hegen. Nicht umerzogen werden können sie jedoch hinsichtlich ihrer Neugierde und dem Drang, ihrem Alltag durch Literatur zu entfliehen. Als sie einen Koffer voller "reaktionärer Literatur" ergattern (wobei jegliche Literaur bereits ansich reaktionär ist!) öffnet ihnen dieser nicht nur die Tür zu neuem Gedankengut, sondern auch zu einer Umerziehung der eigenen Art.
Dieses "Skelett" ist eingebettet in eine Vielzahl Episoden, die mit einer Mischung aus nüchternem Realitätssinn, ironischem Witz und Verträumtheit skizziert werden.
Der Leser kann sich nicht entscheiden, ob diese Geschichte (und das ist sie; erzählt mach allen Regeln der Kunst) eine Liebeserklärung an die Literatur sein soll, die ihn mit jedem Satz, mit jedem Bild, das im Kopf generiert wird dankbarer für seine Freiheit macht, oder ob sie einfach "nur" eine kleine Liebesgeschichte erzählen möchte.
Unerklärlich bleibt, wie der Autor Dai Sijie eine Unzahl grausamster Episoden präzise und ohne Verniedlichung des Leids von Mensch und Tier darstellen kann, aber dennoch beim Leser ein warmes Gefühl hinterlässt.
Diese kleine Geschichte macht aus dem uns aussenstehenden so einheitlich wirkenden Milliardenvolk der Chinesen, das geschunden und instrumentalisiert nichts mehr mit dem Volk zu tun haben scheint, das eine hochkultivierte Zivilisation hervorgebracht hat, ein Volk von Menschen, deren größtes Glück es sein könnte, die Freiheit der Gedanken zu erleben.

Man ist versucht zu sagen, dass das Buch seine Farbe zu wechseln scheint je nach dem Licht in dem man es betrachtet: Lektüre für jeglich Stimmung und Gelegenheit.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Balzac und die kleine chinesische Schneiderin, 11. Januar 2002
Das kleine Buch (200 S) war mir ein seltenes Juwel im Literaturgetümmel. An einem langen Winterabend vor knisterndem Kaminfeuer bin ich in die Geschichte eingetaucht und war verzaubert: von dem fremdländischen Charme, dem Schicksal der von den Maoisten in ein kleines Bergdorf zur Umerziehung verbannten Studenten, der wie mit einer chinesischen Tuschezeichnung gemalten Liebesgeschichte, dem philosophischen Ende...Vielleicht hat es mich besonders berührt, weil ich die 68er Jahre erlebt habe, als Kommilitonen "Mao Mao Mao Tse Tung" skandierend durch die Straßen liefen. Die 68er-Generation hat bei Mao eine neue verheißungsvolle Politik der Gleichheit aller Menschen erhofft. Die chinesische Wirklichkeit sah anders aus und wird in dem kleinen Bändchen so witzig und einfühlsam beschrieben, dass ich begeistert war.
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3.0 von 5 Sternen Irgendwie merkwürdig
Dieses Buch ist zweifellos eines der großen Literatur. Überall hört man lobende Worte darüber. Und gerades deshalb frage ich mich, warum es mir nicht gefallen hat. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Tagen von KB veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Der Berg des Phönix-des-Himmels, Mao und was Balzac damit zu schaffen hat
Zwei junge Männer werden im China unter der Herrschaft des Mao Tse Tung aufs Land zur "Umerziehung" geschickt. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Esther veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Hörbuch

Das Buch stand vor ein paar Jahren sehr lang auf den Bestsellerlisten, und ich war immer mal neugierig darauf. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Gratuliere dem Übersetzer
Wunderschön geschreibener Roman. Der Inhalt wurde ja in einigen Resensionen bereits aufgezeichnet. Was mir sehr gefiel, ist der schnörkelosere Schreibstil, in dem dieser eine... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Sieglinde Kiesch veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen nette Geschichte, aber leider nicht packend
ich konnte es gar nicht erwarten, bis ich das Buch in meinen Händen hielt - hatte ich doch schon so viel Gutes von Bekannten ehört. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von C. Gostner veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Ganz nett
"Ganz nett", mehr als dieses halbseidene "Kompliment" kann ich mir nicht abringen. Wieder einer dieser Fälle, wo ein Buch extremst gepusht und die Erwartungen hochgeschraubt... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von C. Bernhart veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen So schön wie traurig
Luo und sein Freund kommen gemeinsam in das abgelegene Bergdorf um dort zu revolutionären Bauern umerzogen zu werden, in China herrscht der große Mao und redaktionäre,... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Erika Doris Pernold veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein Buch voll Poesie!
Ein Buch, das zu Tränen rührt! Vor allem vor Lachen! Eine Liebesgeschichte über die große Liebe zur Literatur, über die lebensrettende Bedeutung der Poesie in einem auf das... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2008 von Janutsch

4.0 von 5 Sternen ein "leises" Buch
Ein wunderschönes und "leises" Buch,das mich berührt hat und das auch
noch nachwirkt...Außerdem ist es trotz Tiefgang gut zu lesen!
Veröffentlicht am 4. Dezember 2007 von uschi

2.0 von 5 Sternen eher schlecht als gut
ich habe mehr erwartet, weil ich den blumigen und begeisterten kritiken gefolgt bin. nach dem lesen bin ich enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. November 2007 von rosa mund

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