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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Historische Besserwissereien, 21. November 2005
Wer kennt nicht Gerhard Prause, den "Tratschke" der ZEIT, der uns vor vielen Jahren schon darüber aufklärte, daß Hitler nicht die Autobahn erfunden habe und Herodes nicht der große Kinderschlächter war, als den ihn die Bibel hingestellt hat, um nur einige Beispiele zu nennen. Irrtümer schaffen Vourteile, die besser im Gedächtnis haften bleiben als die oft viel zu komplexe Wahrheit. Immer wieder wird es also Besserwisser geben, die versuchen, die Menscheit von ihren liebgewonnenen Fehlurteilen zu befreien. Viel bei Prause abgeschrieben haben die Dortmunder Professoren Walter Krämer/ Götz Trenkler. Wieder erklären sie uns, daß der Sturm auf die Bastille nicht so bedeutend war wie die Geschichtsbücher es uns weismachen wollten und daß Luther seine 95 Thesen nicht an die Tür der Wittenberger Schloßkirche angeschlagen hat. Doch wozu? Gerade solche Irrtümer haben sich doch als bildhafte Symbole bewährt und machen es auch dem geschichtsunkundigen Laien einfach, einen sinnlichen Zugang zur Geschichte zu bekommen. Und ist es wirklich so schlimm, daß viele von uns bislang geglaubt haben, nur in Athen gebe es eine Akropolis oder daß der Hundertjährige Krieg hundert Jahre gedauert habe? Solche Besserwissereien sind durchaus entbehrlich. Wesentlicher scheinen da die Beiträge z.B. zum Stichwort "Haschisch". Dort heißt es, daß "Haschisch nicht süchtiger als Alkohol oder Nikotin mache, eher weniger". Auch nützlich scheint mir der Hinweis darauf, daß es in der Bundesrepublik, wie vielfach angenommen, keineswegs zu viele Ärzte gibt und auch die Hinterfragung der obligatorischen Wertschätzung von Bio-Nahrung hat vieles für sich. Zum Beispiel: "Rohmilch von Bauernhöfen ist ein idealer Brutplatz für Bakterien, welche die Infektionskrankheit Listerose übertragen, vorzugsweise auf Kinder von Müttern, die versuchen, während der Schwangerschaft besonders gesund zu leben". Wer es bei dem einen oder anderen Stichwort noch genauer wissen will, dem helfen zahlreiche Literaturhinweise weiter. Wer allerdings zu einem bestimmten Stichwort einen Einstieg sucht, tut sich unter Umständen schwer: ein Register ist dem alphabetisch angeordneten Lexikon nicht angehängt.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ein Lexikon der populären Meinungsmache, 3. Januar 1999
Von Ein Kunde
Der Titel des Buches läßt es ja eigentlich schon erahnen: hier hat jemand die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die Autoren lassen dann auch leider keine Möglichkeit aus, sich als "renomierte Wissenschaftler" zu diskreditieren". Da werden Meinungen widerlegt, die es nie gab (z.B. Nitroglyzerin stammt von Nobel), oder durch eigene, unbewiesene Einschätzungen ersetzt (Nero, Bethlehem etc.)Bei Nero z.B. werden einfach 3 Autoren für unglaubwürdig erklärt (Die Antiken Historiker Tacitus, Sueton und Cassius Dio), dafür übernimmt man gläubig die Meinung von Philipp Vandenberg (1981). Hier komme ich zu meinem Hauptkritikpunkt. An jeder Ecke des Buches wird versucht Meinungen zu manipulieren. Im Zeichen der "ultimativen Aufklärung" wird man immer wieder mit der Abneigung der Autoren gegen Vollwertkost und Ökologie bzw. deren Anhänger konfrontiert. Das schönste Beispiel findet man in der "strengen Beweisführung" zum Thema "Öko-Bewußtsein". Dort steht es dann unwiderlegbar: "Über 50 % der Grün-Wähler in unserem persönlichen Bekanntenkreis fahren Autos mit sechs Zylindern oder mehr." Die davor angeführte Statistik ist ohne Quellenangabe und kann auf Umfang und Vollständigkeit daher nicht überprüft werden. Auch bei den Beiträgen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik ist die Nähe der Autoren zu einer bestimmten Partei unübersehbar. (Beim Lesen habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich es hier mit dem Auftragswerk eines Generalsekretärs zu tun habe!). Stichwort "Sozialpolitik". Hier wird über die Veränderung der Einkommen von Zahnärzten und Industriearbeitern versucht nachzuweisen, daß "eine progressive Sozialpolitik" den "Kleinverdienern" eher schadet als nützt. Was haben aber die "Einkommen" der Personengruppen mit den Auswirkungen der Sozialpolitik zu tun, d.h. dieser Vergleich ist doch völlig ungeeignet, die Auswirkungen der Sozialpolitik darzustellen. Und so geht es weiter mit Meinungen zur "Dritten Welt", Armuts-Statistiken, Mindestlöhnen usw. Daß man gerade auch über Stichworte zum Hauptgebiet der Autoren (Statistik und Wahrscheinlichkeit) kräftig streiten kann (Ziegentür) will ich hier nur anmerken. Ich zähle es denn auch zu den positiven Seiten des Buches, daß es im Bekanntenkreis zu einigen Diskussionen, besonders über logische Probleme anregen kann. Schade: Eine schöne Idee wurde völlig in den Sand gesetzt. Den Autoren sind wohl beim Schreiben genauso die Gäule durchgegangen wie dem Rezensenten beim Lesen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Weniger wären mehr gewesen, 16. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Das Lexikon der populären Irrtümer ist ohne Frage ein interessantes Buch zum Stöbern für zwischendurch. Hier wird mit Garantie jeder Leser das ein oder andere Mal staunend die Wahrheit über einen Sachverhalt erfahren, den man für so selbstverständlich hielt, wie das kleine Kind den Weihnachtsmann. Alle Besserwisser werden dieses Buch lieben und sollten es auswendig lernen. Neben diesen interessanten Einträgen finden sich meiner Meinung nach aber auch eine nicht geringe Anzahl an Artikeln, bei denen man das Gefühl hat, die Autoren hatten Probleme damit fünfhundert echte Irrtümer oder Denkfehler zu finden und haben deshalb den Inhalt ein wenig mit kleinlichen, langweiligen oder etwas sehr naiven Beiträgen gestreckt. So wird man zum Beispiel unter dem Stichwort +Gold ist seltener als Eisen+ nicht diese Überschrift bestritten, sondern man wird lediglich darüber informiert, daß die Inkas Südamerikas vor der spanischen Eroberung nur Gold und kein Eisen kannten. Desweiteren werden wohl die wenigsten Leser glauben, daß etwa Fingernägel oder Haare nach dem Tod weiter wachsen. Besonders die zahlreichen und ausführlichen wirtschaftspolitischen Artikel ( über das Bruttosozialprodukt) sind meist so langweilig und auch theoretisch, daß man sich nach zwei Zeilen auf die Suche nach einem interessanten Beitrag macht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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