Ein Buch von einer Japanerin, in dem viel gevögelt wird, das ist doch was für Falk, sagt der Literaturkollege und reicht mir grinsend Hitomi Kaneharas "Tokyo Love" über den Tisch. Super. Ein Buch für die Zielgruppe "einsame Männer mittleren Alters", die Geschichte einer jungen (hoho!) Frau, die sich (hohoho!) den strengen japanischen Zwängen entzieht und eintaucht in ein Leben voller Lust und Schmerz (hohohoho!). "Noch ganz benommen nahm ich seinen Schwanz in den Mund und schmeckte ihn. (...) Mein Kinn ratterte von seinen Stößen, und ich merkte, wie ich feucht wurde, obwohl er mich da noch gar nicht angefasst hatte. Wir praktisch, dachte ich." Ein Gnadenpunkt, weil Kanehara wohl nichts für diese jämmerliche Übersetzung kann. (fis) www.kulturnews.de
BÜCHER 05/06
»Dieser Debütroman hat die wichtigsten Literaturpreise Japans gewonnen, mehr als eine Million Leser überzeugt: in Tokyo Love erzählt Hitomi Kanehara, 23, von brutalem Sex, Konsumgier und dem krankhaften Narzissmus einer einsamen Generation. Schockierend, nie sensationalistisch.«