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90 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Zusammenfassung der Borderline-Persönlichkeit, 12. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Anhand vieler ausführlicher und anschaulicher Biographien und Fallgeschichten gelingt es diesen Autoren erstmals, die Gemütsschwankungen, Widersprüchlichkeiten und selbstzerstörerischen Neigungen der Borderline-Persönlichkeit in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zusammenzufassen. Sie nehmen den Leser an der Hand und geleiten ihn in eine Welt ohne Vergangenheit. Eine Welt die sich täglich neu erfindet und niemals aus dem Schatz ihrer Erfahrung schöpfen kann. Eine Welt, die keine Kompromisse kennt, völlige Hingabe und Liebe, oder völlige Ablehnung und Hass. Man beginnt die ständige und verzweifelte Suche nach dem eigenen Ich nachzuempfinden, das ständige Erfinden von Rollen in die man schlüpft, um der Umgebung und sich selbst ein Identität vorzuspielen. Es ist den Autoren ebenso gutzuschreiben, dass sie die Thematik aus der Sicht der Angehörigen einer Borderline-Persönlichkeit darstellen. Die Verwirrung, die Machtlosigkeit, das Unvermögen die Hintergründe zu erfassen, Wut, und schließlich das schmerzliche Scheitern einer Beziehung nachvollziehbar darzustellen, ist gelungen. Die Autoren versäumen es auch nicht, auf die vielfältigen Ursachen dieser „modernen" Störung hinzuweisen, wie etwa im familiären Bereich das Unterdrücken des Selbständigkeitsstrebens eines Kindes, Vernachlässigung, sexuelle Misshandlung, mangelnde Entwicklung von Selbstwertgefühl, dadurch bedingt ein übertriebenes Anlehnungsbedürfnis. So wie die Institution Familie oft nicht mehr in der Lage ist, eine stabile Basis für Entwicklung zu geben, vermag es nach Ansicht der Autoren auch die Gesellschaft nicht. Eine in Auflösung begriffene Kultur, die sich wandelnde Rolle der Frau (Supermutti), Zukunftsangst und andere Veränderungen gleichen einem sich bewegenden Boden, auf dem sich keine stabile Ich-Konstruktion errichten lässt. In jeder Art von gesellschaftlich bedingter Persönlichkeitsstörung, spiegelt sich die Kultur der Gegenwart. Die Autoren geben zu, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung im allgemeinen als einer der frustrierendsten psychiatrischen Zustände für den Betroffenen selbst, seine Angehörigen und für den Behandelnden betrachtet wird. Kein Wunder also, wenn es den Autoren nicht gelingt (gelingen kann), eine klar formulierte und erprobte Art von Therapie vorzustellen. Alles in allem ein Zeugnis dafür, wie sehr die therapeutischen Behandlungsmethoden hinter der sich wandelnden Gesellschaft und ihren pathologischen Ausdrucksformen nachhinkt. Ich denke diese Gedanken sind im Sinne der Autoren. Sie „hoffen das dieses Buch den Weg weist". Das tut es!
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