Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
einfach brillant, 14. September 2006
Wow, was für ein kurzweiliges, flottes und gleichzeitig niveauvolles Buch!
Zadie Smith kann, was viele Autoren leider nicht mal im Ansatz beherrschen: hervorragend beobachten. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen (Schwarze Amerikaner, Weiße, Einwander etc) mit ihren Haltungen, Widersprüchen und kleinen Lächerlichkeiten, ihrer Sprachmarotten (wahrscheinlich auf englisch noch ergiebiger) und ihrem Familienleben. All das vermischt sie mit Humor zu einer lebendigen Geschichte. Ob Howard, Kiki oder die Kipps - einfach alle Charaktere sind stark und glaubwürdig.
Um es kurz zusammenzufassen: Von der Schönheit gehört zu den Nadeln im Heuhaufen, die Leser so verzweifelt suchen. Zu dem einen Prozent (oder noch weniger) der Romane, die Qualität mit guter Unterhaltung verbinden. Ich werde mehr von ihr lesen.
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28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Die Korrekturen" des Jahres!, 1. Oktober 2006
Zadie Smiths hinreißender, intelligenter und tiefgründiger Roman "Von der Schönheit" ist ein Buch, dass den Vergleich mit Jonathan Franzens "Korrekturen" nicht zu scheuen braucht! Sie erzählt frisch, ironisch aber nie zynisch die Geschichte zweier Familien aus dem Campus-Millieu und ihr sind dabei wunderbare Charakterbeschreibungen mit interessanten Wendungen geglückt.
Howard Belsey scheint ziemlich am Ende zu sein. Seine Ehe hat er leichtfertig auf's Spiel gesetzt, sein Sohn liebt die Tochter seines ärgsten Widersachers Monty Kipps und nun nimmt eben jener Monty, der ihm mit der Veröffentlichung einer Rembrandt-Biographie zuvorkam, auch noch eine Gastprofessur an seiner Uni in Wellington an.
Ausgerechnet auf der Party anlässlich seines dreißigsten Hochzeitstages kommt raus, wer seine Geliebte war und in ihrem Schmerz schließt Howards Frau Kiki sich an Montys Frau Carlene an.
Als er glaubt, wieder festeren Boden unter den Füßen zu haben und seine Ehe retten zu können, gerät er erneut in Versuchung...
Die noch junge Autorin Zadie Smith hat ihr ausserordentliches Talent bereits mit "Zähne zeigen" unter Beweis gestellt. Ihr neues Buch hat nichts von der Fabulierlust und literarischen Frische ihres ersten Buches eingebüßt, ist jedoch ein wesentlich vielschichtigeres und reiferes Werk. Sie erweist sich in diesem Buch als gekonnte Beobachterin zwischenmenschlicher Beziehungen, auch und vor allem der jüngeren Generation, die in diesem Buch eine besondere Rolle spielt.
Und sie hat eine wirklich kraftvolle Erzählstimme, die dieses Buch zu einem literarisch-unterhaltsamen Vergnügen macht!
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31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein rasanter, vielversprechender amerikanischer Familienroman, 4. September 2006
Zadie Smith Von der Schönheit Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462037161
Dieser hinreißende Roman von Zadie Smith wird jung und alt bewegen.
Es handelt sich um einen großen Familienroman, der an der Ostküste Amerikas angesiedelt ist.
Howard Belsey ist Professor für Kunstgeschichte an einer Universität in der Nähe von Boston. Er ist weiß und lebt mit seiner farbigen Frau Kiki und seinen drei herangewachsenen Kindern Zora, Jerome und Levi in der Universitätsstadt Wellington, einem friedlichen und überschaubaren Ort.
Sein Sohn Jerome verliebt sich bei einem Besuch in England in die Tochter seines Erzfeindes Monty Kipps. Dieser ist farbig, ebenfalls Professor für Kunstgeschichte und hat mit einem Buch über Rembrandt Howard den wissenschaftlichen Rang abgelaufen. Zu allem Übel bekommt er auch noch einen Ruf an die gleiche Universität in Wellington,--und Kiki befreundet sich
mit dessen Frau.
Beide Professoren vertreten unterschiedliche gesellschaftspolitische Richtungen: Monty ist erzkonservativ, Howard liberal. Dass gerade der farbige Professor so strenge Maßstäbe bei der Vergabe von Studienplätzen setzt, wird ihm als Selbsthass der Schwarzen ausgelegt.
Um die Ehe von Howard und Kiki ist es nicht gut bestellt.
Howard, der aus einfachsten Verhältnissen in England stammt und es so weit gebracht hat, liebt seine Frau. Sie kann ihm einen Seitensprung nicht verzeihen. Er ist ein schwacher Charakter, der den starken Halt gerade dieser Frau sehr braucht!
In einer besonders gelungenen Szene verführt Victoria, die wunderschöne farbige Tochter von Monty Kipps, ausgerechnet am Beerdigungstag ihrer Mutter im allgemeinen Durcheinander der Trauerfeierlichkeiten Howard, der nicht weiß , wie ihm geschieht, da sie es ganz auf ihn abgesehen hat,--und er widerstrebend auch auf sie! Als auch dieser Seitensprung in einem dramatischen Finale Kiki zur Kenntnis gelangt, ist die Ehe am Ende.
In dem Roman entwickelt sich von Beginn an eine unterhaltsame, teils komische, aber auch ernste und traurige Geschichte um diese beiden Familien.
Die Geselligkeiten, Konkurrenzen, Liebeleien und die Entwicklungen der verschiedenen Personen gewinnen Konturen und lassen den Leser am lebendigen Leben und Treiben auf und um den Campus teilhaben. Die charaktervollste und echteste aller Figuren ist Kiki, die Dank ihrer Persönlichkeit alle anderen in den Schatten stellt. Sie ist liebenswert, selbstbewusst, hilfsbereit, stolz, mitfühlend,--alles in einem!
Es geht in diesem Roman auch um Schwarz und Weiß, um die Rechte der Farbigen in Amerika, um Liebe, Kampf und Gleichberechtigung, um den Wissenschaftsbetrieb an einer Universität und politische Diskussionen aller Couleur.
Das Ende der Ehe zwischen Kiki und Howard bleibt am Ende
versöhnlich und hoffnungsfroh offen.
Dass das Buch so lebendig und unterhaltsam ist, kann man sicher der amüsanten und bei allem Ernst doch auch komischen Diktion von Z. Schmiths Erzählweise verdanken.
Sie ist weise und klug in der Art, wie sie Charaktere der verschiedensten Alterstufen darstellt.
Der Roman ist ein reifes Werk für eine noch junge Autorin, von der man sicher weiterhin viel erwarten darf.
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