Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Lustgreis Lottmann, 7. April 2006
Von Ein Kunde
Joachim Lottmann feiert sich gern als Erfinder der deutschen Popliteratur. Diese hat die Tiefe einer Pfütze und lässt sich 1:1 lesen. So kann man auch getrost den Protagonisten seines neuen Opus ZOMBIE NATION gleichsetzen mit dem Autor: Lohmer i s t Lottmann. Eine Familiengeschichte soll erzählt werden, die jedoch über die Nennung zahlloser Namen nicht hinausgelangt, was nicht weiter schlimm ist, da Lohmers/ Lottmanns Genealogie sowieso kein Schwein interessiert, selbst den Autor kaum, ihn allenfalls eine vage Verwandtschaft um 1000 Ecken mit Fürst Pückler (Fa. Gartenbau & Halbgefrorenes). Fürst Lottmann, ein Lustgreis von 50 Jahren, wird von peinlicher Altersgeilheit umgetrieben, die er meistens bei seiner Angetrauten aussabbert. Da haben sich zwei gesucht und gefunden: "Die Barbi" ist eine Alptraum-Zicke, die beim Leser Misogynie und Mordphantasien provoziert. Die heutige Jugend hält Fürst Lottmann für frühvergreist, da sie nicht auf der Höhe seines Musikgeschmacks ist und nicht mit gleicher Begeisterung wie er "poppt" (im letzten Roman hieß es noch: "bohnert"), sondern lieber kuschelt. Umzingelt von alten Säcken entwickelt der Lustgreis eine veritable Geronten-Paranoia. Der Autor Joachim Lottmann war nie ein Schriftsteller und wird auch nie einer werden: er ist eine Sumpfblüte des Schmähjournalismus. Als Frischangestellter beim SPIEGEL kann er sich dort nun - und endlich gut bezahlt - in seinem Fachgebiet auskotzen. ZOMBIE NATION hat Lottmann dem Ex-Bundeskanzler Schröder und seiner Frau Doris gewidmet. Was werden die sich freuen!
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Mann mit vielen Talenten, 28. März 2006
Joachim Lottmann stammt aus sogenanntem "guten Hause". In der Schule konnte er zwei Sachen besonders gut: Singen und Schreiben. Nach dem Abitur (Durchschnitt 0,9) studierte er Theologie und Musik, um Lehrer zu werden. Hierbei stellte sich seine Gesangsbegabung heraus. Er studierte Opern- und Konzertgesang an der Musikhochschule Köln und schloß sein Studium 1989 mit Auszeichnung ab. Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa, nach Israel, Japan, Südamerika und in die Vereinigten Staaten. 1982 trat er ein Engagement beim Westdeutschen Rundfunk an. Während der Schwangerschaft seiner Freundin 1987 nutzte er eine mehrwöchige Gesangspause, um sich auf sein zweites Talent - das Schreiben - zu besinnen. Sein erstes Buch entstand innerhalb weniger Stunden, war sofort ein Erfolg auf dem Buchmarkt und erreichte inzwischen eine Auflage von 1.221.798 Exemplaren. Aus dieser Geschichte eines lebenslustigen und sinnenfrohen Musikstudenten und Solosängers wurde ein Kinofilm. Joachim Lottmann schrieb zusammen mit Regisseur Peter Timm das Drehbuch, die Hauptrollen spielten Uwe Ochsenknecht, Gudrun Landgrebe, Heinz Hönig und Katja Riemann, die Gesangspassagen synchronisierte Lottmann selbst. Premiere war am 12. Februar 1993. Die zweite Schwangerschaft seiner zweiten Freundin nutzte Lottmann, um die Fortsetzung des Romans zu schreiben: Er konnte mit diesem zweiten Roman an den großen Erfolg anknüpfen. Das Buch wurde ein Bestseller und hat mittlerweile eine Auflage von 907.911 Exemplaren erreicht. Das ZDF verfilmte die Story mit Anica Dobra in der Hauptrolle. Sein drittes Buch entstand ausnahmsweise nicht während einer Schwangerschaft, machte Lottmann aber zum Star-Autor: Der Roman hat inzwischen eine Auflage von zwei Millionen Exemplaren erreicht. Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Sönke Wortmann machten ihn zu einem erfolgreichen deutschen Kinofilm. In den Hauptrollen: Veronika Ferres, Heiner Lauterbach, Joachim Król, Thomas Heinze, Heinz Rühmann, Heinz Becker, Heinz Hönig und Lieselotte Pulver. Filmpremiere war Anfang März 1996. Das Buch blieb fast ein Jahr auf Platz 1 der Taschenbuch-Bestsellerliste und wurde dann von seinem eigenen Nachfolger "vertrieben", Lottmanns viertem Roman, der unmittelbar nach Erscheinen Platz 1 erreichte. Noch vor Weihnachten desselben Jahres lag Lottmanns fünfter Roman vor: Die Fortsetzung des Bestsellers erschien im November 1997 mit einer Startauflage von 20 Millionen Exemplaren, der höchsten in der Geschichte des Verlages. Die Verfilmung mit Jennifer Lopez, Jennifer Rühmann und Jennifer Aniston ist geplant. Von Herbst 1997 bis Sommer 1998 moderierte Lottmann als Nachfolger von Reinhard Fendrich die ARD-Single-Show "Herzblatt". Inzwischen ist er pleite, aber glücklich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Eingebürgert in der Zombie Nation, 30. Januar 2007
Worum geht es in diesem Buch?
Da geht es z.B. um den Stammbaum des Protagonisten, der von diesem erforscht wird.
Dieses Erforschen vollzieht sich folgendermaßen:
Ständig taucht ein neuer Name auf, eine neue Adresse und zwei drei Sätze Irgendetwas über diese Person, damit sie dann wieder abtreten kann - ebenso farblos wie überflüssig für die Geschichte (ach ja, welche Geschichte überhaupt?) Dies geschieht mitunter mehrmals pro Seite und setzt damit in seiner Oberflächlichkeit tatsächlich Maßstäbe.
Nur gut, dass man spätestens bei Person zehn oder elf begreift, dass man sich aber auch wirklich gar nichts von den gelieferten Informationen merken muss.
Mein Tipp: wer sich noch überlegt, ob er dieses Buch kaufen möchte, kann sich probeweise mal das Telefonbuch vornehmen.
Desweiteren hält der Autor für den Leser noch ein paar Thesen bereit, die er ohne müde zu werden, immer mal gerne wiederholt.
Eine dieser Thesen besteht darin, dass er (der Autor, der in diesem Falle mit dem Protagonist verschmilzt) der Erfinder der deutschen Popliteratur sei. Und das klingt dann ungefähr so: "Ach wer bin ich denn schon? Ja, ja, ich habe die Popliteratur erfunden. Das schon. So war es." Kotz!
Beim ersten Mal hält man das ja - gutmütig wie man eben ist - noch für Selbstironie auf höchster Ebene.
Aber wenn man dann bei der Mitte des Werkes angelangt ist und merkt, dass man beim besten Willen nicht mehr lange durchhält, dann kommen bei einer weiteren Erwähnung der Popliteratur-Erfinder-These doch die Aggressionen.
Kommen wir zur zweiten These: die Zombies, die es nicht (mehr) bringen und schnellstmöglich abdanken sollten, werden unverständlicher Weise von der Jugend angehimmelt.
Das beste Beispiel für einen es-nicht-mehr-bringen-Zombie hat Herr Lottmann mit diesem Buch geliefert. Das muss ich ihm lassen: hier bringt das Werk seine eigene These auf den Punkt.
Mir war Herr Lottmann bekannt durch "Mai, Juni, Juli", was ich sehr unterhaltsam fand.
Aber lang, lang it's her. Damals hatte er sich noch nicht in der Zombie Nation eingebürgert.
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