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43 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt durch die Augen des Überlebenskünstlers Helge S., 13. Januar 2006
„Eiseskälte. Klarer Himmel. Es barst die Luft.“ So vielversprechend beginnt Helge Schneiders „Expeditionsroman“, der die Fans des Meisters bis zur letzten der ca. 120 Seiten begeistern dürfte – und das beginnt schon mit dem schrägen und einfach nur köstlichen Cover. Reisestart (!) ist am Nordpol, wo der neue Weltenbummler bauchfrei bei –80 Grad, ausgerüstet mit Falt-Axt, Topfpflanze und Mickymausheften sich gegen gefährliche Eisbären verteidigt („Er zauderte, mich in Stücke zu zerlegen.“), sich einen Braten schießt und sich wie ein Wurm hin und her wälzt, „um der außerordentlichen Kälte keine Angriffsfläche zu bieten“ und nebenher noch die Zeit findet, der heimischen Stadtverwaltung einen Brief zu schreiben. Schneller als man die Seiten umblättern kann reist Helge Schneider per Hundeschlitten mit 8 Huskies, die er bei Eskimos für eine Probepackung Hustenbonbons aus der Apotheke bekommen hat, über Grönland nach Russland, „über Kanada und ein Stück China“. Auf dem Pferd geht es über den Kaukasus, über Afghanistan nach Persien, an Italien vorbei nach Andalusien, von Gran Canaria mit dem Hoover-Craft nach Marokko, zum Karneval in Rio, über Hawaii zu den „Komödien-Waranen“ auf den Galapagos-Inseln, dann nach Vietnam, Belgien, Portugal, New York... Unterwegs muss Helge eine nackte Frau, die „aus Gastfreundschaft“ im Eskimo-Zelt lag, eine russische Kampfpilotin und viele brasilianische Tanzmariechen enttäuschen, weil er strikt die Enthaltsamkeit vor der Ehe befolgt – ein Running Gag, der sich durch das ganze Buch zieht. Schließlich wird der Pastor kurzerhand direkt ins Schlafzimmer bestellt, um Abhilfe in der moralischen Notlage zu schaffen. Helge zeigt als formidabler Überlebenskünstler den rechten Umgang mit bedrohlichen Wölfen („Ich blieb zwar freundlich, aber bestimmt.“) und gefährlichen Eisbären, denen er „Auge in Auge, na ja, bestimmt nicht weiter weg wie hundert Meter“ mit Ausrufen wie „Hau ab, du Arsch!“ und „Bullebullebullebulle!“ begegnet. Höhepunkte der Reise sind u.a. die Begegnung mit Günter Netzer als einbeinigem Tuareg in Afrika und tibetanischen Mönchen, die für ihre Fasermalerei bekannt sind („Sie malen klitzekleine Geschichtchen auf Fasern, die anschließend zu einem Hemd oder einer Jacke gewebt werden. Dann sind die Geschichtchen nachher natürlich nicht mehr zu sehen, aber die Vibrations und die klare Aussagekraft dieser Geschichtchen sind noch nach dreißig Handwäschen mit Rei in der Tube zu spüren“.) Der Erzählstil ist geprägt von haarsträubenden Abschweifungen („Die Menschheit würde nicht existieren, Würmer würden jetzt die Geschäfte regeln an der Börse in New York, oder ein Elch wäre Bundestagspräsident [...] und Affen würden von den Bäumen als fahrbarer Untersatz zweckentfremdet sein.“), inspirierender Logik („Diese Pein muss so hoch sein, daß die Leute, die so etwas gewagt haben, davon ihr Leben lang positiv erzählen.“) und faszinierende Formulierungen, für die der Autor sicher den Weg in die deutsche Alltagssprache bahnen wird („Ich hustete klar und zynisch“). Mit vielen aberwitzigen ‚Reisefotos’ geschmückt, die in Verbindung mit ihren Untertitelungen zum Schreiben komisch werden, dürfte „Globus Dei“, das in einem 1A-Helge-Schneider-Flow geschrieben ist, zur kurzweiligen (und leider auch kurzen) Lektüre im schrägen Stile ihres Meisters voller sprachlich-anarchistischer Formulierungen ohne Vorankündigung und Anzeichen von Reue werden – und natürlich auch zur äußerst ‚lehrreichen’ Beschreibung der Welt, ganz im Sinne der alten Seefahrer, von denen Helge spricht: „Denn daß die Welt rund war, wußten die Menschen schon, aber nicht, wie rund.“
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Helge Schneider in Bestform, 24. Juni 2005
Eins vorweg: ich habe dieses Buch binnen zwei Tagen verschlungen. Das lässt schon darauf schließen, dass man dieses Buch als Schneider-Fan eigentlich gar nicht weglegen kann. Kurzweilig und sehr fantasievoll berichtet Schneider von seiner "Reise". Interessante Orte und Spitzen-Dialoge werden im typischen Helge-Stil 1a dargestellt. Für mich besonders lustig waren die subrealen Abdriftungen, in die Schneider immer wieder verfällt, einfach köstlich. Fazit: ein absolutes Muss, vor allem bei dem Preis!
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genial banal bis speziell intellektuell., 17. Dezember 2005
Schon lange habe ich nicht mehr so viel Spaß beim Lesen eines Buches gehabt. Helge Schneiders "Globus Dei" ist ein Buch, das unterhaltsame Lesestunden garantiert.Angefangen von der aberwitzigen (aber natürlich wahren) Geschichte, die Helge Schneider erzählt, über genial wirre Satzstrukturen bis hin zum "helgschen Humor": "Globus Dei" ist ein Muss für Helge-Fans, aber auch empfehlenswert für alle, die Helge Schneider bisher nicht kannten, bzw. noch kein Buch von ihm gelesen haben. In "Globus Dei" erzählt Helge von einer Weltreise, die er unternommen hat (zumindest behauptet er das felsenfest). Und tatsächlich finden sich Geschichten und Erlebnisse von allen Teilen der Erde. Geschmückt sind diese mit lustigen Kommentaren und auch mit Fotos, wobei man aber nicht erwarten sollte, dass Abbildung und Bildunterschrift einen tieferen Sinn ergeben. "Globus Dei" ist ein Buch, das sich schnell und mühelos liest. Es ist zum einen sehr unterhaltsam und humorvoll, zum anderen schneidet Helge Schneider aber auch philosophische Themen an, was - besonders in Kombination mit den ironischen bis satirischen Kommentaren von Helge Schneider - erst die besondere Begabung des Autors aufzeigt. Nämlich auf oberflächlich betrachtet simple Weise komplexe und tiefgehende Beobachtungen niederzuschreiben. Wie bereits erwähnt, hat mir "Globus Dei" sehr gefallen und ich kann dieses kurzweilige Werk wirklich jedem empfehlen, der etwas für humoristische Bücher übrig hat.
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