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77 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vielseitiger und Kontroverser als die Bibel, 11. Oktober 2006
Es fällt mir schwer, ein eindeutiges Urteil über dieses kontroverse Buch zu fällen. Ich werde also einfach einige Dinge auflisten und dann ihren Geschmack und ihr Urteilsvermögen entscheiden lassen, ob sie das Buch mögen oder nicht.
+ Bastian Sick weist auf eine humorvolle, intellektuelle und dabei eindeutige Weise auf die Fehler der so oft kritisierten Rechtschreibreform (die ich ebenfalls hasse) und die Konsequenzen der "Verenglischung" der deutschen Sprache hin.
+ Wie gesagt, Sicks zusammengefasste Artikel, die er für die Spiegel-Kolumne "Zwiebelfisch" schreibt sind witzig, mit viel schwarzem Humor und reichlich Ironie.
+ Löst hin und wieder spontane Lachanfälle beim Lesen aus.
+ Ich bemerkte nach der Lektüre des Buches bei mir eine geschärfte Wahrnehmung der grammatikalischen Ungereimtheiten und der überflüssigen Anglizismen in z.B. TV-Werbung.
+ Kaufempfehlung für alle, die sich gerne über Politiker und Journalisten aufregen. Sick nimmt beide Berufsgruppen regelmäßig aufs Korn.
So....Und jetzt kommt, was kommen musste: Die negativen Seiten von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"
- Das Buch empfiehlt sich nicht zur Lektüre an einem einzigen regnerischen Tag. Einzeln und für sich sind die Artikel witzig und geistreich, doch weil (traurig aber wahr), Sicks Pointen und Sprachmittel immer die gleichen sind, wird es, wenn man gleich 50 Seiten hintereinander liest ziemlich Langweilig. Also: Am besten einmal am Tag, wenn man gerade nicht so gut drauf ist, einen Artikel lesen und schon kann man wieder die Sonnenseiten des Lebens sehen.
- Größter Kritikpunkt meinerseits: Sick gibt sich für meinen Geschmack zu besserwisserisch. Er blickt irgendwie immer auf einen herab, die Artikel wirken nach dem Motto: "Man muss schon ziemlich dumm sein, um solche fehler zu machen". Wenn der Leser aber merkt: "Hoppla! Ich sage ja auch 'Pharmaka' statt 'Pharmakon'" fühlt man sich gelegentlich auch selber beleidigt.
Mein FAZIT: Am besten tritt man an dieses Buch mit etwas Distanz und Selbstbewusstsein heran. Immer daran denken: weder die Regeln der Rechtschreibreform, noch die von Bastian Sick sind in Stein gemeißelt. So kann man dieses buch als das was es ist genießen: Eine kurzweilige, wenn auch lehrreiche Unterhaltungslektüre: Kürzer als "Krieg und Frieden", gehaltvoller als "Harry Potter", kontroverser als "Die Bibel" und auf jeden Fall witziger als "Der Rechtschreib-Duden"...
(Mir hats gefallen)
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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Zwiebelfisch: Ein Wegweiser im Irrgarten der deutschen Sprache, 7. August 2008
Zwiebelfisch nennt man im Zeitungs- und Buchdruck, einzelne Buchstaben oder Wortteile, die irrtümlich in einer anderen Schrift oder Formatierung gesetzt wurden. Zwiebelfisch nennt sich aber auch die seit Mai 2003 im Spiegel Online und seit Februar 2005 in der monatlichen Kulturbeilage des gedruckten Spiegel erscheinende Kolumnenserie des Autors Bastian Sick, die aus dessen Tätigkeit als Dokumentar und Korrektor in der Online-Redaktion des Spiegels hervorgegangen ist, als er humorvolle Memos zu häufigen Fehlerquellen an die Redakteure verfasste. Um der wachsenden Leserschaft der Kolumne, welche die Möglichkeit der Mitarbeit durch Einsendung von Fotos, Bildern und Leserbriefen über eigene Erlebnisse angeregt nutzte, entgegenzukommen, wurde versucht die besten Artikel der Kolumne unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" jährlich zusammenzufassen. Bis dato sind aus diesen Versuchen drei Bände hervorgegangen und wurden nun endlich in einem preisgünstigen Sammelband zusammengefasst. Doch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" ist genauso wie der Name Bastian Sick längst zu einer Marke geworden, die geschickt vermarkt ein eigenes Merchandising aus Büchern, Hörbüchern und Spielen umfasst. Für die einen ist Sick einer der bedeutendsten Sprachkritiker und -pfleger unserer Zeit, für andere hingegen ein normativer Oberlehrer.
Fakt ist, die drei nun zusammengefassten Bände sind von unterschiedlicher Qualität, so ist der hervorragende erste Band eine gelungene Edition der Zwiebelfisch-Kolumne, während Bastian Sick im zweiten Band eher auf seine Leserbriefe reagiert und im dritten, bisher letzten Teil der Reihe überwiegen vor allem Anekdoten und irgendwie erfunden wirkende Geschichten. Obwohl die Idee sein Gesamtwerk in einem Band zusammenzufassen interessant klingen mag, wurde Bastian Sicks Happy Aua jedoch ausgelassen. Das schmale Büchlein, welches ausschließlich Fotoeinsendungen zum Thema "Schreib- und Druckfehler im Alltag" enthält hätte etwa Sicks Ausführungen zu Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 3 perfekt ergänzt.
In lustigen Anekdoten aus Alltag, Politik und Journalismus deckt Bastian Sick so manche Irrwege der deutschen Sprache auf und schafft ein bisschen mehr Klarheit darüber, dass selbst jene Leute deren Geschäft es ist sich durch Sprache auszudrücken in viele jener Fettnäpfchen hineintreten, die bei der Rechtschreibreform entstanden sind. Falschübersetzungen, Modesprache, mutwillige Fehler, all das beeinflusst unser Sprachgefühl und lässt uns für den ein oder anderen Fehler schlicht blind werden. Besonders geißelt Sick in diesem Zusammenhang die eigentümliche Werbesprache, die mit ihrer mutwilligen Ignorranz von Rechtschreibregeln und Grammatik mehr zum "Verfall" der deutschen Sprache beiträgt, als alles andere. Beim Aufspüren von stillschweigend meist hingenommenen Fehlern ist Sick sehr spitzfindig und pedantisch, wobei er im Grunde für gewöhnlich Recht behält, denn was heute gesprochen wird ist oft weit von "gutem" Deutsch entfernt. Sicks Talent ist seine Fähigkeit Geschichten amüsant und detailreich zu erzählen.
Dieses Konzept auf dem die Buchform der Zwiebelfisch-Kolumne beruht, ist lobenswert und war in "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" noch neu und kreativ, doch bereits im darauffolgenden Band erfolgte ein Schwenk in Richtung Reaktion auf Leserressonanz. Nach dem eher allgemeinen Band 1 befasste sich Sick im zweiten vorzugsweise mit modernen Kommunikationsmitteln und jenen stilistischen Unsitten, die meist in E-Mails auftauchen. Für Teil von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" schienen brauchbare Leserbriefe und Artikel der ersten Garnitur bereits verbraucht gewesen zu sein. Nachdem sich Sick mit Reaktionen ind Band 2 gut über Wasser halten konnte und weniger aus Eingeninitiative aufs Tapet brachte, war er mit Band 3 gezwungen wieder selbst Geschichten einzubringen. Jetzt erst recht - ging Sick SMS und E-Mail, sowie den Stilblüten des Web 2.0 an den Kragen. Dazu sagte er auch den Anglizismen versteckt den Kampf an, sowie Dialekten, verkörpert durch Sicks Nachbarin Frau Jackmann. Wenn ein mittlerer Milchkaffee zum "tollen Latte to go" wird darf Sick wie gewohnt gerne erklären wie das möglich ist und was daran so toll bzw. tall ist. Dabei ist das Deutsche nicht die einzige Sprache, die Fremdwörter übernimmt und so gibt es gleichbedeutend einen Kindergarten als solchen auch im Englischen.
Fazit:
Wer Bastian Sick und seine Buchtrilogie "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" noch nicht kennt, bekommt mit diesem Sammelband der ersten 3 Bände eine sehr günstige Chance. So günstig, dass es preislich kaum einen Unterschied macht ob man sich jetzt den ersten Band oder gleich alle 3 in dieser Edition kauft und das sollte selbst Zweifler überzeugen, die sich überlegen ob ein 750 Seiten Wälzer nicht doch eine Fehlinvestition sein könnte, wenn man so unterschiedliche Dinge über den Autor hört. Überzeugen Sie sich selbst, greifen Sie zu und bilden Sie sich eine eigene Meinung. Selbst im schlimmsten Fall haben Sie am Ende nur Zeit und wenig Geld verloren.
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78 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Unterhaltsam, aber nicht so souverän wie Wolf Schneider, 8. Februar 2005
Ich finde das Buch nett. Wirklich nicht schlecht, aber auch wirklich nicht überragend: so mittendrin, ganz unterhaltsam. Bastian Sick prangert sprachliche Unsitten an, die vor allem aus den Medien in die Alltagssprache überschwappen - zum Teil auch umgekehrt. Und ich möchte ganz klar stellen: Er hat vollkommen Recht mit dem, was er schreibt. Anderseits hat, was er schreibt, schon jemand vor ihm geschrieben. Es kommt mir beim Lesen geradezu so vor, als habe Herr Sick beim Schreiben seiner Kolumnen das Buch seines Kollegen Wolf Schneider auf dem Tisch liegen gehabt: "Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß". Kennen tut er's jedenfalls bestimmt. Und dieses Buch von Wolf Schneider ist nach meinem Geschmack einfach das bessere von den zweien. Beide Autoren behandeln praktisch dieselben Themen, und dabei sind sie meist sogar derselben Meinung. Aber die Texte von Wolf Schneider sind argumentativ besser, sind klarer gegliedert und spritziger formuliert. Ich würde sagen: Bastian Sick ist unterhaltsam, Wolf Schneider ist geistreich. Aber das ist jetzt natürlich journalistisch überzeichnet. Kurzum: Wer sich überlegt, dieses Buch zu kaufen oder zu verschenken, dem sei die Alternative von Wolf Schneider ans Herz gelegt: „Deutsch fürs Leben" heißt es, kostet genauso viel wie das hier und macht doppelt so viel Spaß.
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