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Schneeweiß und Russenrot
 
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Schneeweiß und Russenrot (Taschenbuch)

von Dorota Maslowska (Autor), Olaf Kühl (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 239 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (17. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203376X
  • ISBN-13: 978-3462033762
  • Originaltitel: Wojna polsko-ruska pod flaga bialo-czerwonq
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 57.505 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Die Sprache der Jugend Dorota Maslowskas Roman «Schneeweiss und Russenrot» «Diesen Umschlag hat sie nicht verdient», denkt man im Nachhinein. Was der deutschsprachige Verlag, im Gegensatz zum Original, zum ästhetisch durchdachten polnischen Exemplar, da angerichtet hat, soll das sattsam bekannte Paar Schlampigkeit und Coolness befestigen: Ein vom Fotografen absichtlich angeschnittenes Mädchen sitzt auf einem Sofa, den Grossteil des Bildes macht eine holzgetäfelte Wand aus. Vermutlich soll Lounge-Atmosphäre suggeriert werden, Lässigkeit, Poptauglichkeit; es wirkt aber nur gewollt. Der Verlag tut Unrecht. Dorota Maslowskas Roman «Schneeweiss und Russenrot» ist mehr. Er ist für eine griffige Zuordnung, ein modisches Label nicht zu haben. Obwohl sich vorschnell eine Meinung aufdrängt. So war, um das Spektakuläre gleich zu erwähnen, Maslowska achtzehn Jahre alt, als sie dieses Buch schrieb. In Polen gewann sie dafür zwei der wichtigen Buchpreise und ist dort sogleich in die Liga der Etablierten gehoben worden. Schnell und farbenkräftig Keiner der etablierten Schriftsteller indes hätte dieses Buch schreiben können, denn ihnen fehlt das, was es ausmacht, die Sprache. Es ist die Sprache der Jugend, ihr Slang. Schnell, stark verkürzend, farbenkräftig, berstend von Eigenheiten. Man sagt in Polen, dies sei die Sprache der blokersi, der Bewohner von Plattenbauten (polnisch: bloki), oft arbeitslos, meist in Trainingsanzügen steckend, mit keinerlei Hoffnung ausgestattet und für einen Gesetzesverstoss aus Langeweile zu haben. Doch ist dies nicht das Milieu, das hier geschildert wird. Es sind einige Stunden aus dem Leben von Andrzej. Er erzählt. Wir lernen ihn kennen, als ihn die Freundin verlässt. Er stolpert durch die Landschaft einer nicht näher definierten Stadt, von einem Mädchen zum anderen, von Drogen benommen, eingekeilt im Liebesschmerz. Seine Odyssee könnte heute spielen oder morgen. Sie ist bestimmt von einem Assoziationenfluss, dazwischen Dialoge. Was gänzlich fehlt, sind breiter angelegte Beschreibungen. Die Menschen werden vorwiegend anhand der Sprache festgemacht, trotz Kommunikationsdrang aber der Isolation, dem Egozentrismus vielleicht, überlassen sowie wirren, aus dem Westen importierten Ideen sowie Trieben. Einflüsse sind rasch ausgemacht, die Filme «Being John Malkovich» und «Trainspotting», aber auch Kafka, Gombrowicz, Gaddis. Aktuelle Bezüge sind da, doch nie so aufdringlich gestaltet, dass sie die Lektüre in der Zukunft schmälern könnten. Das Leitmotiv aber heisst: polnisch-russischer Krieg. Dieses Stichwort, das ein Phantom bezeichnet, zielt auf den Polen als Patrioten. Der jüngere Leser wird damit nicht mehr viel anzufangen wissen. Immerhin wird, wer die alte, geschichtlich fundierte Phobie der Polen gegenüber den Russen kennt, aufhorchen. Zwischen Humor und Tragik Was Maslowska vom Gros der Popliteraten trennt, ist ihr Talent, die Konfusion der Jugend und mit ihr Zivilisationskritik sprachlich souverän zu meistern, ohne sich für Coolness herzugeben. Der Text schwankt geschickt zwischen Geschwätzigkeit und Lakonie, Überhöhung und extremer Verkürzung, lyrischen Ansätzen und Obszönität, zwischen Alltag und hehrem Gedanken, Humor und Tragik. Tragik deshalb, weil die umfassende Redseligkeit die grosse Leere notdürftig kaschiert. Schützende Systeme fehlen, wir sind am Ende der Welt angelangt. So sagt Andrzej: «Gleich reiss ich das Kabel aus der ganzen Welt, gleich reiss ich die Oberleitungen raus, gleich ziehe ich am Griff, die Notbremse.» Und woanders: «Und der Himmel ist wie am Tag der jüngsten Apokalypse, dunkel, ausgebaucht, ich brauchte nur die Hand nach oben auszustrecken und würde alles zerfetzen, die Nähte würden platzen und die ganze Konstruktion auf die Stadt runterrasseln, einschliesslich sämtlicher Filialen.» Bevor alles zu Bruch geht, bestimmt das Chaos den Tag. Und Dorota Maslowska verdichtet es unentwegt, indem sie abstrakte Elemente hinzufügt oder indem sie die Figur der Dorota Maslowska einführt. Diese hat offenbar die Kontrolle übers Geschehen, obwohl sie offiziell beim Kommissariat Aussagen von Delinquenten aufnimmt und sich ihrem Chef mit Kaffee und womöglich mehr andient. Nun: An dieser Stelle wird der Autorin die Alles-geht-Attitüde zum Verhängnis. Der Verweis auf die Künstlichkeit des Gesagten bleibt ohne Folgen. – Die Figuren sind festgeschrieben, die Welt ist beendet. Erlösung, gibt es die? Jedenfalls werden wir Zeuge von Poesie. Ein Trost, aber ohne Gewähr. Adam Olschewski


Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 27.03.2004
Rezensent Henning Kober hatte seine grelle Freude an Dorota Maslowskas Debütroman, den sie der Legende nach in nur einem Monat neben dem Abitur heruntergeschrieben haben soll. Kober glaubt den "Fänger im Roggen" oder zumindest das "Trainspotting" der nächsten Generation gefunden zu haben. Denn was dieses Buch für ihn auszeichnet, ist sein "sympathisch verdorbener Realismus". Der, um den sich alles dreht, ist Andrzej, genannt "der Starke", und der Leser lernt ihn kennen, als er gerade von seiner Freundin Madga verlassen wird - per Bote. Doch Niedergeschlagenheit, so Kober, ist nicht Andrzejs Sache, eher "zynischer Spott und heroische Gleichgültigkeit" angesichts der "Unerträglichkeit seiner Umwelt" (Drogen). Sein Leben sei ein "Splatterfilm", und er sei "ein Charakter, der rennt und sich dabei den Kopf blutig schlägt", und sich auch achtlos und rauschvoll ins Verderbliche stürzt (Drogen), um nicht in belangloser Langeweile zu versumpfen. So rücksichtslos klar wie Andrzejs Blick, so "brutal authentisch" - auch in ihren Wortschöpfungen - ist für den Rezensenten auch Maslowskas Sprache. Sie scheue sich zudem nicht, vor dem Hintergrund des polnisch-russischen Krieges, auch rassistisch geprägten Patriotismus mit ins Spiel zu bringen. Die Devise "Alles scheißegal", so Kober, zieht sich mit gewaltiger Zugkraft durch den ganzen Roman, der "sich der menschlichen Wahrheit verpflichtet sieht, nicht dem kultivierten Lebenskompromiss". Da kommen "bad style", "sad style" und "worst style" aufs Rauschendste zusammen, so das Fazit des begeisterten Rezensenten.

© Perlentaucher Medien GmbH

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der russisch-polnische Krieg unter der weißroten Fahne, 16. März 2004
Von Ein Kunde
Beeindruckend. Wie jemand in diesem Alter eine ungewöhnliche, schwierige Erzählsituation (junger Vorstadtpole auf Speed irrt durch die Stadt, nachdem er von seiner Freundin verlassen wurde) durchalten kann und dabei keine Minute langweilt, ist mir fast unbegreiflich. Es muss an der Sprache liegen, dass man das Buch nicht weglegt, an diesem seltsamen, assoziativen Stakkato, radikaler als Irvine Welsh, eher schon an Burroughs orientiert. Die Handlung ist marginal, die literarische Qualität nicht. Maslowska ist mutiger, moderner und einfach besser als die konventionelle Prosa, die Lebert, McDonnell und co. von ihren Lektoren glattföhnen lassen. Wer also das übliche Lesefutter erwartet, wird enttäuscht sein.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Dorota Maslowska verbindet ..., 24. Mai 2004
die Geschwindigkeit und die derbe Sprache eines Irvine Welsh mit den Wahrheiten und Depressionen einer Sibylle Berg. Um mal in Kategorien zu sprechen. Denn wirklich einkategorisierbar ist der Roman nicht. Er ist schon anders als alles bisher gelesene. Positiv gemeint. Welsh + Berg + Drogen + Beziehungsprobleme + Gesellschaftskritik = nette Popliteratur. So hätte es sein können. Doch zeichnet sich dieser Roman durch eine dreckig-poetische Sprache aus, die zuweilen wirkliche Substanz bietet. Etwas das die meisten Romane der Popliteratur meist nicht bieten. Schneeweiß und Russenrot ist auf gar keinen Fall mit Nick McDonnell's oberflächlichem und plumpen „Unter Null" -Abklatsch „Zwölf" vergleichbar. Ist eigentlich keine Popliteratur. Ebenso wie Kracht's „1979", welches beleidigenderweise auch zur Popliteratur gezählt wird. Trotz derber Sprache und vulgärer Ausdrücke kann ein Roman intelligent sein. Hier der Beweis. Kann ein Roman Tiefe besitzen. Maslowska schreibt in einer sehr wütenden Sprache. Beeindruckend. Keinesfalls "Sehr triste - wie so oft in der osteuropäischen Literatur."
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gute Übersetzung, 9. Januar 2007
Das Buch hab ich sehr schnell gelesen, die Übersetzng war gut- weil wenn man genau, liest kommt man auch drauf das ptasie mleczko- polnische Pralinen sind und kein Vogelmilch...Das Buch hat wirklich viel Freude gemacht und gerade die teilweiser sinnlose, arrogante Sätze wirken wie aus dem Leben gerissen und mit ein wenig Ironie unterstichen- unbedingt Lesen- nichts für Spieser.
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2.0 von 5 Sternen Zugeklappt und raus aus dem Kopf
Die Hauptfigur Andrzej erfährt direkt zu Beginn des Buches von einer Freundin, dass seine Angebetete ihn verlassen hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Januar 2007 von deathdealer92618

2.0 von 5 Sternen Schlechte Übersetzung
Vielleicht wäre das Buch besser, hätte es jemand anders übesetzt. So wird "ptasje melczko" mit Vogelmilch übersetzt, was wörtlich gesehen auch richtig ist, aber jemand... Lesen Sie weiter...
Am 10. April 2006 veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Story, ein Buch einfach mal ganz anders
Das Buch ist anders als alle Anderen, hart und direkt. Es zéigt ein anderes Leben als wir es führen. Lesen Sie weiter...
Am 9. August 2004 veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Sprache allein genügt nicht
Der Schreibstil mag innovativ sein, das Thema komplex, die Autorin jung und somit als besonders schützenswert einzustufen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Juli 2004 von Rayk Fenske

5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und sehr komisch.
Es lohnt, dieses Buch zu lesen. Es hat "die richtige Länge" und einen angenehmen Spannungsrhythmus. Lesen Sie weiter...
Am 20. Juni 2004 veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Vorsicht, Literatur Shootingstar!
Jedes Jahr präsentiert uns irgendein Verlag ein neues Literatur Wunderkind. Zuletzt war das Nick McDonell, der mit Zwölf durchaus Lesbares vorgelegt hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Februar 2004 von laolala

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