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Cosmopolis
 
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Cosmopolis (Gebundene Ausgabe)

von Don DeLillo (Autor), Don de Lillo (Autor), Frank Heibert (Autor)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kein guter Tag, um sich die Haare schneiden zu lassen: Der Weg zu Eric Packers Lieblingsfriseur ist zwar nicht allzu beschwerlich, besonders wenn man in einer komfortablen Stretchlimosine unterwegs ist, aber die 47. Straße führt nun mal quer durch Manhattan, und das Herz von New York steht an diesem Frühlingstag im April 2000 kurz vor dem totalen Kollaps. Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, gewalttätige Globalisierungsgegner demonstrieren und der Sufi-Rapper Brutha Fez wird unter großer Anteilnahme seiner Anhänger zu Grabe getragen. Mitten durch dieses postmoderne Pandämonium schleicht Packer mit seinen Leibwächtern und Sicherheitsbeamten, seiner Frau, seiner Liebhaberin, und seinem Leibarzt im Schritttempo voran, ohne wirklich vorwärts zu kommen.

Eric Packer ist unermesslich reich, ein gewissenloser Spekulant der New Economy, dessen Blick auf die Wirklichkeit durch Spy-Kameras und Börsennachrichten distanziert und zynisch geworden ist. Während das Leben im Inneren seiner rollenden Festung zum Fernsehbild gerinnt, träumt Packer von hartem Sex, philosophiert über digitale Medien, geilt sich an riskanten Termingeschäften mit dem japanischen Yen auf und lässt sich seine "asymmetrische" Prostata untersuchen. Am Ende des Tages schließlich verliert Packer nicht nur das Geschäft seines Lebens, sondern kommt selbst zu Tode -- ein finaler Akt der sinnlosen Gewalt, der in dieser Geschichte ebenso banal wie logisch erscheint.

Don DeLillos Roman wirft einen schonungslosen Blick ins Innere der aufgeheizten Geldkultur und des hemmungslosen Spekulantentums der neuen Märkte am Beginn des 20. Jahrhundert. Mit virtuellen Valutaverschiebungen werden Milliarden gescheffelt und Finanzimperien für einen Tag aufgebaut, um im nächsten Moment zu kollabieren und dabei ganze Volkswirtschaften in den Abgrund zu reißen. Nach seinem epischen Großwerk Unterwelt und der eher lyrischen Skizze Körperzeit legt DeLillo mit Cosmopolis eine irritierend bösartige Vignette amerikanischer Gegenwartskultur vor, die radikal entlarvend und zugleich wider Willen faszinierend wirkt; ja trotz der Exzesse Packers bisweilen sogar komisch. --Peter Schneck



Hörbuch-Rezension

Düster, trost- und beziehungslos, dekadent und Schrecken einflößend -- Cosmopolis entwirft das Bild eines nihilistischen Zynikers, eines 28-jährigen Börsenspekulanten, der sich an einem Tag im Jahr 2000 mit seiner weißen Stretchlimo quer durch New York chauffieren lässt. Grund: Er will sich die Haare schneiden lassen. Weder der in der Stadt weilende Präsident, noch die Globalisierungsgegner, nicht einmal eine persönliche Morddrohung können ihn davon abbringen. Erst als der Yen sinkt, gerät auch sein Leben ins Wanken. Eric Packer ist der Ingebegriff eines kaputten, identitätslosen Menschen, der alles hat, Reichtum und Macht, der seinen Geist mit Gedichten, die er nach Zeilen auswählt, füttert. Darüber hinaus repräsentiert er den Zusammenbruch der New Economy und der Börsen, verkörpert eine Gesellschaft, in der das Cyberkapital den Menschen beherrscht.

Zumindest in der Wahrnehmung des Protagonisten passiert relativ wenig: weder die Blockierung durch der Globalisierungsgegner, noch der Mensch, der sich selbst verbrennt, auch nicht die Beerdigung eines Rappers -- nichts von allem rührt Eric Packer wirklich an. Gelangweilt schwebt er in seiner Limousine durch die Stadt, trifft eine Geliebte, seine Frau, tötet seinen Sicherheitschef… und scheint für einen kurzen Moment bei dem Frisör, der ihn schon als Kind die Haare schnitt, Ruhe zu finden. Aber eben nur wenige Minuten, dann macht er sich auf den Weg zu seinem Mörder, der ihm seinen Ikarus-Sturz prophezeit. Als gefühlskalter Technokrat begegnet Eric Packer seinen Mitmenschen grundsätzlich mit der Überzeugung, sie hätten nur eine Existenzberechtigung, sofern sie in seinem Leben etwas auslösen können.

Neben der Sozial- beherrscht die Sprachkritik den Roman. Wörter wie „Computer“, „Telefon“, „Walkie-Talkie“ oder „Palm Organizer“ werden hier als anachronistisch gebrandmarkt. Ohne Zweifel liefert der Roman ein ziemlich realistisches Abbild unserer Gesellschaft und ortet ihn durch die allgegenwärtige Kommunikationstechnologie samt Markennamen unverkennbar im Jahr 2000. Sein sich langweilender Protagonist könnte aber genauso gut ein Bruder von Huysmans Adligem Des Esseintes in „A rebours“ sein, der sich gänzlich aus der Realität zurückzieht. Beider Leben könnte man künstlich nennen.

Don DeLillo ist einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. 1971 erschien sein erster Roman Americana. Es folgten: Die Namen (1982), Sieben Sekunden (1991), Unterwelt (1997), Bluthunde (2000), Körperzeit (2001) und Cosmopolis (2003). Don DeLillo wurde mit dem National Book Award und dem Faulkner Award geehrt.

Christian Brückner holt aus dieser erdrückenden Bestandsaufnahme alles raus: Seine Stimme entspricht dem „kühlen“ Sound genauso wie den harten Schnitten dieser Stationen durch Manhattan. Die zahllosen zynischen Reflexionen klingen bei ihm gleichermaßen echt wie die Passagen, die sich durch pausenlose Aktion auszeichnen. Dennoch klingt die Geschichte oft konstruiert und erinnert an ein Thesenstück. Ohne Zweifel muss man sich in diesen Roman erst einstimmen.

Ungekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 358 Minuten, 4 CD. --culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Degenerierter Superkapitalismus, 13. Oktober 2003
Don deLillo schreibt über den superreichen Eric Parker. Ein Mann, Ende Zwanzig, der es in der Welt von Finanztransaktionen und Superkapitalismus zum Gipfel des Erfolgs gebracht hat. Allerdings lebt Parker nur noch einer abstrakten Gedankenwelt, die versucht weltliche Finanzbewegungen anhand von Mustern und Zyklen vorhersehbar zu machen. Daran scheitert er und das ist auch der Anfang seines Endes. Sein letzter Tag findet größten Teils innerhalb seiner Stretchlimo statt aus der er das Chaos seiner Umgebung nur naiv betrachten kann. Auf seinem Weg zum Friseur nähert er sich, wie eine Motte dem Licht, seinem sicheren Tod. In dem Tagebuch seines Mörders kann man lesen, warum er sterben soll. Die Leben der beiden Besessenen treffen sich und werden zu einem gemeinsamen Schicksal.
Das Buch ist klug geschrieben, messerscharf, böse und kalt. Man kann es kaum aus den Händen legen. Man wird von der Geschichte mitgerissen und in die degenerierte Gedankenwelt der Hauptfiguren entführt. Mit keinem kann man sich identifizieren, weil Beide die krankhaften Enden einer kalten Gesellschaft bilden.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Interessant - aber anders als gedacht..., 7. November 2003
Von Eric Kubitz (Bad Tölz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Eric Packer ist stinkreich und genießt das auch. Er nimmt alle Menschen um sich herum nur mit großer Distanz wahr - erwartet aber dass die Welt um ihn herum immer passend und stilvoll ist. Er reist den ganzen Tag in seiner Limosine durch New York, empfängt darin seine Mitarbeiter, geht darin sogar aufs Klo und lässt sich - wie jeden Tag - im Auto ärztlich untersuchen.

Erzählt wird die Geschichte fast vollständig aus der ungewöhnlichen Perspektive dieses einen Superreichen. Der Leser erfährt viel von den blasierten Gedanken, die jemand mit sich trägt, der sich auch einen Atombomber leisten kann (und das auch tut).

Ich finde allerdings, der Leser erfährt sogar eindeutig zu viel von diesen Gedanken Eric Packers. Ein Großteil ist nämlich einfach nur dummes Zeugs. Schlimmer noch: Der Leser muss sich zudem durch Dialoge quälen, in denen Don DeLillo, der Autor, versucht, die gesprochene Sprache direkt in Worte abzubilden. Das ist größtenteils quälend und wirkt gewollt "anders". So wirkt der Schreibstil teilweise affektiert und nervt dann sehr.

Außerdem ist diese Geschichte, die im Jahr 2000 spielt, Ende 2003 einfach fehl am Platz (auch wenn DeLillo nichts dafür kann). Denn es gibt heute keine solch protzigen Schwerreichen mehr und es ist einfach nicht glaubhaft, dass ganz New York voll von Strechlimosinen ist, wie es im Buch beschrieben wird.

Also null Punke für "Cosmopolis"? Na ja, ehrlich gesagt, habe ich spätestens nach 20 Seiten gedacht, ich muss seit Jahren erstmals wieder ein Buch abbrechen. Dann hätte es null Sterne gegeben. Aber ich muss zugeben, dass ich nun doch froh bin, dass ich alle 200 Seiten gelesen habe. Denn im zweiten Teil hatte ich mich dann endlich an den Schreibstil gewöhnt und in der bis dahin irgendwie sinnentleerten Reise von Eric Packer durch New York tauchte dann doch noch Spannung und Entwicklung auf. Am Ende hätte ich mir sogar noch ein paar Seiten mehr für die tragische Entwicklung der beschriebenen Schicksale gewünscht. Aber 3 Sterne, finde ich, sind schon o.k..

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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sperrig und wenig mitreißend, 28. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Für mich war Cosmopolis nur sehr mühsam zu lesen. DeLillo bemüht sich, Dialoge bruchstückhaft und ästhetisiert wirken zu lassen, als ob ihm eine normale Erzählform zu gewöhnlich und banal scheint. Die Figuren wirken kalt und voller Sehnsucht nach dem Ende. Ich kann darin weniger das New Yorker Börsenleben erkennen als den Wunsch DeLillos, besonders klug und geistreich wirken zu wollen. Absurde und groteske Handlungsfäden werden mit sperrigen Beschreibungen und Dialogen zusammen gehalten. Ich habe es bereut, dieses Buch gekauft zu haben. Für so etwas bekommt man vielleicht von Kritikern einen Preis, mich als Leser aber nervt es und hinterlässt keine nachhaltigen Erinnerungen.
Ich gebe drei Sterne, weil es mir nicht gefällt, in seiner Art aber konsequent und handwerklich gut gemacht wurde.
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Cosmopilis erinnert teilweise sehr an American Psycho oder auch Zwölf. DeLillo versteht es nur sehr viel besser als die anderen Autoren mit der Sprache umzugehen; sie ist bei... Lesen Sie weiter...
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