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Rot
 
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Rot (Gebundene Ausgabe)

von Uwe Timm (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 429 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203023X
  • ISBN-13: 978-3462030235
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 363.675 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 45 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Timm, Uwe

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens.

Die Vergangenheit hatte den einst so kämpferischen Alt-68er, der heute als Beerdigungsredner seinen Lebensunterhalt bestreitet, wieder eingeholt, als er vom Tode des früheren Freundes und Mitstreiters Aschenberger erfuhr. Dessen letzter Wille, eine Grabrede von Linde, bekannt für seine gefühlvollen, rhetorisch meisterhaften Abgesänge, versetzt diesen in inneren Aufruhr. Auf Spurensuche in der Wohnung des Verstorbenen stieß Linde nämlich auf detaillierte Pläne des Ex-Kommilitonen zu einem politischen Fanal, der Sprengung der Berliner Siegessäule! Linde findet das Paket mit dem Sprengstoff!

In etwas konstruierter Figurenkonstellation stellt Uwe Timm dem Grabredner als hedonistisches Gegenmodell die abgehobene Lichtdesignerin Iris ("ich verkaufe Licht!" -- spätestens nach einem solchen Satz flieht jeder halbwegs vernünftige Mann), als junge Geliebte zur Seite. Generationen übergreifend ergehen sich beide nun in Reflexionen über Tod, Prosecco und Klassenkampf, über äußere wie innere Verfallsprozesse und die traurigen Reste einer Gesellschaftsutopie, die heute entweder im Alkoholismus aufgeweicht ist, oder gut betucht in raunenden Esoterikzirkeln ihre neue Innerlichkeit feiert.

Eines beherrscht Uwe Timm wie auch sein Protagonist perfekt: das Referieren. Mit großem, weltmüdem Gestus wird der Weg vom Agit-Prop zum satten Bildungsbürgertum durchmessen, Handlungsstränge, kaum aufgenommen, gehen wieder verloren -- und so, liebe Trauergemeinde (wie der Leser oft angesprochen wird), werden wir allmählich von grenzenloser Trauer erfüllt über etwas, was, stringenter erzählt, ein Generationen-Thriller mit brisanter hochexplosiver Altlast hätte werden können. Stattdessen werden wir in ein philosophierendes Agit-Quasselseminar gesetzt, der weinerlichen Nabelschau eines luxuriös lebensüberdrüssigen Mittfünfzigers mit Vaterproblemen, der in larmoyanter Süffisanz über seltene Rotweine schwadroniert, die Farbe Rot esoterisch ausleuchtet und Montaigne-Zitate zum Besten gibt, bis er am Ende sein Sprengstoffpaket doch noch loswird. --Ravi Unger



Kurzbeschreibung

Der neue, große Roman von Uwe Timm erzählt vom Jazzkritiker und Beerdigungsredner Thomas Linde, von seiner Liebesaffaire mit der Lichtdesignerin Iris, von Aschenbrenner, der tot ist und die Siegessäule sprengen wollte, von den Hoffnungen und Wünschen der 68er, von der Farbe Rot, von Lebensläufen und ihren Geheimnissen, von den Utopien und Verbrechen unserer Geschichte und von der Kostbarkeit des Lebens. Thomas Linde schwebt. Etwas ist anders, aber er weiß nicht genau, was. In wenigen Sekunden wird er es wissen, aber diese kurze Zeitspanne ist erfüllt von einem ganzen Leben, mehr als einem halben Jahrhundert, von Geschichten, Erinnerungen, Begegnungen, Bildern und Gedanken. Thomas Linde ist Jazzkritiker und Beerdigungsredner, er schreibt an einer Arbeit über die Farbe Rot, und er hat eine Geliebte, die zwanzig Jahre jüngere Lichtdesignerin Iris, die ihm etwas zu sagen hat. Linde bereitet die Rede auf Aschenbrenner vor, einen ehemaligen Kampfgefährten von 67/68, als die Welt eine andere war und eine andere werden sollte. Zwischen Aschenbrenners Nachlass-Papieren findet Linde Sprengstoff, dafür gedacht, die Siegessäule in die Luft zu jagen... In seinem neuen Roman erzählt Uwe Timm von Lebensläufen und ihren Geheimnissen, von einer Liebesgeschichte, die immer leidenschaftlicher und zärtlicher wird, von den Zielen und Hoffnungen der 68er, von den Kämpfen um eine gerechtere Welt und was aus ihnen geworden ist. »Rot« ist die in Splittern erzählte Geschichte eines unvollendeten Lebens, das in sich alle Wünsche und Utopien einer wachen Generation trägt und dennoch das Wort »Hoffnung« aus guten Gründen aus dem Wortschatz gestrichen hat. In immer neuen Anläufen, in wie Mosaiksteine gesetzten Geschichten, durchpulst von Rhythmen und durchzogen von Leitmotiven, hält »Rot« den Leser in Bann – dicht, nachdenklich und schön.

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartige Literatur, 30. Juni 2005
Von Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: ROT: Roman (Taschenbuch)
Thomas Linde spricht auf Beerdigungen, im Gegensatz zur „Konkurrenz" aber nie von Gott, sondern vom Leben der Verstorbenen. Linde ist ein Altlinker, eine echte „rote Socke" mit einschlägiger Vergangenheit: Endlose Diskussionen in muffigen Kneipenkellern, Agitprop an der Uni, kommunistische Weinlese nebst promisker Freizeit im französischen Süden.
Bei einem Begräbnis lernt er Iris kennen, im wahrsten Sinne des Wortes eine Lichtgestalt, über zwanzig Jahre jünger, verheiratet. Sie interessiert sich erstaunlicherweise sehr für den alternden Revolutionär, eine Affaire beginnt. Gleichzeitig bekommt der Grabredner einen neuen Auftrag: Sein lange vergessener Genosse Aschenberger ist gestorben und hat sich Linde für die Beisetzung gewünscht. Dieser taucht tief ein in die Welt seines ehemaligen Freundes, der seine Ideale bis zuletzt auch gelebt hat. Mit einer Ausnahme, der Verweigerung, aus politischen Motiven gewalttätig zu werden. Aschenberger plante, die Berliner Siegessäule zu sprengen, dieses anachronistische Zeichen militärischer Macht inmitten der Stadt. Und tatsächlich findet Linde zwischen dem Müll in Aschenbergers Souterrain-Wohnung ein Päckchen Sprengstoff ...

Timm ist ein wortmächtiger Erzähler, dessen Sprache rasch vereinnahmt, die von brillierender Schönheit ist. Sie geht einher mit origineller Dramaturgie, die die eigentlich eher tröpfelnde Geschichte mit einer Art Druck ausstattet, der sich auf den Leser überträgt. Auch viele Wiederholungen und deklamierend vorgetragene linke Allgemeinplätze langweilen deshalb nie, während sich das schillernde Mosaik nach und nach zusammenfügt, um schließlich in der titelgebenden Farbe zu leuchten. Großartige Literatur.

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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wundervolles Buch über Tod und Leben, 9. April 2002
"Rot" ist eines von jenen Büchern, wo man die Samstagseinkäufe schnell hinter sich bringt, um zu Hause weiterlesen zu können. Mit Humor und Ironie beschreibt Uwe Timm Verhaltensweisen und Sprachhülsen aus der 68er-Zeit, neumodisches Palaver und unerfüllte Lebenssehnsüchte. Dabei denunziert er seine Figuren nicht, macht sie nicht zu bloßen Blödmännern oder Blödfrauen. Als Beerdigungsredner macht sich der Ich-Erzähler Thomas Linde Gedanken über jene, die nicht von der "christlichen" Konkurrenz zu Grabe getragen werden und entfaltet so Lebensgeschichten über Liebe, Utopien, verkorkstes und gelingendes Leben. Und natürlich über sich selbst: über die Zeit der WG-Diskussionen, seine Liebschaft zur 20 Jahre jüngeren Lichtinstallationskünstlerin Iris, zu Edmond, der früher die revolutionären Reden geschwungen und später mit Wein ein Vermögen gemacht hat. Und natürlich über seinen verstorbenen Ex-Kommunarden Aschenberger, der alles bürgerliche Leben ablehnte und sich in einen Kokon des Kellerlebens einspannte. Ein wundervolles Buch über Tod und Liebe, Seitensprünge und Zärtlichkeit, Spießerleben und politischen Dogmatismus, über Gemeinheiten und persönlichen Mut. Mit kraftvoller Sprache werden die alltäglichen Bosheiten und Schönheiten des Lebens entschlüsselt, immer mit Witz und angemessener Nachdenklichkeit, mit unprätentiöser philosophischer Kenntnis und: mit Heiterkeit!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit hinter der Wahrheit, 17. Januar 2006
Diese Rezension stammt von: ROT: Roman (Taschenbuch)
Irgendjedmand hier schrieb von fadenscheinigem Inhalt, was ich vehement bestreite. An Timms sprachlicher Virtuosität ist noch nichts auszusetzen gewesen, und mit ROT bestätigt er diese nur noch mehr. Aus Sicht eines Grabredners geschieben, interessierte mich das Buch natürlich besonders, da ich in selbem Metier arbeite. Die winzigen(auch witzigen) Parallelen zur tatsächlichen Berufswelt, die Andeutungen in Richtung Bestattungsbranche, amüsieren den Insider. Tief berührt hat mich die Suche nach den mehreren Wahrheiten, nach dem, was in jedem Leben zu finden ist, wenn man danach sucht, siehe die Episode mit dem beschädigten Schrank. Ein schönes, wertvolles, leichtes Werk, und für das Ende möchte man den Autor ans Herz drücken.
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5.0 von 5 Sternen Nachbeben inklusive
Sorry, aber auf Grund mancher Rezensionen hier muss ich annehmen, dass diejenigen, die dem Autor Langatmigkeit, Verblendung, Klischee-Pflege&Co unterstellen, das Buch nicht in... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von M. Akyol veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Geschichte einer Generation
Thomas Linde bringt Menschen unter die Erde. Genauer gesagt: Er hält Leichenreden. Früher, in den Siebziger Jahren wollte er die Welt verbessern, war Mitglied der DKP bis zur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2007 von H. P. Roentgen

2.0 von 5 Sternen Ein doch recht weinerliches Generationenporträt
Uwe Timms "Rot" finde ich immer dann stark, wenn ein Bild der Gesellschaft und ihrer Entwicklung seit 1967 gezeigt wird - 68er, RAF-Terror, DDR-Alltag, Wiedervereinigung und - ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. März 2007 von hartmutw

4.0 von 5 Sternen Es ist nicht einfach Unterhaltungsliteratur
Uwe Timm lädt ein zum Mitdenken. Nicht um die Gedanken derer, von denen dort die Rede ist, kritiklos abzunicken, er macht auf eine andere Art Menschen aufmerksam. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 von Karl-heinz Manier

4.0 von 5 Sternen Einführung in die Kunst der Beerdigungsreden
In meiner letzten Rezension schrieb ich: 'Bleibt die Frage, warum es im deutschen Sprachraum nicht viele Erzähler des Formats eines Andrew Sean Greers gibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2006 von Thomas Leibfried

1.0 von 5 Sternen Klischeebeladene 68er-Selbstbeweihräucherung
Das Buch dürfte meiner Meinung nach ausschließlich Germanisten und Philosophen der 68er-Generation gefallen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. September 2006 von E., Christian

3.0 von 5 Sternen Guter Erzähler
Uwe Timm zeigt mit diesem Buch erneut, wie er virtuos mit der Sprache umgehen kann. Der Anfang verspricht sehr viel, wodurch ich am Schluss ein wenig enttäuscht war. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2006 von claudionotz

5.0 von 5 Sternen Hervorragend und hoch lesenswert
... besonders für die Generation 68; berührend, spannend, manchmal witzig; ein der besten Bücher Uwe Timms. Lesen Sie weiter...
Am 26. August 2004 veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Fade Tirade eines larmoyanten Alt-Achtundsechzigers
Sprachlich schoen, aber das kann nicht ueber den fadenscheinigen
Inhalt und die nicht vorhandene Story hinwegtaeuschen.
Am 30. März 2004 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Brilliantes Farbspiel
Eine Sammlung von Eindrücken, Gedankenblitzen, Gefühlen, Augenblicksaufnahmen... Oft findet man sich ein bißchen wieder, oft erwischt Uwe Timm einen kalt mit scheinbar... Lesen Sie weiter...
Am 22. Januar 2004 veröffentlicht

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