Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeit der Dekadenz, 6. November 2001
In "Unter Null" nach einer "Handlung" im klassischen Sinn zu suchen, ist meines Erachtens nach müßig. Die Aneinanderreihung von Partybeschreibungen, Familientragödien, Exzessen und Reminiszenen (zusammengefaßt im Rahmen heißer Winterferien in L.A.) hat nur eine Aufgabe: die Beschreibung der totalen Einsamkeit Clays unter vielen, gelebt in aktiver Passivität, in selbstverständlicher Dekadenz und unbegrenztem Konsumhedonisums. Die Entfremdung des Protagonisten vom Freundeskreis, von der Familie, ja von sich selbst ist Begleiterscheinung dieses abgehobenen Lebensstils. Was Clay aber von den anderen Mitcharakteren unterscheidet, ist das Wissen um das Unglück, das zu einem nicht unbeträchtlichen Teil seiner Passivität und Oberflächlichkeit zuzuschreiben ist. Und genau dieses Wissen verbunden mit der Ohnmacht, kein Mittel gegen die Depression zu haben, macht ihn noch verstörter. Was das Buch meiner Meinung nach so gut macht, ist die Nachvollziehbarkeit der emotionalen Strukturen und Verhaltensmuster, die Clay prägen. Diese lassen sich ohne weiteres auch auf andere Gruppen in anderen sozialen Schichten umlegen. Unverständnis in der Familie und im Freundeskreis, Shoppingwut, Drogenkonsum, Selbstzweifel etc. beschränken sich nicht nur auf die High society, die in diesem Buch als abstrahiertes Abziehbild der Gesellschaft gesehen werden kann. "Unter Null" ist die Momentaufnahme eines Winters, das Photoshooting lost boys and girls, das keine "Handlung" benötigt, um die Verlorenheit des Einzelnen in der Gruppe, die Oberflächlichkeiten einer Gesellschaft zu zeigen. Die hemmungslos übertriebene, fast surreale Dekadenz dieser Luxusgesellschaft kann uns das nur noch besser vor Augen führen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nichts neues am oberen Ende der Nahrungskette, 25. Februar 2006
Nachdem Clay vier Monate in seiner Universität an der Ostküste verbracht hat, kehrt er in seine Heimat in Kalifornien zurück. Dort versucht er, sein bisheriges Leben wieder aufzunehmen. Äußerlich fällt ihm das leicht, er nimmt an dem endlosen Reigen der Parties, der unbeachtlichen Gespräche und beliebigen sozialen Kontakte teil, hat Beziehungen und macht Liebe, ohne wirklich berührt zu sein. Wichtig ist Mercedesfahren, wichtig ist auch die richtige Kleidung, der richtige Klub und das richtige Aussehen, und wenn man auf die Frage "Was machst Du eigentlich in Deinem Leben" keine Antwort hat, ist das auch nicht wirklich schlimm.Im Laufe des Buches muss Clay aber auch lernen, dass sich seine "Freunde" langsam von Kindern zu frustrierten Erwachsenen entwicklen, dass sie sich in Opfer und Täter verwandeln, die aus dieser Welt schrittweise in ein Schlachthaus machen. Langsam distanziert er sich von diesem Leben, und beginnt Erinnerungen an seine Kindheit dem aktuellen Geschehen gegenüberzustellen. Aber auch von seiner Famillie ist nicht genug übrig, um ihm in Kalifornien eine Heimat zu geben. Für ein Erstlingswerk eines 20jährigen Autors ungewöhnlich hellsichtig. Die Kritik an dem Leben der jugendlichen Töchter und Söhne reicher Eltern ist in kurze, zündende Dialoge gepackt, ein Wortwechel sagt oft mehr als 20 Seiten Prosa bei anderen Autoren. Die Gewalt, die wie in anderen Büchern von Ellis hier am Ende steht, ist aus dem Leben und den Einstellungen der Handelnden leider nur zu gut erklärbart und damit auch weniger unvermittelt und überraschend als in Ellis späteren Romanen. Dafür vielleicht aber noch etwas schockierender, weil realer. Nicht nur für Fans geeignet.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eines der interessantesten Bücher der 80er Jahre, 29. Juni 1999
Von Ein Kunde
"Unter Null" ist das Erstlingswerk des relativ bekannten und auch umstrittenen US-Autors Brett Easton Ellis. Es handelt über Jugendliche der amerikaninschen Oberklasse , über ihr Leben mit Drogen und Sex und ihre Probleme mit wirklichen Beziehungen. Die Hauptperson Clay kommt zu Weihnachten zurück in seine Heimatstadt Los Angeles und trifft dort seine Freunde und seine Ex-Freundin wieder. Brett Easton Ellis schreibt über die vernachlässigten Kinder reicher Eltern, die selbst nie Zuneigung erfahren haben und sie somit auch nicht andern geben können. Obwohl das Buch nicht immmer einfach zu lesen ist, ist es meiner Meinung nach ein extrem außergewöhnliches Buch, das den Ruf von Easton Ellis als literarisches Wunderkind begründet hat, da es veröffentlicht wurde als er erst 21 Jahre alt war. Ich fand das Buch fesselnd und faszinierend zugleich. Eine Sache an der man merkt, daß "Unter Null" ein wichtiges Buch ist, ist daß man es entweder liebt und mit 5 Sternen bewertet oder überhaupt nicht mag und mit 1 Stern bewertet. Die besten Bücher sind meistens umstritten, um sich eine Meinung zu verschaffen sollte man diese Buch gelesen haben.
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