Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
hoch aktuell, 25. Januar 2004
Ich muss den Rezensionen vor mir teilweise widersprechen. Günter Walraff und Bernt Engelmann auf reine Polemiker zu reduzieren wird ihren Personen und Leistungen nicht gerecht. Es ist schon erschreckend mit welchem Tunnelblick vieles gesehen wird. Weder sind alle Großindustrielle Bösewichte (wie dieses Buch schon vermittelt und deshalb nur 4 Sterne), noch ist das linke, sozialistische oder kommunistische Gedankengut direckt vom Satan zu uns gesandt worden. Natürlich kommen nicht tausende an Argumente, diesen Anspruch hat das Buch auch garnicht, es sind Erfahrungsberichte. Das diese mit Hintergrundwissen unterlegt sind, schadet da nicht. Bei wem dieses Buch Neid schürt, hat wohl das Buch nicht ganz verstanden, der Besitz sollte nicht auf andere Verteilt werden, sondern auf alle gerechter. Sich es einfach zu machen und das Buch nur die Kritik des Besitzes zu reduzieren, ist fahrlässig, es werden auch die Art und Weise beschrieben, wie der Besitz zusammen kommt. Wer das Buch gelesen hat, spricht nicht plötzlich davon, das alle gleich entlohnt werden sollten, vielmehr fragt man sich nach der Relation. Das "Top-Manager" Millionenabfindungen bekommen, dafür das sie Unternehmen an die Wand gefahren haben, sich ihre eigene Rente sichern, während sie tausenden angestellten diese kündigen und das es immernoch Großkonzerne in Deutschland (das Land mit der größten Gewerkschaft der Welt) gibt, bei denen jede Gewerkschaftstrukturen knallhart beseitigt werden und ganze Dörfer in direckter Abhängigkeit zu ihrem Arbeitgeber und seinem Wohlwollen stehen, ist erschreckend. Während dessen setzt sich der "Chef" in die Schweiz ab, um weniger Steuern zu zahlen (vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wollen wir hier garnicht erst beginnen). Solche Missstände zeigt dass Buch auf, ob diese Konzerne heute nun anders heißen, spielt dabei keine Rolle. Die 68er Bewegung nun zu verurteilen, ist genauso ein Tunnelblick. Natürlich sind die Auswüchse, die sie am Ende angenommen hat, nicht wünschenswert gewesen, doch mit ihr ging ein Ruck durch die westlich Welt, der sehr heilsam war (ansonsten wäre unsere "offene" Gesellschaft, heute immernoch nur für einige offen). Das Buch ist nach wie vor aktuell, doch es fordert auch zum Nachdenken heraus und bietet ein selten publizierten Denkansatz an (die meisten Medien, haben wohl auch nicht interesse daran ihn zu verbreiten). Ob man nun diesen ganz folgt, teilweise folgt oder ablehnt, muss jeder selbst entscheiden. Allerdings sollte jeder den dieses Thema interessiert, sich damit beschäftigt haben.
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer noch aktuell, 17. September 2000
Von Ein Kunde
Auch wenn Wallraff in diesem Buch Erlebnis der 60/70 er Jahre beschreibt,hat das Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.Das Kapital ist auch heute noch in der BRD im Besitz weniger Leute und der Rest der Bevölkerung trägt eigentlich nur dazu bei,die Reichen noch reicher zu machen.Genau diesen Mißstand beschreibt Wallraff,mit welcher Dreistigkeit die Bonzen ihre Macht ausnutzen und festigen ohne Rücksicht auf etwagige Konsequenzen. Allein die Tatsache,das die Politik heute mehr denn je vor der Wirtc'schaft "kuscht" und daß wir 16 Jahre einen Kanzler hatten,der bestechlich war,zeigt wie aktuell dieses Buch immer noch ist...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Deutschland 1973 - Blicke auf eine Klassengesellschaft, 2. Februar 2009
Bernt Engelmann recherchiert die Akten zu der Crème de la crème, Günter Wallraff fügt einige seiner spektakulären Aktionen, Undercoverrecherchen und Clownerien hinzu. Engelmann kommt eher aus dem DKP-nahen, Wallraff aus dem katholisches Linkssein. Klassische "68er" (was auch immer das auch sein soll) wären sie beide nicht.
"Ihr da oben - wir da unten" ist so eine zweiwertige Darstellung der "oberen" Zehntausend. In der Tat ist die Reichenforschung verblüffend selten, immer noch. Adel und Geldadel vermögen es weitgehend sich abzuschotten. ... Nicht ganz, denn die zwei nehmen sich immerhin Krupps, Thurn und Taxis, Henkel, Waldburg-..., Fichtel und Sachs, Guttenberg/Stauffenberg, Flick, Horten, Melitta/Benz, Oetker, Gerling und Arzberger vor. Deren silberne Löffel und fette Pfründe, so die Autoren, sind unangetastet, die "Hier kann jeder werden, was er will"-Lüge wird damit angegangen.
((Bemerkung zwischendurch: ich habe die KiWi-Ausgabe von 1973 aus einem Antiquariat, die Punkte müssten jedoch allesamt fürs Taschenbuch ebenso gelten.))
Das Buch ist auffallend flüssig und unterhaltsam geschrieben, eben weil der eher sachlich-polemisierende Stil Engelmanns und die Stunts von Wallraff sich abwechseln. Teils mag man lachen, teils macht das Beschriebene wütend. Es wirkt daher auch eine Generation später als wichtiges Buch weiter.
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