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Glanz und Elend der Kurtisanen
 
 

Glanz und Elend der Kurtisanen (Taschenbuch)

von Honore de Balzac (Autor), Felix Paul Greve (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 686 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (6. November 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345834683X
  • ISBN-13: 978-3458346838
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Glanz und Elend der Kurtisanen
OT Splendeurs et misères des courtisansOA 1838–47 DE 1845 Form Roman Epoche Realismus
In Glanz und Elend der Kurtisanen, der Fortsetzung des Romans Verlorene Illusionen, zeigt Balzac die Konventionen der zeitgenössischen Gesellschaftsschichten am deutlichsten. Zugleich übt er scharfe Kritik am aufstrebenden Bürgertum. Rund 13 Jahre arbeitete Balzac an dem Roman. Die ersten Notizen reichen bis ins Jahr 1835 zurück, die geplante Fortführung blieb jedoch unvollendet.
Inhalt: Der nach Paris zurückgekehrte Lucien de Rubempré gewinnt das Vertrauen der Gesellschaft, verkehrt in den höheren Kreisen und beabsichtigt, Clothilde von Grandlieu zu heiraten. In diesem Fall könnte er einen Posten als Botschafter bekleiden und den Titel eines Marquis tragen. Anstifter dieses Glücks ist Jacques Collin alias Carlos Herrera, angeblich ein spanischer Abbé, tatsächlich jedoch ein Krimineller, der sich auch der Namen Vautrin und Trompe-la-Mort bedient. Mit ihm hatte Lucien einst einen Bund geschlossen, in dem er für die Erfüllung all seiner Träume seine Seele verpfändete.
Der Baron von Nucingen, ein vermögender Bankier aus Paris, verliebt sich in die Kurtisane Esther, die jedoch ein Verhältnis mit Lucien unterhält. Collin nutzt diese Konstellationen, um Nucingen zu erpressen, da Lucien für seine Heirat mit Clothilde Geld benötigt. Die Geheimpolizei entdeckt das Komplott der Verschwörer und Lucien verübt Selbstmord. Die Kurtisane, die von Nucingen ein Palais geschenkt bekam, zerbricht daran, wieder ihr früheres Leben führen zu müssen, und vergiftet sich. Als Collin vom Tod Luciens erfährt, stellt er sich in den Dienst der Justiz, um den Kampf gegen die korrupte Gesellschaft voranzutreiben. Er überführt den Chef der Sicherheitspolizei eines Verbrechens und wird dessen Nachfolger.
Wirkung: Glanz und Elend der Kurtisanen porträtiert eingehend den Verfall der Gesellschaft und macht Balzacs Welt- und Menschenbild deutlich: Mit seiner detaillierten Schilderung der Pariser Unterwelt gelingt Balzac eine soziologische Studie über kleine und große Kriminelle sowie die Methoden von Polizei und Justiz. Der Roman lebt von zahlreichen, oft abrupten Umbrüchen: Glück / Unglück, Hoffnung/ Enttäuschung, Liebe / Gewalt. Theodor W. R Adorno erkannte das Prinzip, dass sich bei Balzac oftmals die Bürger als die eigentlichen Verbrecher herausstellen, während die Verfemten humaner gesinnt sind, »fähig zur großen Passion und zur Selbstaufopferung«. C. V. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Kurzbeschreibung

Die Kurtisane Esther und der junge Dichter Lucien de Rubempré lieben einander. Doch auch Nucingen, ein reicher Pariser Bankier, ist von Esthers Schönheit fasziniert, und ihm ist jedes Mittel recht, sie zu besitzen. In seinem Roman Glanz und Elend der Kurtisanen präsentiert Balzac eine umfassende Studie der Pariser Unterwelt, einer Welt der großen und kleinen Gauner, der Prostitution und der Methoden von Justiz und Polizei. In keinem seiner anderen Werke ist das Leitthema der Comédie humaine, die vernichtende Gewalt der Leidenschaft, an Angehörigen so vieler Gesellschaftsschichten gleichzeitig entwickelt. Und in keinem anderen Werk Balzacs ist die Kritik an der zeitgenössischen Gesellschaft so scharf formuliert wie in seinem Kurtisanenroman.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mit den "Verlorenen Illusionen" das Herzstück der Comédie Humaine, 24. Oktober 2007
Lucien Chardon de Rubempré kehrt in die Pariser Gesellschaft zurück, aus der der er verarmt und mit Schimpf und Schande fortgejagt wurde. Nachdem er mit dem Ausstellen falscher Wechsel seine Schwester und seinen Schwager ins Unglück gestürzt hatte, sieht der schöne Lucien keinen anderen Ausweg, als den Freitod. Auf dem Wege zum Selbstmord, trifft er auf den vermeintlichen spanischen Priester Herrera. Dieser bewahrt ihn vor dem Tode und zieht sich Lucien immer mehr als eigenes Geschöpf heran, um in der Welt der Adligen in Paris zu reüssieren.

"Glanz und Elend der Kurtisanen" ist sozusagen die Fortsetzung der "Verlorenen Illusionen", auch wenn der zentrale Handlungsaspekt hier nicht mehr auf Lucien (inzwischen geadelt) de Rubempré liegt, sondern auf dem Schicksal und dem psychologischem Profil der Pariser Kurtisane Esther und dem genialen Verbrecher Jacques Collin. Dieser treibt ein teuflisches Spiel mit Lucien und seiner Geliebten und benutzt den zwar schönen, aber nicht überaus intelligenten Jungen, der sich in eine reiche Adelsfamilie einheiraten soll.

Der Roman vereint eine Vielzahl von Genres. Er ist Kriminalroman, Liebesroman, eine akkurate und satirische Studie der Pariser Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts und ist dabei so vielschichtig, wie seine Hauptfigur selbst. Innerhalb der rund 40-bändigen Reihe der Menschlichen Komödie bildet dieser Band den Abschluss einer inoffiziellen Trilogie ("Le Père Goriot", "Les Illusions Perdues", "Splendeurs et Misères des Courtisanes") welche gleichzeitig auch das Herzstück Balzacs Schaffens darstellt.

Natürlich sind die ausschweifenden Beschreibungen von Motiven, die für die Handlung nicht elementar von Bedeutung sind (z.B. eine 10-seitige Beschreibung der Architektur des Pariser Gefängnisses Concièrgerie), nicht jedermanns Sache. Dennoch gewinnen die vielen Figuren, Schauplätze, Intrigen und Charakteristiken erst durch die detailreichen Beschreibungen an Leben und so ergibt sich in der Summe ein kunstvoller, wichtiger und durch die kriminalistische Ebene auch spannender Roman, der fast nahtlos an die Tradition der großen französischen Romane des 18. Jahrhunderts und deren zentrale Themen: die Intrigen, anknüpft.


Fazit:
--------

Wer eine Schwäche für den großen Erzähler Balzac besitzt, kommt um diesen Roman nicht herum. Lassen Sie sich auch nicht durch den imposanten Umfang des Buches abschrecken, denn das Lesen vergeht wie im Fluge. In meiner Gunst steht "Glanz und Elend der Kurtisanen" sogar noch höher, als die "Verlorenen Illusionen", die in einem Literatur-Kanon sogar eher anzutreffen sind.
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Analysen der Sozialpathologie der europaeischen Gesellschaft, 9. November 2002
Von FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Glanz und Elend der Kurtisanen (Taschenbuch)
"Kunst, schrieb BALZAC, "das ist vor allem der Mut, von dem der gewoehnliche Mensch keine Ahnung hat..." in der Tat, es gehoerte schon enormer Mut dazu, angesichts eines erdrueckenden Schuldenberges (weil das Leben draussen misslungen war) sich auf ein Kaemmerchen zurueckzuziehen und mit napoleonischem Groeszenwahn daranzugehen, tausende von Romanfiguren auszubrueten. Verbissen (vielleicht wegen seines Schulden-Traumas) arbeitete Balzac, sich Tag und Nacht mit Kaffee in Betrieb haltend, besonders daran, GELDGIER als typische zeitgemaesse Willens- und Charakterstruktur bloszzustellen. Balzacs Figuren scheitern, wenn sie sich auf andere Lebensgleise wagen: "Die gleichen Personen, die als Wirtschaftsfuehrer ihre Konkurrenten gleichermaszen mit oekonomischen und kriminellen Mitteln ruinieren, ruinieren bei Balzac sich selbst, wenn der Sexus sie uebermannt...", entdeckt spoettisch der Philosoph Adorno. "Der Geldmensch Nucingen, der Millionen gesammelt hat, wird ein laeppisches Kind in den Haenden einer Dirne, der Dichter, der sich dem Journalismus hinwirft, wird zerrieben wie ein Korn unter dem Muehlstein..." textet Stefan Zweig - und auf die Gegenwart schauend koennte man hinzufuegen: "Der Politiker, der vor der Waehlerstatistik niederkniet, wird zerrieben durch seine hintertriebenen Spendenbeschaffungstaktiken..." - soll heiszen: Balzacs Analysen der Sozialpathologie der europaeischen Gesellschaft sind noch nicht veraltet, keinesfalls ...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen wohl geratenes Porträt der Pariser Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts, 29. September 2007
Von helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Zu Beginn dieses Epos, als Teil der "menschlichen Komödie", dieses 91-bändigen Mammutwerks, überwältigt einen bereits die Unzahl an Figuren und Charakteren, die in kürzester Zeit auftreten - zumindest den, der die gesamte "menschliche Komödie" nicht so ausführlich kennt. Immerhin tauchen im gesamten Epos ja an die 2000 Personen auf.
Man tritt mitten hinein in das Paris des Jahres 1824, wobei einen das Buch nach der ersten Verwirrung sofort gefangen nimmt. Balzac zeichnet Charaktere von manchmal alttestamentarischer Wucht, die Dialoge gehören zu den tiefsinnigsten und geschliffensten der literarischen Strömungen seiner Zeit.
Ein wenig beeinträchtigt wird die Erzählkunst bisweilen durch allzu viele Details bis hin zu Einzelheiten der Wechselgeschäfte und der Geheimdienstarbeit, die heute nicht mehr nachvollziehbar sind. Da hat der Autor es mit dem geplanten Gesellschaftsporträt etwas zu genau genommen.

Im ersten Teil des Romans geht es um die sterbliche Liebe der wunderschönen Ex-Kurtisane Esther zum jungen strahlenden Lucien Rubempré. Nachdem diese mehrere Jahre ein glückliches Verhältnis haben, das von dem falschen spanischen Priester und Ex-Sträfling Carlos Herrera auf Pump finanziert wird, verkauft der Priester die schöne Esther, die er selbst aus der Gosse gezogen hat, an den Baron Nucingen, damit sie diesen um die nötigen Millionen betrügt, mit denen er Luciens zukünftiges Glück machen will.
Die Finten, die Balzac seinen Priester schlagen lässt, sind atemberaubend, auch seine Gegner von der ehemaligen königlichen Gegenspionage agieren mit einer Raffinesse, wie man es später nur wieder in den besten Spionagegeschichten Simmels findet.

Im zweiten Teil verstärkt der Autor die gegenseitigen Verflechtungen von Spionage und Gegenspionage in einer Weise, dass man sich beim Lesen schon anstrengen muss. So viele Masken und Beteiligte lässt Balzac in diesem Intrigenspiel auftreten und so viele Finten schlagen, dass der Leser zwangsläufig beeindruckt ist und das ganze tatsächlich zu einem wohl geratenen Porträt der Pariser Gesellschaft des ersten Viertels im 19. Jahrhundert wird.
Mehrere an dem Versuch Luciens, ein ehrbares Leben zu finanzieren, Beteiligte bleiben auf der Strecke und am Ende endet das Bemühen mit dem Selbstmord Esthers und Luciens.

Die literarischen Ambitionen Balzacs auf ein zeitgenössisches Porträt ohne Beschränkunge auf bestimmte Klassen wird insbesondere im letzten Kapitel nochmals deutlich, in dem der weitere Werdegang des Verbrechers Jacques Collin geschildert wird. Balzac beweist hier exakte Kenntnisse des Gefängniswesens und der einschlägigen Kriminellenkreise und ihrer (finanziellen) Organisation. Das nötigt einem in seiner Fundierung schon Respekt ab.
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5.0 von 5 Sternen immer noch aktuell
Lucien de Rubemprè ehemals Chardon kehrt nach Paris zurück. Auferstanden wie Phönix aus der Asche scheint Ihm diesmal fast mühelos zu gelingen was Ihm noch vor einiger Zeit so... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. August 2007 von Lissy Bennet

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