Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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97 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Begeistert, 9. September 2007
Ich kann mich der Meinung meiner Vorgänger nur anschließen, "Kriegsklingen" ist ein sehr sehr gelungenes Buch, bei dem man trotz einer Länge von fast 800 Seiten und 6 unterschiedlichen Erzählperspektiven nie den Überblick verliert, sondern vielmehr vor Spannung beinahe gezwungen wird weiterzulesen. Wie bereits angesprochen wurde, passiert von der Action her im Buch nicht unbedingt sehr viel. Wer also auf ellenlange Schlachtenbeschreibungen wartet, wird hier sicherlich enttäuscht. Das Buch lebt zu 90% von seinen Charakteren (Logan, dem Barbarenkrieger, der das Kämpfen gründlich satt hat, aber trotzdem immer wieder dazu gezwungen wird; dem arroganten, wichtigtuerischen Hauptmann Jezal dan Luthar, der sich als Adliger in eine "Bürgerliche" verliebt oder dem Inquisitor Glokta, bei dessen zynischen Gedankenkommentaren man sich das Lachen einfach nicht verkneifen kann). Genial ist wie Abercrombie seine Charaktere im Verlauf des Buches ausfeilt, sie sich entwickeln lässt. Es gibt kein statisches Gut oder Böse, jeder Charakter trägt von beiden Seiten etwas in sich. So mag es abstoßend sein, wenn beschrieben wird, auf welche brutale Weise sich Neunfinger-Logan seiner Feinde erwähren muss, aber es rührt andererseits, dass er den kranken Malacus Quai, der nach ihm gesucht hat, nicht einfach im Dreck liegen lässt, sondern ihm das Leben rettet. Bei den anderen Figuren ist es genauso, sie haben Tiefgang und Vergangenheit. Es sind keine Superheldenfiguren, die die Siege einfach so aus dem Ärmel schütteln.
Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung (Feuerklingen) gespannt. Schön wäre es gewesen, wenn es einleitend zur Geschichte noch eine Karte gegeben hätte, aber ob mit oder ohne, das Buch ist purer Lesegenuß und sein Geld auf jeden Fall wert.
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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gute Fantasy, 2. August 2007
Joe Abercrombies Roman Kriegsklingen bietet ungewöhnliche Charaktere in einer recht durchschnittlichen Fantasywelt. Viel geschieht nicht, dafür wird eine ganze Riege von Figuren eingeführt und zusammengebracht, die große Hoffnung auf den nächsten Band weckt.
Die Geschichte ist recht gradlinig. Ein generisches Königreich, das irgendwo zwischen Spätmittelalter und Renaissance steht, wird von mehreren Gefahren bedroht. Einerseits gibt es die Barbaren im Norden, die unter einem König geeint sind, andererseits das alte und grausame Imperium, das nach einem verlorenen Krieg nach Rache strebt. Doch dahinter scheint es eine weitere, größere Bedrohung zu geben, die sogar einen der legendären Magi wieder in das Reich führt. Er versammelt um sich herum Gefährten, die jedoch wenig mit den üblichen strahlenden Helden gemeinsam haben.
Diese Charaktere sind Abercrombies Glanzstück. Beschädigt an Seele und Körper, mit Vergangenheiten ausgestattet und realistisch widersprüchlich nehmen sie den Leser schnell für sich ein, auch wenn sie selten liebenswert oder auch nur positiv sind. Die Welt und die Geschichte selbst sind wenig innovativ, irgendwo hat man das alles schon einmal gelesen. Und da gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt: im Brechen der gewöhnten Strukturen wird Abercrombie dann doch vorhersehbar. Gerade weil seine Figuren ungewöhnlich sind, fällt es schnell auf, dass sie in ihrer Ungewöhnlichkeit dann doch einfachen Mustern folgen. Dennoch, es ist der erste Band und dient offensichtlich dazu, diese Figuren einzuführen. Die notwendigen Veränderungen durch die Erfahrungen sollten in den folgenden Bänden kommen.
Fazit: Frisch und vor allem mit starken Charakteren besetzt, kann dieser Auftakt überzeugen. 4,5 Sterne, zugunsten des Autors und mit Blick auf die Folgebände auf 5 aufgerundet. Sehr empfehlenswert.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Frei nach Schnauze, 20. Oktober 2009
Nachdem ich "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin gelesen hatte bin ich in eine regelrechte "Lesekrise" gestolpert. Ich habe immer wieder Bücher angefangen und schon nach wenigen Seiten zur Seite gelegt, weil mir nach Martins Saga alles zu oberflächlich und zu gewöhnlich vorkam. Ein Bekannter gab mir dann aber zum Glück einen Tipp, für den ich ihm sehr dankbar bin: "Kriegsklingen" von Joe Abercrombie! Ich bin jetzt knapp vor dem Ende des ersten Bandes und inzwischen hat es mich gefangen genommen wie es seit "Eis und Feuer" keine Buchserie mehr konnte.
Der Weg dahin war allerdings etwas holprig, die ersten hundert oder zweihundert Seiten kam mir "Kriegsklingen" schon arg seltsam vor: die etwas ungewöhnlichen und anfangs sehr unsympathischen Hauptcharaktere, diese seltsame (gefühlte) Vermischung verschiedener Zeitepochen, keine rechte Orientierung wo sich wer gerade befindet und vor allem... die Sprache! Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir des öfteren "Was soll das?", denn die Protagonisten in Abercrombies Buch reden frei nach Schnauze, zum Teil in einem recht modernen Stil der sich so gar nicht an die gängigen Fantasy-Klischees anpassen will. Aber erstaunlicherweise macht das nichts, denn man gewöhnt sich daran und mit der Zeit lernt man es sogar sehr zu schätzen. Ebenfalls sehr zu schätzen lernt man übrigens auch Abercrombies Humor, der immer wieder zwischen den Zeilen hervorblitzt. Ich glaube mich daran zu erinnern dass der Mann ein Engländer ist? Das merkt man.
Zur Geschichte selber will ich nicht viel erzählen, nur vielleicht einen wichtigen Punkt erwähnen: Ja, hier wird nicht alle 10 Seiten gekämpft, kein Feuerwerk an Action und Special Effects wird abgebrannt. "Der Weg ist das Ziel", wie man so schön sagt, denn die Geschichte entwickelt sich und es passiert immer wieder etwas das einem bei der Stange hält. Ich selber bin, wie oben schon erwähnt, knapp vorm Ende des ersten Buches und kann es nicht erwarten zu erfahren wie es weitergeht und was noch so alles in den Folgebänden passieren wird.
"Kriegsklingen" von Joe Abercrombie: Für mich eine klare Empfehlung. Kaufen, Lesen und mit Neunfinger-Logan und Co. auf Reise gehen.
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