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Das Darwin-Virus: Roman
 
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Das Darwin-Virus: Roman (Taschenbuch)

von Greg Bear (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 560 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453520580
  • ISBN-13: 978-3453520585
  • Originaltitel: Darwin's Radio
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 31.539 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Hoch oben in den österreichischen Alpen stößt der Archäologe Mitch Rafelson auf einen sensationellen Fund: Drei Mumien haben in einer Eishöhle die Zeiten überdauert, und ganz offensichtlich handelt es sich dabei um Eltern und Kind. Doch während die beiden Erwachsenen Neandertaler zu sein scheinen, ist der Nachwuchs ein moderner Mensch. Währenddessen untersucht die Molekularbiologin Kaye Lang ein altes Massengrab in Georgien -- und alle weiblichen Opfer sind schwanger. Was haben die beiden Vorfälle gemeinsam? Alle Leichen sind von einem Virus infiziert, welcher gerade weltweit die Gesundheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt.

Dieser Virus ist schon seit Urzeiten im menschlichen Erbgut integriert und erwacht nun zum Leben. Die 'Herodes-Grippe' verursacht bei Frauen Fehlgeburten, wobei die abgestoßenen Feten auf das Äußerste defomiert sind. Und immer wieder gibt es Meldungen, wonach die Frauen sofort ein weiteres Mal schwanger werden -- selbst ohne sexuellen Kontakt! Handelt es sich bei dem Virus wirklich nur um eine besonders heimtückische Krankheit? Oder muss die Evolutionstheorie neu geschrieben werden?

Wenn der renommierte wissenschaftliche Spektrum-Verlag einen SF-Roman im Hardcover herausbringt, dann kommt das im von Taschenbüchern dominierten Genre einer kleinen Sensation gleich. Dabei ist Das Darwin-Virus weder ein alles überragendes Ausnahmebuch noch das Meisterwerk dieses preisgekrönten Autors. Allerdings ist es ein ungewöhnlich sorgfältig recherchierter Wissenschaftsthriller, der eine originelle und spannende Theorie glaubwürdig präsentiert. Nebenbei gibt er einen authentischen Einblick in die Alltagswelt der Biowissenschaftler, die im Gerangel um Geld und Anerkennung unorthodoxen Theorien gegenüber alles andere als aufgeschlossen sind. Diese Authentizität bringt es mit sich, dass Bear seinen Lesern allerhand Fachvokabular zumutet. Mancher Leser wird vielleicht von Begriffen wie Retrovirus und Antigen in die Flucht geschlagen. Hilfreich ist dabei ein Nachwort und ein Glossar, in dem alle wichtigen Fachausdrücke gut erklärt werden. Das Darwin-Virus ist Wissenschaft in ihrer unterhaltsamsten Form -- auch für Nicht-SF-Leser bestens geeignet. --Birgit Will -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Spektrum der Wissenschaft

Linné, Lamarck, Darwin - wohl alle bekannten Evolutionsbiologen hatten mit Ablehnung und Widerstand zu kämpfen, als sie mit ihren Theorien über die Vererbungslehre alles bisher Geglaubte in Frage stellten. So ergeht es auch den Hauptfiguren in Greg Bears Wissenschaftsroman.

Die Molekularbiologin Kaye Lang und der Archäologe Mitch Rafelson machen unglaubliche Entdeckungen, aus denen sie nur den Schluss ziehen können, dass die Evolutionsgeschichte des Menschen umgestoßen und völlig neu geschrieben werden muss. Nicht durch zufällige Mutationen, wie bisher angenommen, sondern durch zielgerichtete Veränderungen im Erbgut habe sich der Mensch weiterentwickelt und dadurch besser an seine Umgebung angepasst.

Zu Beginn des Romans stehen drei scheinbar unabhängige Vorfälle: Unweit der georgischen Hauptstadt Tiflis wird ein Massengrab entdeckt, in dem sich etwa sechzig Frauen, Männer und Kinder finden. Alle weiblichen Opfer waren schwanger, als sie starben. Es stellt sich heraus, dass die Ermordung der Menschen nicht in grauer Vorzeit stattfand, sondern lediglich fünf Jahre zurückliegt. Die georgischen Behörden tun alles, um diese Entdeckung zu vertuschen.

Zur selben Zeit werden in den österreichischen Alpen in einer Höhle drei Mumien gefunden: ein Neandertaler-Paar mit einem Neugeborenen an seiner Seite. Doch das Kind weist überraschenderweise Merkmale eines modernen Homo sapiens sapiens auf.

Unterdessen verbreitet sich weltweit eine Viruskrankheit, die so genannte Herodes-Grippe, von der nur schwangere Frauen betroffen sind. Der Krankheitserreger verursacht Fehlgeburten, wobei die abgestoßenen Feten sehr starke Fehlbildungen aufweisen. Außerdem wird immer wieder berichtet, dass diese Frauen erneut schwanger werden, auch ohne sexuellen Kontakt.

Besteht irgendein Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen? Zunächst scheint dies nicht der Fall zu sein. Doch Kaye Lang, Spezialistin für Retroviren, sieht eine Verbindung: Sie entdeckt virale Elemente namens SHEVA, die seit Millionen von Jahren ins menschliche Erbgut integriert sind, offenbar auf unbekannte Weise aktiviert werden und vermutlich für die geheimnisvolle Grippe verantwortlich sind. SHEVA kann sowohl bei den urzeitlichen Neandertaler-Leichen und ihrem Säugling als auch bei den in Georgien gefundenen Toten nachgewiesen werden. Lang glaubt, dass dieses Retrovirus nicht nur für den Ausbruch der neuartigen Influenza verantwortlich ist, sondern vielmehr eine Art Evolution durch eine plötzliche Weiterentwicklung des Menschen bewirkt. Mitch Rafelson, der die Höhlenleichen gefunden hat, istebenfalls ihrer Ansicht. Dagegen sieht Christopher Dicken, Virologe von den National Centers for Infectious Diseases in Atlanta, durch die Epidemie den Fortbestand der Menschheit bedroht. Zur Bekämpfung des Virus leitet er drastische Maßnahmen wie Zwangsabtreibungen bei Schwangeren, die SHEVA tragen, ein.

Im Rennen gegen die Zeit versuchen beide Parteien, das Rätsel zu lösen, herauszufinden, ob SHEVA nur ein gefährlicher und mysteriöser Krankheitserreger oder aber ein Motor für die Entwicklung einer neuen menschlichen Art und damit für die sprunghafte Evolution ist.

"Das Darwin-Virus" ist ein gut recherchierter Wissenschaftsroman um ein faszinierendes, fesselndes Thema, der zeigt, dass wissenschaftliche Thesen häufig keine unumstößlichen Gesetze darstellen. Der Leser erhält Einblick in die alltägliche Welt der Biowissenschaftler und deren Probleme, neue und unmöglich erscheinende Entdeckungen in der Öffentlichkeit glaubhaft zu vertreten.

Gleichzeitig übt der Autor unterschwellig Kritik an der heutigen Welt voller Schnelligkeit und Wachstum, in der der Mensch oft überfordert ist. Er zeigt auf, dass der Lauf der Zeit, selbst wenn jedes noch so kleine Detail des Lebens erforscht zu sein scheint, durch den Menschen nicht aufgehalten werden kann.

Doch trotz der spannenden Idee und des durchaus gelungenen fesselnden Anfangs krankt der Roman an einigen Längen im Mittelteil. Auch die eingeflochtene Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten ist meiner Meinung nach flach - und außerdem überflüssig. Leider entwickelt sich aus dem Wissenschaftsthriller immer mehr ein Science-Fiction-Roman, dessen Unwirklichkeit in der Auflösung des Rätsels und dem Schluss gipfelt. Etwas weniger fiktional und irreal hätte sicher besser gewirkt.

Rezensent: Susanne Dorn -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein wirklich gutes Buch mit Hintergrund und Kraft, 16. Oktober 2001
Diese Rezension stammt von: Das Darwin-Virus (Gebundene Ausgabe)
Wieder erwacht aus einem 3-tägigen Lesemarathon, bleibt nach (jetzt schon einer Woche kopflastigem Nach-Wehen) nur noch zu sagen, dass es sicherlich keine Drogen braucht, um einen wirklichkeitsverändernden Rauschzustand zu erreichen. Und, vielleicht sehe ich ab heute Kinder nicht mehr als Generationen-bildenden Zyklus in der Menschheitsgeschichte, sondern nur als Update-Geschäft der Spezies Mensch (ähnlich dem bei Computerprogrammen).

Nach ein paar kleineren Stolpersteinen auf den ersten Seiten (nach deren über-straucheln man sich fragt, ob man vielleicht nicht doch das "Beschreibung von Hochgebirgswanderungen" als eingeschriebenen Studiengang an Deutschen Hochschulen zulassen sollte; bitte nicht entmutigen lassen) fängt man an, sich "zu gewöhnen" (und es wird auch besser!). Oder sagen wir, sich zu fangen und einfangen zu lassen.

Schnell hebt sich aus einer allzu fremdwortlastigen Beschreibung, die an einen "Richard Powers" (z.Bsp. "Galatea 2.2") erinnert, eine spannende Handlung heraus, die den Bogen zu spannen und gerade noch nicht zu überdehnen weiss. Und mag es auch sein, dass man erst das Alter des Autors (51 Jahre) erreichen muss, um auf solche Erfahrungen zurückblicken zu können: eine auf purer Pheromonausschüttung beruhende sexuellen Anziehungskraft zwischen Menschen, die sich aber trotzdem auf Tiefe zwischen ihnen stützt. ;-) Mag sein, ich bin zu jung mit 32!

Hilfreich bei der Lektüre ist es, ausnahmsweise mit dem Lesen von hinten zu beginnen. Dort erfolgt eine Begriffsbestimmung, einem wissenschaftlichen Werk nicht nachstehend. Diese Ähnlichkeit ist wohl auch ein Grund für die Eindringlichkeit, die die Geschichte zu vermitteln weiss. Neben Einblicken in die Genforschung, die Beschaffung und Verteilung von Geldmitteln in der Forschung und dem Biotechnologiegeschäft, erhält man auch eine Idee eines andersgearteten Weltbildes, dass anscheinend auf einige Wissenschaftler der Branche fatal wirkt. So fatal, dass diese in der Danksagung des Buches darauf hinweisen, dass es sich hier keinesfalls um ihre Meinung handelt. Hat hier jemand Angst um seine Reputation?

Auch interessant, sind die Einblicke in die "Forscherleben" der Protagonisten. Ist das der Sinn des Lebens? Das Buch versucht keine Antwort auf diese Frage zu geben, und das braucht es auch nicht. Aber solche und andere Fragen zeigen die Vielschichtigkeit des Stoffes, der anregt, sehr gut verarbeitet wurde und hiermit empfohlen sein soll!

Die ausgesprochene Kritik tut dem Gesamtbild keinen Abbruch: dieses Buch war ganz mein Fall! Es bietet sicherlich alles, was es braucht, um aus ihm einen Kino-Schinken erster Hollywood-Güte zu machen. So wie es auch vielen der Werke von "Micheal Crichton" keinen Abbruch tat, zu dessen High-Tech-Thrillern "Greg Bears" Roman unleugenbar Ähnlichkeiten in der Machart und der Spannung aufweist.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein fesselnder, wissenschaftlich orientierter SF-Thriller, 6. Januar 2002
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Das Darwin-Virus (Gebundene Ausgabe)
Das Tolle an diesem Buch ist die langsame Heranführung des Lesers an eine neue wissenschaftliche These über die Evolution des Menschen. Das Thema ist in eine spannende Story verpackt, in der auch aufgezeigt wird, wie schnell sich unsere "aufgeklärte Gesellschaft" in blankes Chaos verwandeln kann.
Ich würde jedem Nicht-Biologen empfehlen zuerst den Anhang zu lesen - eine kurze Auffrischung in Biologie und Gentechnik.
Falls das eine Entscheidungshilfe für den Kauf ist: der Mix aus Wissenschaft, SF und Spannung erinnert an Bücher von Michael Crichton.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine erschreckende Perspektive für unsere Zukunft., 13. November 2001
Von Simoneg.Graf@web.de (München, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Das Darwin-Virus (Gebundene Ausgabe)
Halleluja. Das war mein erster Gedanke, als ich die letzte Seite dieses Buches hinter mir hatte. Das Buch, ungemein spannend und flüssig zu lesen, zeichnet sich durch ein extremes wissenschaftliches Hintergrundwissen aus. Was für mich als Biologin ein auffrischen von bereits eingeschlafenem Wissen war, könnte für den Laien in Unverständnis münden.
Es ist erstaunlich, wie Science Fiction und eine tatsächlich mögliche Vision der nahen Zukunft hier Hand in Hand gehen. Erschreckend, letztendlich aber auch beruhigend, daß vielleicht die Möglichkeit besteht, daß nach dem Homo Sapiens eine weiter gereifte Form des Homos entstehen könnte, die vielleicht in der Lage ist, Probleme auf andere Art und Weise zu lösen, als wir es momentan wieder an der eigenen Haut erfahren können.
Fazit: Dieses Buch ist wirklich extrem zu empfehlen.
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