Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Offenherzig wie "Der Vermesser", 1. Juli 2008
In ihrem zweiten Buch nimmt Clare Clark wieder kein Blatt vor den Mund und beschreibt uns das dunkle, stinkige und dreckige London im 18. Jahrhundert bis ins kleinste Detail.
Die Protagonistin, Eliza, ein junges Mädchen vom Lande, wird von ihrer Mutter in die Stadt London geschickt, mit dem Vorwand, dort zu arbeiten und Geld zu verdienen. In Wirklichkeit aber gibt ihre Mutter sie in die Hände eines Apothekers, der Elizas Baby (als sie in London ankommt ist sie im 2.-3. Monat schwanger)für wissenschaftliche Zwecke nutzen will. Eliza kommt in eine ihr völlig fremde Welt. Sie hat die Frau des Apothekers, eine frustrierte, strenge Frau, als Herrin und muss zusammen mit Mary, einer anderen Gehilfin, die Hausarbeit machen und sich Beschimpfungen und Schlägen aussetzten. Jeden Tag wird Eliza von Schmerzen in ihrem Bauch gequält und als ihr Kind kurz nach der Geburt stirbt, ist sie von noch größerem Hass auf den Apotheker und seine Frau sowie deren Haus besessen, denn sie weiß, dass der Apotheker es getötet oder so lange gequält hat, bis es starb. Sie klammert sich an Mary und schließt mit ihr Freundschaft. Als Mary auch noch schwanger wird, wieder ausgelöst durch den Apotheker und seinem Drang nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, wird die Verbindung zu Mary noch stärker. Eliza kommt dahinter, dass das Baby wohl eine Mishung aus Affe und Mensch werden soll und flüchtet mit Mary aus dem Haus des Apothekers. Ein letzter Kampf um Freiheit beginnt.
Clare Clark beschreibt uns, wie die Leute im 18. Jahrhundert von wissenschaftlichen Fehlinformationen durchtränkt waren und völlig falsche Ansichten z.b. über die Schwangerschaft und die Vererbung hatten. In ihrem Buch schreibt sie abwechselnd über die Handlung sowie über Briefe und Notizen des Apothekers. So bekommen wir in den Zwischenspielen einen Einblick in die Gedanken und die Welt des Apothekers, über die in der eigentlichen Geschichte nie gesprochen wird.
Ich finde, dass Buch ist zwar in etwa der selben Zeit wie "Der Vermesser" geschrieben, hat aber einen völlig anderen Aufbau und eine ganz andere Wirkung auf den Leser. Man erkennt in diesem Buch wieder Clare Clarks Stil, aber eine völlig andere Version davon.
Wer auf geschichtliche Romane ohne Kompromisse steht, für den lohnt sich dieses Buch auf jeden Fall, denn es ist ganz anders als die herkömmlichen Romane und hat einen ganz eigenen Charakter, der Spaß macht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, leider kein Vergleich mit dem ersten Roman , 30. August 2007
Gleich vorneweg - den Debutroman der Autorin, "Der Vermesser", habe ich förmlich verschlungen. Spannend, abgründig, atmosphärisch - einfach großartig. Umso größer war meine Enttäuschung beim "Apotheker": Eine äußerst langweilige Handlung, die sich in zwei Sätzen erzählen läßt, null Spannungsbogen, die "mysteriösen" Handlungen des düsteren Apothekers bleiben genauso im Dunkeln wie die angedeuteten Experimente, die für handlung und Spannung hätten sorgen könne. Was bleibt, ist die Schilderung eines Dienstmädchenlebens im England des 18. Jahrhunderts - zwar gut geschrieben (deshalb auch die drei Sterne), aber von der Handlung her viel zu dürftig. Schade!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
wirklich bewegend, 25. Februar 2009
Die junge schwangere Eliza im Haus des ältlichen Apothekers, dessen Verhalten äußerst unheimlich ist und Böses erahnen lässt ... , ja, diese Geschichte hat mir wirklich gut gefallen.
Clare Clark beschreibt gelungen die damaligen Verhältnisse, die häuslichen, die menschlichen, die gesellschaftlichen und die wissenschaftlichen. Ich war dabei in diesem düsteren Haus mit seinen skurilen Bewohnern, ich sprürte den Schmutz des damaligen Londons, ich fühlte die Ängste und Schmerzen der jungen Eliza, die das Kind, das sie unter dem Herzen trug ablehnte, die die Idiotin Mary lieb gewann, die verzweifelte, kämpfte, das Unheil erahnte und doch nicht abwenden konnte.
Eine sehr überzeugende, gut durchdachte und völlig überzeugende Darstellung, voller Beklemmung, voller Geheimnisse, voller Tragik.
Der Schreibstil ist kraftvoll, flüssig, bildhaft und unterstreicht gekonnt, die Epoche, in der das Buch spielt.
Wer "langsame" Romane voller Abgründe mag, wer düstere Atmosphären liebt, wer Spannung mag, die ohne Mord und Totschlag auskommt, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ich habe es sehr gerne gelesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|