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71 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Fest für jeden Thrillerfan und eine kritische Reflexion zugleich - Stieg Larssons: Millenium-Trilogie, 22. November 2009
Die Millenium-Redaktion arbeitet an einem brisanten Fall. Der junge und engagierte Journalist Dag Svensson hat jahrelang im international-tätigen Mädchenhandel recherchiert und will nun in Zusammenarbeit mit der Millenium-Redaktion unter der Leitung von Mikael Blomkvist und Erika Berger, diesen brisanten Fall öffentlich machen. Dieses Vorhaben bleibt nicht lange unbemerkt und urplötzlich ist Dag Svensson tot, ermordet. Die Polizei hat allerdings schnell einen Verdächtigen: Lisbeth Salander. Die junge, wie schwierige Hackerin mit der Mikael Blomkvist einst im Vanger-Fall zusammen gearbeitet. Als wenig später Nils Bjurman, Salanders gesetzlicher Betreuer, ebenfalls ermordet aufgefunden wird, haben sich Polizei und die Medien bereits auf Salander eingeschossen. Diese ist allerdings wie vom Erdboden verschwunden oder doch nicht...? Da Mikael der Einzige ist der an Salanders Unschuld glaubt, beginnt er dort nach Beweisen ihrer Unschuld zu recherchieren, wo sein Kollege Dag wohl in ein Wespennest gestochen hat...
"Verdammnis" ist der zweite Roman aus der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Die Geschichte knüpft gut 1,5 Jahre nach dem Ende des letzten Romans an. Die Geschichte entwickelt sich anfänglich durchaus solide. Auf den ersten gut 200 Seiten wird nahezu ausschließlich auf die Figur Lisbeth Salander eingegangen. So das diese, im ersten Roman noch sehr "unbekannte" Figur, Seite für Seite mehr an Konturen gewinnt und damit defintiv die Hauptrolle im zweiten Roman innehat. Es bleibt dabei nicht aus, dass "Verdammnis" stellenweise etwas langatmiger daherkommt, wie der Vorgänger, denn zwischen den Morden und dem spannungsgeladenen Finale gibt es immer wieder viele Seiten mit Geplänkel. Aber dies, und das ist das geniale von Larssons Schreibstil, kann sich schlagartig ändern. Da passiert gut 20 Seiten lang rein gar nichts und dann schlägt Larsson urplötzlich aus dem Nichts zu und zieht die Spannungsschraube gewaltig an. Alleine für diese gelungenen Kniffe verdient sich der Autor schon 5 Sterne. Aber auch für die gnadenlose Offenlegung der Gesellschaft (hier verkörpert durch die schwedische und damit sicherlich beliebig austauschbar), ihren Einstellungen und Gesetzmäßigkeiten machen diesen Roman zu einem wirklich lesenswerten und gesellschaft-kritischen Buch, dass mit der Figur Lisbeth Salander einen perfekten Reibungspunkt zu bieten hat.
Auf den letzten 300 Seiten, des rund 750 Seiten starken Werkes beginnen sich die Ereignisse förmlich zu überschlagen, so dass man spätestens hier gänzlich dem Buch verfallen ist. Die Spannung wird bis ins Unermessliche getrieben, so dass wohl jeder Thriller-Fan hier vollstens auf seine Kosten kommen wird. Das packende Ende dieses zweiten Teils ist anschließend der nahtlose Übergang zum dritten Roman (Vergebung: Roman). Einsteigern sei an dieser Stelle empfohlen, um vor allem die Figur Salander in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen, unbedingt mit dem ersten Roman (Verblendung: Roman) dieser Trilogie zu beginnen, es lohnt sich - 5 Sterne.
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137 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannende Thrillerkost mit nur vereinzelten Schönheitsfehlern, 26. März 2007
Mit "Verdammnis" führt Larsson konsequent fort, was er mit "Verblendung" begonnen hat. Diesmal steht Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander im Mittelpunkt des Interesses. Lisbeth ist eine wunderbar ambivalente Figur mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Sie ist scharfsinnig und gewitzt, moralisch, aber nicht gesetzestreu, und schlägt aus dem Umstand, dass sie aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung immer wieder unterschätzt wird, Kapital. Im Grunde reicht schon allein die Betrachtung von Lisbeth dazu, einen Roman zu füllen.
Der Blick in Lisbeths Vergangenheit ist dabei gleichermaßen spannend wie düster. Stück für Stück kommt eine unheimliche Wahrheit ans Tageslicht, deren ganzes Ausmaß durchaus erschreckend ist. Der um Realismus besorgte Leser wird hier aber auch so manchen Kritikpunkt finden. Manches mag ein wenig zu konstruiert klingen und auch die Figur der Lisbeth Salander, die manchmal wie eine moderne Ausgabe einer technikbegabten und aggressiven Pippi Langstrumpf wirkt, erscheint teils ein wenig zu überzeichnet. Dennoch geht von der Figur eine nicht zu leugnende Faszination aus, die den Leser zu fesseln vermag.
Am Ende schießt Larsson zwar ein wenig über das Ziel hinaus, lässt Salander zu sehr wie einen mutierten Superhelden erscheinen, der übermenschliches zu leisten vermag und reizt damit ihre Möglichkeiten bis an die Grenze aus, dennoch ist "Verdammnis" absolut spannende Kost mit "Page-Turner"-Potenzial.
Der gemächliche Start täuscht ein wenig darüber hinweg, aber wenn der Krimi-Plot erst einmal richtig losgeht, zieht Larsson kontinuierlich die Spannungsschraube an. So entwickelt "Verdammnis" sich zu einem Roman, den man kaum aus der Hand legen mag und bei dem man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, Larsson hätte auch nur eine Seite zu viel geschrieben. Das Ende der Geschichte kommt dann leider etwas abrupt und der Leser wird ohne Vorwarnung und ohne, dass eigentlich die Handlung richtig abgeschlossen wird, aus der Geschichte gerissen und muss sich wohl bis zum driten Band der "Millennium-Trilogie" gedulen, um zu erfahren wie es weitergeht.
Für Quereinsteiger ist die "Millennium-Trilogie" übrigens gänzlich ungeeignet. Die Handlung baut aufeinander auf und in "Verdammnis" werden viele Details ausgeplaudert, die man vor der Lektüre von "Verblendung" definitiv nicht wissen sollte.
FAZIT: Bleibt unterm Strich trotz kleinerer Mängel und einem etwas überzogenen Finale immer noch ein sehr guter Eindruck zurück. Ein Thriller, der von Anfang bis Ende die Spannung auf einem so hohen Niveau hält, dass man das Buch kaum zur Seite legen mag. Und so siegt am Ende eben doch die freudige Erwartung des dritten Teils der Trilogie über das Stirnrunzeln über die vereinzelten Kritikpunkte an "Verdammnis".
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine großartige und spannende Fortsetzung!, 30. Januar 2010
Im 2. Teil der Millennium Trilogie konzentriert sich der Autor dieses Mal ganz auf die Figur der Lisbeth Salander und deren schwierigem sozialen Anpassungsprozeß. Lisbeths gesetzlicher Betreuer Nils Bjurman, dem sie in Verblendung anfangs noch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, will sich Lisbeths Kontrolle entziehen und sie loswerden.
Er spinnt ein intrigantes Netz um sie und bringt damit eine Entwicklung ins Rollen, deren Ausmaß er nicht mal annähernd ahnt.
Mikael Blomkvists journalistische Niederlage in der Wenneström-Affäre hatte sich in einen Sieg verwandelt. Er ist wieder gefragt. Während Lisbeth durch Abwesenheit glänzt, arbeitet Mikael schon wieder an einer neuen brisanten Story über Mädchenhandel. Doch er ist auch etwas irritiert wegen Lisbeths plötzlichem Verschwinden. Mikael kann sich beim besten Willen nicht erklären, warum sie sich von ihm distanziert hat.
Als Nils Bjurman und einer von Mikaels Reportern und seine Freundin erschossen aufgefunden werden, wird Lisbeth von der Polizei der Tat verdächtigt und landesweit gesucht. Mikael ist der Einzige, der an ihre Unschuld glaubt.
Lisbeth und Mikael sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere, die mir aber sehr sympathisch sind. Mir hat es das seltsame Mädchen wieder sehr angetan. Lisbeth ist wieder genau so mutig und clever, wie sie schon im ersten Teil war. Sie lebt nach ihren eigenen Regeln. Meiner Meinung nach ist sie ein sehr moralischer Mensch. Nur ihre Moral stimmt manchmal nicht mit dem Gesetz überein.
Sie war in ihrem jungen Leben schon einer Vielzahl von juristischem Missbrauch ausgesetzt, aber niemand hörte ihr zu oder half ihr. Sie wehrt sich gegen jeden auf ihre eigene Art und Weise.
Auf jeden Fall habe ich mich für sie gefreut, als sie langsam erkennt, dass Freundschaft auf Respekt und Vertrauen beruht. Mikael ist einer der wenigen Menschen, den sie gelernt hat zu respektieren und dem sie vertraut. Leider tut er unbewusst etwas, was Lisbeth ihm nicht verzeihen kann.
Das Buch ist als reiner Thriller stärker als sein Vorgänger, weil es weniger Nebenhandlung gibt. Dafür mehr Spannung und noch mehr geschickt gezeichnete Figuren: Einen Haufen übler Burschen, korrupte Polizisten, ein Phantom, das als Zala bekannt ist und einen böswilligen blonden Riesen, der keinen Schmerz verspürt.
Man wird von einem spannenden Ereignis in das nächste katapultiert und nichts ist so, wie es scheint. Der Leser wird jedes mal aufs Neue mitgerissen. Das rasante Tempo der Handlung und der ständige Wechsel von Szenen und Orten, an denen diese Geschichte spielt, lassen einen nicht mehr los.
Klare Empfehlung!
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