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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Top-Flop-Top, 20. Februar 2008
Nach dem ich der Kindersammler gelesen habe, war ich auf das Hexenkind natürlich, wie fast alle hier, total gespannt! Und zunächst wurde ich nicht enttäuscht: Sabine Thiesler beginnt stark. Am Anfang geht sie direkt auf die Tat ein und durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzeugt sie eine gewisse Spannung. Anschließend versucht die Autorin möglichst viele Personen ins Spiel zu bringen, welche als mögliche Mörder in Betracht kommen könnten. Doch zu lange - in meinen Augen - hält Sie sich in der Vergangenheit im mittleren Teil des Buches auf und so trällert das Buch so vor sich hin. Hier wird extrem auf viele Einzelschicksale hingewiesen und diese auch in jedem Deatil erläutert. Am Ende wird es dann noch mal echt spannend und knüpft an Spannung & Dramatik vom Kindersammler an.
Fazit: Lesenswert aber kein Knüller!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schillernde Ödipus-Variation, 4. Juni 2009
Die alten Griechen wussten um die Tragik menschlicher Abgründe und dass man darüber grausige Geschichten erzählen kann. Und Sabine Thiesler weiß das auch - nur nennt man das heutzutage "Psychothriller". Eine Familiengeschichte der besonderen Art wird hier erzählt, mit außergewöhnlichen Personen in einem Netz aus Schicksal, Bestimmung, Leid und Lust. Im letzten Drittel des Buches kommt es vielleicht dann doch zu etwas überbordenden Ereignissen, aber das nimmt man Thiesler nicht krumm, weil sie es versteht, die Spannung trotz einiger unrealistischer Ecken und Kanten auf hohem Niveau zu halten. 5 Sterne mag ich auch deshalb gerne vergeben, weil nicht nur die psychologische Vielfalt der Handelnden überzeugt, sondern weil mir auch der Schreibstil der Autorin sehr gefällt. Keinesfalls literarisch brillant und auch nicht bemüht originell kommt Thieslers Schreibe völlig ungekünstelt, modern und erfrischend daher. Indem sie ihre Figuren viel miteinander sprechen lässt (auch mal mit italienischen Brocken dazwischen, schließlich spielen hier deutsche und italienische Darsteller mit), wirkt alles sehr lebendig und der Leser wird mitten rein ins Geschehen gezogen. Ein weiterer dicker Pluspunkt ist die große Sorgfalt, mit der die Autorin bei der Beschreibung nicht nur der Hauptpersonen, sondern auch der kleinsten Neben- und Randfiguren zu Werke geht (z. B. Sarahs Freundin oder ihre diversen Liebhaber oder auch die am Fall beteiligten Polizisten). Alle wirken wie aus dem Leben gegriffen, Thiesler hält sich nicht mit ihrem Ideenreichtum über menschliche Charaktere zurück, sondern schöpft aus dem Vollen. - Da wünsche ich ihr wirklich, dass ihr noch weitere so überaus lesenswerte Geschichten gelingen mögen!
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 11. Februar 2008
Die Geschichte vermag eine Zeitlang wirklich zu fesseln. Es beginnt mit einem Mord, langsam wird der Leser dann in die Vergangenheit mitgenommen, zum Beginn der Geschichte von Sarah und Romano. Doch dann wird alles immer abstruser. Von einem Tag auf den anderen verwandelt sich Sarah anscheinend in eine Männerfresserin, die sich, attraktiv und schön, wie sie ist, mit allen möglichen Männern einlässt. Seltsamerweise bleibt das in einem kleinen italienischen Dorf absolut unbemerkt - und das, obwohl hier sonst alles bekannt ist und von den italienischen Frauen ausführlich besprochen wird. Nun gut, kann ja sein.
Mit den Jahren werden auch die Ereignisse immer seltsamer. Elsa, die sich mit ihrer Mutter nicht mehr so gut versteht und versucht, sich abzunabeln, hört in Siena Klaviermusik. Dieser folgt sie, sieht den halbnackten, wunderschönen Pianisten, geht sofort in seine Wohnung ... Als der Leser langsam hinter die wirkliche Identität des Pianisten herausfindet, reichen die Reaktionen wohl von entnervtem Seufzen bis hin zum amüsierten Schmunzeln. Klar, musste ja so kommen, in diesem Buch wird ja jeder mögliche Zufall bis zum Ende ausgereizt. Man kann jetzt argumentieren, dass das Leben halt Zufälle schreibt, dass so etwas passiert, nichts ist unmöglich - genau, alle möglichen Umstände fügen sich so zusammen, wie es in diesem Buch beschrieben ist. Und das soll realistisch sein?
Da weiß man gar nicht, worüber man sich mehr ärgern soll: Über Sarahs plötzliche und nicht nachvollziehbare Wandlung von der verliebten Studentin zum Vamp mit hohem Männerverschleiß, darüber, dass in diesem Buch wirklich jeder mögliche Zufall eintritt, oder doch lieber über die verachtend wirkende Beschreibung Edis? Laut dem Plot der Autorin entwickelt er sich nicht weiter als ein Fünfjähriger - dennoch können die meisten Fünfjährigen ganz gut verstehen, was man ihnen erklärt, kennen falsch und richtig, verkriechen sich nicht den ganzen Tag in einem Bretterverschlag - von den Eltern als normal hingenommen - und verdienen vor allem eine Behandlung, die besser als die eines Hofhundes ist - auch in einem Roman. Man könnte sich auch darüber ärgern, dass die Charaktere wie Abziehbilder wirken, einfach möglichst viele Klischees über blonde Frauen, italienische Schwiegermütter, behinderte Kinder, hochintelligente Kinder, italienische Liebhaber, deutsche Eltern ... einfügen, dann wird der Leser schon was zum Identifizieren und interessant finden haben: Fehlanzeige, so funktioniert kein Roman. Zumindest kein guter. Auch sprachlich darf man nicht zuviel erwarten: Formulierungen, die aus einem Rosamunde-Pilcher-Roman entsprungen wirken, findet man etwas zu oft, bedenkt man, dass man hier einen Krimi vor sich hat, keinen Liebesroman.
Über das Ende kann man viel sagen: Einerseits ist es überraschend und unerwartet, somit für den Leser zunächst befriedigend. Andererseits aber wird es von dem Gefühl der Dankbarkeit überschattet, dass das Buch nun zu Ende ist und man nicht noch einen weiteren merkwürdigen Einfall der Autorin hinter sich bringen muss.
Nach der Lektüre bleibt die Enttäuschung darüber, dass eine gute Idee und ein guter Ansatz so verschwendet wurden. Zu viele Zufälligkeiten treten ein, zu merkwürdige Wendungen nimmt die Handlung, zu viele - mehr oder wenigen - unwichtigen Personen werden eingeführt, anstatt die bestehenden und wichtigen Charaktere weiterzuentwickeln und ihnen etwas mehr Tiefe zu verleihen.
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