Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Packender Auftakt der Millenium-Trilogie!, 15. Oktober 2009
Der renomierte Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist hat gerade die schlimmste Niederlage seiner beruflichen Laufbahn kassiert. Die Veröffentlichung eines Berichts über die dubiosen Geschäfte des schwedischen Wenneström-Konzerns, in seiner jungen und ambitionierten Wirtschaftszeitung "Millenium" (wo er gleichzeitig als Herausgeber fungiert, zusammen mit seiner Kollegin und Freundin Erika Berger) hat sich als haltlos erwiesen und Mikael, von den Medien als "Kalle Blomkvist" verschrien, nicht nur eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und ein saftiges Bußgeld eingebracht, sondern auch dem Image der Zeitschrift massiv geschadet.
Um den Schaden an der Zeitschrift "Millenium" möglichst einzugrenzen, will Mikael eine Schaffenspause einlegen und sich damit aus dem Schussfeld der Medien zurückziehen, bis sich die Lage wieder beruhigt hat. Da flattert prombt ein Angebot ins Haus: Der alternde Großindustrielle Hendrik Vanger bietet Mikael einen Auftrag an. Unter dem Vorwand eine Biografie über die Familie Vanger und den Konzern Vanger zu schreiben, soll Mikael die Spuren eines vor über 40 Jahren begangenen Verbrechens noch einmal überprüfen. 1966 ist Harriet Vanger, die Nichte von Hendrik Vanger auf dubiose Weise verschwunden. Alle Ermittlungen und möglichen Spuren verliefen im Sande. Nun wo die biologische Uhr von Hendrik Vanger anfängt zu ticken, will dieser einen letzten Versuch starten das Verschwinden von seiner Nichte Harriet aufzuklären. Mikael erhält den Auftrag die Ermittlungen von einst noch einmal zu überprüfen und nachzuvollziehen. In der Hoffnung irgendwo einen Hinweis auf ein mögliches Verbrechen zu finden. Als Belohnung bietet er Mikael nicht nur ein fürstliches Honorar an, sondern will auch Beweise über die finsteren Geschäfte des Wenneström-Konzerns auf dem Silbertablett abliefern. Mikael nimmt den Auftrag an, in der Erwartung mit wenig Aufwand, die Niederlage im Prozess doch noch in einen Sieg zu verwandeln. Unterstützung bei seinen Recherchen erhält er dabei bald von der jungen und undurchsichtigen Computerhackerin Lisbeth Salander. Gemeinsam versucht das ungleiche Pärchen die Geschehnisse von vor 40 Jahren zu rekapitulieren...
Stieg Larsson "Verblendung" und Auftakt der Millenium-Trilogie ist ein absolut fesselnder Thriller, der nach einer kleinen Vorlaufzeit schnell an Fahrt und damit an Spannung aufnimmt. Die Geschichte liefert zahlreiche Spuren und Hinweise, so dass der Leser lange im Unklaren gelassen wird. Die Zeichnung der Hauptcharaktere Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ist gelungen und glaubwürdig. Vor allem Lisbeth Salander ist mit ihrer unkonventionellen Verhaltens- und Denkweise eine faszinierende Romanfigur. Die Handlung an sich entpuppt sich als vielschichtiger Thriller, der vor allem durch den schreiberischen Wechsel zwischen Blomkvist und Salander lebt. Die Auflösung des Rätsels "Harriet" kommt allerdings meiner Meinung nach, etwas zu früh, so dass die Geschichte auf den letzten 200 Seiten doch ein wenig an Schwung verliert. Hier sollte man allerdings auch bedenken, dass dies nur der Auftakt einer Trilogie ist und auf den letzten Seiten schon stellenweise auf den zweiten Roman von Stieg Larsson Verdammnis: Roman hingearbeitet wird.
Insgesamt ist "Verblendung" ein packender Roman, der auf seinen über 700 Seiten nahezu komplett überzeugt und den Leser in seinen Bann zieht. Die etwas zu vorzeitige Auflösung der Haupthandlung, kommt überraschend und für meinen Geschmack etwas zu früh. Der Ausklang dieses ersten Teils ist allerdings zufriedenstellend, denn er schließt alle wichtigen Handlungsstränge ab und nimmt anschließend Anlauf für den zweiten Teil der Trilogie. Ein Sternabzug ist daher nicht notwendig.
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284 von 337 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unwiderstehlich!, 16. März 2006
Bei Ankündigung sogenannter "Buchereignisse des Jahres" ist Skepsis immer angebracht.Trotzdem war ich neugierig auf den Erstling des Schweden Stieg Larsson, der posthum erscheint, da der Autor bereits 2004 verstarb. Und tatsächlich handelt es sich bei "Verblendung" um einen hochspannenden, perfekt aufgebauten Thriller der Extraklasse. Dieser Kriminalroman ist eine unwiderstehliche Mischung aus "Cupido" von Jilliane Hoffman und den besseren Wallander-Romanen von Henning Mankell. Im Mittelpunkt steht der Journalist Mikael Blomqvist, dessen ansonsten tadelloser Ruf nach Enthüllungen über die Geschäftspraktiken eines Großindustriellen angeschlagen ist. Da kommt ihm das Angebot eines alten Patriarchen, der mit Mühe die Reste seines Konzerns zusammenhält, gerade recht. Für den alten Mann soll Blomqvist ein Rätsel der Familiengeschichte der Vangers lösen. Mehr als dreißig Jahre zuvor verschwand bei einem Familienfest die damals dreizehnjährige Nichte. Noch immer erhält Hendrik Vanger zu seinem Geburtstag von ihr ein Geschenk, dabei sprechen alle Indizien dafür, dass sie an jenem Tag einem Verbrechen zum Opfer fiel. Mikael Blomqvists Ermittlungen bekommen eine ganz neue Richtung, als er die Hilfe einer jungen Privatdetektivin annimmt und mit ihr in einer Familiengeschichte herumwühlt, die mehr als nur die eine sprichwörtliche Leiche im Keller zu bieten hat... Über 750 Seiten führt einen der Autor immer wieder auf falsche Fährten, in Untiefen und Abgründe. Dieses Buch ist zugleich ein psychologisches Meisterstückchen als auch ein sorgfältig recherchierter Wirtschaftskrimi. Sehr lange hat mich kein Kriminalroman mehr so begeistert, gleichzeitig so in Atem gehalten wie eben dieses Buch von Stieg Larsson, in dessen Nachlass noch zwei weitere Kriminalromane auf die Veröffentlichung warten. Unverbraucht frisch, ungeheuer spannend und doch mit allen klassischen Attributen eines guten Kriminalromans versehen ist "Verblendung" absolut empfehlenswert.
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45 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Weil das kein Agatha-Christie-Krimi ist!", 27. September 2009
Eine kleine Vorgeschichte:
Das Buch habe ich mir im Frühsommer 2009 zugelegt. Da ich es schon eine geraume Zeit immer wieder in fast jedem Buchgeschäft gesehen habe, entschloss ich mich (nach einem kurzen Blick auf den Klapptext) für einen "blinden" Kauf. Es lag dann erstmal eine ganze Weile ohne Beachtung bei mir im Regal, denn ich musste erst noch anderen Lesestoff abarbeiten.
Eines schönen Abends ging ich dann nichtsahnend mit meiner Freundin ins Kino. Bei den Filmvorschauen kam mir dann ein Film sehr spanisch vor. "Dieser Trailer hört sich doch an wie....Ist das etwa? Verdammt!" Ich hätte mich fast an der Cola verschluckt. Es war der Trailer zur Verfilmung von Verblendung. Mancher könnte jetzt sagen: Egal. Was soll's. Mir ging das aber echt auf die Nerven. Das Schöne an Büchern ist für mich die Phantasie beim Lesen, das Kopfkino. Ich mache mir unheimlich gern mein ganz eigenes Bild von Figuren & Landschaften und so ein Trailer nimmt da leider eine Menge vorweg. Ich bin einfach nicht mehr unvoreingenommen beim Lesen. Erst ein Film und dann die Buchvorlage kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Naja, nachdem der erste Ärger verflogen war, entschied ich mich für die einzigartige Wunderwaffe meines Gehirns: Die Verdrängung. Das hat auch soweit ganz gut geklappt, bis beim nächsten Kinobesuch wieder dieser Trailer lief! Und dann noch einmal. Und noch einmal...Na toll! Jetzt kannte ich also alle Details auswendig! Das Resultat: Das völlig vereinsamte "Verblendung" in meinem Regal wurde von mir nun noch weniger beachtet. Vor zwei Wochen war es dann doch soweit. Ich begann zu lesen!
Zur Story:
Der Witschaftsjournalist und Mitbegründer der Zeitschrift "Millenium" Mikael Blomquist befindet sich im freien Fall. Sein angeblich wasserdichter Enthüllungsartikel über einen Großindustriellen namens Wennerström entpuppt sich als unwahr, bzw. lassen sich seine Behauptungen nicht hinreichend belegen. Dies führt zu einer gerichtlichen Verurteilung, die nicht nur ihn, sondern auch sein Baby "Millenium" in eine Krise stürzen. Er hat sich anscheinend mit dem Falschen angelegt. Inmitten dieses Dramas bekommt er ein Angebot aus dem Norden. Das Wirtschaftsschwergewicht Henrik Vanger, ehemaliger Chef des großen Vanger-Konzerns, bittet ihn um Hilfe. Er soll einen mysteriösen Vorfall aus seiner Familie zu untersuchen, der nun schon über 30 Jahre ungeklärt ist. Es geht um Mord..
Nahezu zeitgleich wird Lisbeth Salander, die Ermittlerin einer Sicherheitsfirma, im Zuge der beauftragten Durchleuchtung von Blomquist und Wennerström ebenso auf den Fall Vanger aufmerksam. Sie wird eigentlich von dem Auftrag befreit, aber ihr Interesse wurde geweckt und einen Job unvollendet zu lassen, ist so überhaupt nicht ihr Ding.
Zur Aufmachung:
Verblendung (die reine Geschichte) hat knapp 690 Seiten. Das ist vielleicht auf den ersten Blick abschreckend, liest sich aber wirklich sehr klar, angenehm und flüssig. Die Schrift ist nicht zu klein und auch die Kapiteleinteilung ist perfekt. Die einzelnen Kapitel sind dabei in viele Abschnitte unterteilt und so kann man (im Falle plötzlicher Müdigkeit oder anderer Ablenkung) jederzeit mit dem Lesen aufhören. So habe ich mich zwei Wochen lang allabendlich stückchenweise "vorangearbeitet". Mit etwas Urlaub schafft man es bestimmt an 2 oder 3 Tagen.
Mein Eindruck des Inhalts:
Es ist ein Krimi. Und wie das Krimis so ansich haben, liegt die Kraft in der Ruhe. Das merkt man bereits auf den ersten Seiten. Kein knallharter Opener, sondern etwas Einführung in Wirtschaftskriminalität und dann ein Herantasten an den eigentlichen Kern der Geschichte: Die Familie Vanger und deren geheimnisvoller Vorfall aus der Vergangenheit. Ich muss gestehen, dass mich die Verhältnisse der Familie (genau wie unseren Helden Mikael) fast in den Wahnsinn getrieben haben. Diese Verhältnisse sind für des Rätsels Lösung wichtig und so habe ich selbst kurz vorm Abschluss der Story das eine oder andere Mal im (zum Glück) beigefügten Stammbaum nachgesehen. Ich konnte mir bei den ganzen Namen nie genau merken, wer zu wem gehört! Einen kleinen Lageplan der betreffenden Stadt gibt es auch und durch das ständige Blättern zu diesen Plänen fühlt man sich als kleiner, aktiver Detektiv in diesem großen Verwirrspiel.
Die beiden parallelen Erzählstränge von Salander & Blomquist, die sich nach einiger Zeit überschneiden, fand ich erstklassig. An Eintönigkeit ist dadurch überhaupt nicht zu denken. Auch hat Larsson den Charakteren echte Tiefe gegeben und somit baut man schnell eine Sympathie zu den beiden Schnüfflern auf.
In Fahrt kommt Verblendung erst so richtig aber der Hälfte des Buches. Wenn aus dem Krimi an vielen Stellen ein Thriller wird und die Lösung immer, immer näher rückt. Diese Rasanz hält dann bis zum Ende vor, das ganz im Stil einer Trilogie ein paar Fragen für den nächsten Teil offen lässt und dadurch bei mir riesigen Appetit auf "Verdammnis" gemacht hat.
Was ist nun aus den Eingangs beschriebenen Filmausschnitten geworden? Die haben mich nicht weiter beeinflusst. Meine Phantasie lief auf Hochtouren und das Gesehene ist relativ schnell in den Hintergrund geraten. Der ganze Ärger im Vorfeld war (wie so oft im Leben) vollkommen unberechtigt.
Mein Fazit:
Perfekter Krimi aus dem kühlen Schweden. Ausgesprochen atmosphärisch, spannend & clever sowie zwei Hauptfiguren, die bleibenden Eindruck hinterlassen. Macht Lust auf mehr!
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