Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die ultimative Demontage der Wirklichkeit!, 1. Oktober 2002
Unter jenen Romanen P. K. Dicks, welche ich bislang das Vergnügen hatte zu lesen, ist "Die drei Stigmata des Palmer Eldritch" die mit Abstand endgültigste und gelungenste Demontage der Realität, die sich der Autor in seinem kurzen aber turbulenten Leben ersonnen hat. Er beschreibt eine kaputte und trostlose Welt und schafft es, deren Realität nochmals derartig in Trümmer zu legen, dass man sich am Ende für den Protagonisten wünscht, sie wäre "nur" so kaputt wie am Anfang.Die Menschheit hat es geschafft, ihren Planeten soweit zu zerstören, dass ein Leben an seiner Oberfläche nicht mehr möglich ist. Um die unerträglichen Zustände doch ertragen zu können, flüchtet man sich in eine Phantasiewelt. Die von P.P. Industries herausgegebene Perky Pat Puppe (eine Anspielung auf Barbie-Produkte) ermöglicht in Kombination mit der gesetzlich legitimierten Droge "Can-D" ein vollkommenes, jedoch zeitlich begrenztes Abtauchen in eine Scheinwelt voller imaginären Luxus' eines noch "heilen" 20. Jahrhunderts. Die Droge jedoch ist monopolisiert, zudem unterstützt sie die Konsumbereitschaft der Bevölkerung bezüglich mannigfach hergestellter Perky Pat Produkte. Eines Tages taucht Palmer Eldritch auf, eine mysteriöse Person, welche nach Jahrzehnten des freiwilligen Exils in einem anderen Sonnensystem nun zurück zur Erde kehrt. Er bringt eine unbekannte Substanz - "Chew-Z" - mit, welche das Monopol des herrschenden Industrieriesen ins Wanken bringt. Wer aber denkt, Eldritch handle dabei auch nur im Entferntesten gemeinnützig, der irrt, denn die Auswirkungen bereits einmaligen "Chew-Z" Konsums haben Folgen dämonischen Ausmaßes. Wie so oft bei Dick, wird die Geschichte aus der Perspektive eines zwischen die Mühlen der Macht geratenen Individuums geschildert, durch dessen Augen wir den Zerfall der Realität hautnah miterleben. Mit ihm trudelt der Leser immer tiefer in ein Labyrinth aus Intrigen und Schrecken, aus dem es kein Entkommen gibt. Philip K. Dick hat in diesem Roman das bereits in seiner früheren Kurzgeschichte "The Days Of Perky Pat" behandelte Thema der Flucht in die "heile" Scheinwelt eines durchgestylten Kunstwesens wieder aufgegriffen und meisterhaft weitergesponnen. "The Three Stigmata..." ist ein grandios-wahnwitziges Portrait über Macht, Abhängigkeit und (Massen-)Wahnsinn. Eine düstere Satiere auf Konsumwahn und Erlöserglauben. Und ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel um die Gültigkeit von subjektiver wie objektiver Realität.Ein furioses Werk, das mit Sicherheit nicht nur SF-Fans zu fesseln versteht.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dicks Roman über die Grenzen des Bewußtseins, 5. Januar 2000
Von Ein Kunde
"Die drei Stigmata des Palmer Eldritch" ist einer von Dicks berühmtesten Romanen und in gewissen Sinne auch ein stark autobiographisch gefärbter: Der Roman entstand nach einem einmonatigen mystischen (oder doch eher psychotischen?) Erlebnisses Dicks, in dessen Verlauf er das Gesicht des Bösen selbst sah. Eben dieses Gesicht formte Dick dann im Roman zur Figur des Palmer Eldritch.Auf der oberflächlichen Ebene handelt der Roman vom Duell zweier drogenproduzierender Firmen um das Drogenmonopol, genauer gesagt um den Zweikampf zwischen den Bossen der jeweiligen Firmen: Leo Bolero, dem Hersteller der Droge Can-D, und dem aus der Tiefe des Weltraums gekommenen Palmer Eldritch, der die Droge Chew-Z mitgebracht hat. Unter der Oberfläche der Handlung jedoch geht es darum, wie das Bewußtsein Leo Boleros nach und nach in seine Bestandteile zerfällt und er in einer mystischen Welt verloren zu gehen droht. Der Roman ist sicherlich einer der besten und interessantesten der Werke Dicks. Er ist aber kein Drogenroman im engeren Sinne, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern ein Roman über die Fragilität des menschlichen Bewußtseins. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verwirrender Trip durch echte und falsche Realitäten, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Die Erde wird von der Sonne versengt. Die UN nimmt Zwangsrekrutierungen zur Besiedelung des Sonnensystems vor. Für diese Kolonisten ist das Leben nur durch die Einnahme der Droge "Can-D" erträglich. Da kehrt der Großindustrielle Palmer Eldritch nach zehn Jahren von seiner Reise ins benachbarte Sternensystem zurück. Im Gepäck hat er die neue Wunderdroge "Chew-Z", deren Halluzinationen nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sind. Der Can-D-Produzent Leo Bulero versucht, seinen neuen Konkurrenten unschädlich zu machen und verheddert sich selbst zusehends in dessen Traumwelten... Das Buch ist nicht unbedingt leicht konsumierbar. Wie seine Protagonisten vermag auch der Leser bald nicht mehr zwischen "echter" und "falscher" Realität zu unterscheiden. Wann endet die Wirkung der Droge, wenn überhaupt? Außerdem stellt sich die Frage: wer ist Palmer Eldritch und was will er? Im Laufe der Handlung werden verschiedene Theorien angeboten: Wurde er von einem Alien übernommen, um die Menschheit zu versklaven, oder benötigt es deren Träume zu Fortpflanzung? Ist Eldritch gar der Teufel oder Gott, die in den Drogenwelten endlich über die Allmacht verfügen, die Ihnen von den Menschen nachgesagt wird? Oder etc...? Nach der Lektüre bleibt eine Mischung von Faszination, Verwirrung, aber auch Unzufriedenheit, da vieles unklar bleibt und manches unschlüssig oder unausgegoren erscheint. Nun ja, vielleicht reicht meine Fantasie und Geisteskraft einfach nicht aus, den Schlüssel zum eigentlichen Sinn des Buches zu finden. Ich tröste mich aber mit den Erläuterungen im Nachwort, denen ich entnehme, dass dies auch Dick selbst nicht ganz gelungen ist. "Die drei Sigmata..." ist zwar Dick-typisch, aber innerhalb seines Werkes dennoch außergewöhnlich. Ich finde aber, man sollte ein Buch, nur weil es sich einer eindeutigen Interpretation entzieht, deshalb nicht gleich überbewerten. Also: ein guter Dick, aber es gibt bessere...
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